Universität Innsbruck

Ris-Bibliothek

Sigismund Ris (1431–1532) ließ als Pfarrer von Flaurling im Jahre 1516 in dem von ihm zum Widum ausgebauten Jagdschloss Erzherzog Sigmunds des Münzreichen eine bis heute existierende Stiftung einrichten, deren wesentlicher Teil die „Liberey“, also die Büchersammlung war. Als Ris 1532 im Alter von 101 (!) Jahren starb, hinterließ er eine Bibliothek, von der heute noch insgesamt 142 Bücher – Handschriften (10), Inkunabeln (91) und Drucke (41) vorwiegend des 16. Jahrhunderts – erhalten sind. Nach dem Tod des Stifters erfolgte lediglich eine geringfügige Erweiterung. Die Kettenbibliothek wurde im 18. Jahrhundert aus ihren ursprünglichen Räumlichkeiten entfernt, von den im 19. Jahrhundert in knapper Form katalogisierten 150 Bänden sind acht nicht mehr auffindbar. Der Stiftungsfonds selbst fiel nach dem Ersten Weltkrieg der Inflation anheim. Um Mittel für die Renovierung der Gebäude zu erhalten, wurde seither zwar mehrmals die Veräußerung der wertvollen Bestände erwogen, doch konnte dies jedes Mal abgewendet werden. Im Zuge dieser Bestrebungen trennte man die wertvolleren Bücher von den weniger wertvollen bzw. bereits aufgrund unzulänglicher Lagerungsbedingungen stark beschädigten. 45 Bände (acht Handschriften und 37 Druckwerke) werden seit 1937 aus konservatorischen Gründen als Depot in der ULB Tirol verwahrt. Der Rest befindet sich mit dem Pfarrarchiv in einem gesicherten Raum des Pfarrhofes in Flaurling.

Der Grundstein für einen Katalog der mittelalterlichen Handschriften der Ris-Bibliothek in Flaurling wurde von Walter Neuhauser gelegt. Die Fertigstellung ist derzeit in Arbeit.

Bestandsrecherche

Einen Bestandsüberblick bietet Walter Neuhauser: Flaurling, Ris-Bibliothek. In: Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich 4. Hildesheim 1997, 118-121.

Der gedruckte Kurzkatalog von Walter Neuhauser: Die Ris-Bibliothek in Flaurling. Geschichte und Katalog der Bestände (Tiroler Bibliographien, 6 = Beihefte zu Tiroler Heimat). Innsbruck 1974 ist online verfügbar.

Ein Überblick über den Handschriftenbestand ist über manuscripta.at möglich.

Die Inkunabeln sind über den Inkunabelzensus Österreich recherchierbar.