Historische Bibliothek des Servitenkonvents Innsbruck

Im Jahre 2008 wurde der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol die rund 29.000 Bände umfassende „Historische Bibliothek“ des Innsbrucker Servitenkonvents als unbefristete Dauerleihgabe übergeben, die Umwandlung in eine Schenkung erfolgte 2025. Diese beeindruckt nicht nur hinsichtlich ihres zahlenmäßigen Umfangs, sondern ebenso durch die Vielzahl der in ihr vertretenen Wissensgebiete mit qualitativ herausragenden Werken.

Mit der 1611 erfolgten Stiftung des Innsbrucker Servitenkonvents durch Anna Katharina Gonzaga (1566–1621), der zweiten Gemahlin des Tiroler Landesfürsten Erzherzog Ferdinand II., war auch der Aufbau einer hauseigenen Bibliothek verbunden. Die schon zu Beginn recht ansehnliche Büchersammlung erfuhr insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert infolge umfangreicher Legate prominenter Tiroler Persönlichkeiten – u. a. durch den Hofkammerpräsidenten Franz von Carrara († 1639), den Historiker Fr. Augustin M. Romer aus dem Servitenorden († 1669), Dekan Johann Faschinger († 1664) aus Hallein sowie durch Graf Sigmund und Graf Ignaz von Wolkenstein – sowohl qualitativ als auch quantitativ beachtliche Bestandszuwächse. Dies erklärt den neben dem Bestand an 11.000 Bänden aus dem Wissensgebiet der Theologie und Philosophie sehr hohen Anteil an nichttheologischem Schrifttum. Umfangreichere Bestandszuwächse erlebte die Servitenbibliothek aufgrund der Aufhebung zahlreicher anderer Tiroler Klöster in der Zeit Josephs II. Eine letzte beachtliche Bestandsvermehrung erfolgte schließlich mit der Übernahme der Bücher aus der 1971 aufgelösten Ordensniederlassung der Serviten in Rattenberg (die Rattenberger Bibliothek befindet sich seit 2012 in der Diözesanbibliothek Salzburg). In der Innsbrucker Sammlung besonders hervorzuheben ist ein bemerkenswerter Bestand von rund 500 Handschriften (15.–20. Jh.) sowie die große Anzahl von fast 200 wertvollen Inkunabeln und Frühdrucken.

Weiterführend: 

  • Franz M. Weiß OSM, Innsbruck, Bibliothek des Servitenklosters, in: Handbuch der historischen Buchbestände in Österreich 4. Hildesheim 1997, 153–157. (online)
  • Catalogus Bibliothecae Conventus S. Josephi Oeniponti, 1630. 2 Bde (Innsbruck, ULB Tirol, Cod. Serv. B 218 und B 219). 
  • Franz Xaver M. Gassmayr, Katalog aller vorhandenen Drucke und Manuskripte (Bandkatalog), 1778–1782 (Innsbruck, ULB Tirol, Cod. Serv. I a 65). 
  • Catalogus Librorum Bibliothecae V. Conventus ad D. Joseph Ordinis Servorum B.V.M. Oeniponte, 1803. 3 Bde (Innsbruck, ULB Tirol, Cod. Serv. M 193, M 194 und M 195). 
  • Index Librorum alphabeticus, qui in tribus Tomus Cathalogi Bibliothecae comprehenduntur, 19. Jh. 2 Bde (Innsbruck, ULB Tirol, Cod. Serv. M 196 und M 197). 
  • Gregor M. Zinkl, Catalogus codicum manu scriptorum qui in bibliotheca conventus Ord. Serv. B.M.V. ad s. Joseph Oeniponte asservantur, ca. 1930–1935.
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