Botanical Colloquium WS 2025/26

28.01.2026
Angewandter Artenschutz in Tirol anhand von zwei Praxisbeispielen aus dem Botanischen Garten und dem Institut für Botanik Innsbruck

Konrad Pagitz, Sonja Haag, Lukas Kornfeldt, Klara Huber
Institute of Botany, University of Innsbruck


Die Flora von Nordtirol umfasst 2817 wildwachsende Gefäßpflanzentaxa, davon sind 865 Neophyten. 438 der verbleibenden  einheimischen (inkl. archäophytischen) Taxa sind aktuell gefährdet, davon 132 vom Aussterben bedroht. Vor diesem Hintergrund wurden zwischen Mai 2024 und Ende Dezember 2025 zwei vom österreichischen Biodiversitätsfonds finanzierte Projekte umgesetzt, um vom Aussterben bedrohte heimische Arten zu unterstützen. Insgesamt sechs österreichische Botanische Gärten waren im Projekt „Gefährdete Pflanzenarten Österreichs – Vermehrung und Wiederansiedelung durch Botanische Gärten“ zusammengeschlossen mit dem Ziel insgesamt 59 Zielarten zu unterstützen. Samenmaterial wurde an Originalstandorten zu entnommen, kultiviert und nach Möglichkeit wieder ausgepflanzt oder ausgesät. Der Botanische Garten Innsbruck zeichnet für 11 Arten verantwortlich. Im Projekt „Vom Aussterben bedroht- Lebensraumpflege für seltene Arten in Tirol“ lag der Schwerpunkt auf Standortmanagement, in erster Linie Neophytenmanagement. Dazu wurden drei Projektflächen mit unterschiedlicher Intensität des Neophytenbewuchses und unterschiedlicher Flächengröße und mindesten einer von Aussterben bedrohter einheimischer Art ausgewählt. Über 2 Vegetationsperioden wurde intensives Neophytenmanagement betrieben. Für beide Projekt wurde bzw. wird ein begleitendes Monitoring zur Evaluierung der Maßnahmen durchgeführt. Diese Projekte werden durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft und NextGenerationEU gefördert.

 17:00 – Lecture Hall A – Institute of Botany

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