Verant­wor­tungs­volle Weiter­bil­dung

Als Einzige Verfahrens­verantwortliche haben die ausführenden Personen in Südtirol im Vergabe­verfahren eine komplexe Aufgabe zu bewältigen. Erstmals wird eine ausführliche und maßgeschneiderte Aus- und Weiterbildung für Bedienstete, die im Bereich des öffentlichen Auftragswesens tätig sind, angeboten.
Weiterbildung im öffentlichen Auftragswesen
Bild: In Kooperation mit den beiden Universitäten Politecnico di Milano und Trient sowie der Vergabeagentur wird der Universitätskurs "Das Recht des öffentlichen Auftragswesens in Südtirol" erstmals von der Uni Innsbruck angeboten. (Credit: colourbox.de)

Die zentrale Person in einem Vergabeverfahren in Südtirol ist die „Einzige Verfahrensverantwortliche“ die dafür sorgen muss, dass ein Verfahren korrekt abgewickelt wird. Unter der Leitung von Esther Happacher, Professorin am Institut für Italienisches Recht an der Uni Innsbruck, wird im Wintersemester 2019/20 erstmals ein Universitätskurs zur Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Verwaltung in Südtirol mit Vergabeverfahren entweder schon befasst sind, oder in Zukunft diese Aufgabe erfüllen werden, angeboten. Die Expertin kommt damit dem Wunsch der Südtiroler Vergabeagentur nach und bietet diesen umfangreichen Kurs in Kooperation mit den beiden Universitäten Politecnico di Milano und Trient und der Vergabeagentur an. „Aufgrund der hohen Komplexität der Aufgaben von Verfahrensverantwortlichen ist es besonders wichtig, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das notwendige Fachwissen in unterschiedlichen Bereichen mitzugeben, damit ein Verfahren qualitativ hochwertig abgewickelt werden kann. Wir sind daher gerne dem Wunsch nach einer maßgeschneiderten Aus- und Weiterbildung für Bedienstete in diesem Bereich nachgekommen“, betont Happacher.

Herausforderung

Die Expertin für Italienisches Öffentliches Recht betont, dass es wichtig ist, die an der Universität gebündelten Kompetenzen auch mit den Menschen zu teilen, die in ihrer täglichen Arbeit praktisch mit den Inhalten befasst sind. „Wir sind bemüht, die Teilnehmende für ihren beruflichen Alltag bestmöglich zu rüsten. Zudem bietet der Kurs den Teilnehmenden Gelegenheit, ein Netzwerk zu bilden, um sich in Zukunft bei wichtigen Fragen zur Seite stehen zu können“, so Happacher. Da der Universitätskurs zum ersten Mal angeboten wird, freut sich die Wissenschaftlerin gemeinsam mit ihrem Team an Lehrenden über kritisches Feedback der Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer. „Die Rechtswissenschaftliche Fakultät ist schon seit Jahren im Bereich der Weiterbildung sehr aktiv und wir freuen uns jetzt im Speziellen, dass ein Weiterbildungsangebot auch für Südtirol besteht“, unterstreicht Happacher. Neben je einem Kurstag in Innsbruck und Trient finden alle weiteren Schulungstage in Bozen statt. Um den Kurs erfolgreich zu absolvieren, müssen sich die Teilnehmenden in einer abschließenden Arbeit mit einem Praxisbeispiel beschäftigen. „Für uns als Lehrende ist es wichtig zu sehen, wie die theoretischen Inhalte in die Praxis transferiert werden können“, so die Expertin für Italienisches Öffentliches Recht. Die Absolventinnen und Absolventen des Universitätskurses lernen den europäischen, nationalen und landesspezifischen Rechtsrahmen im Bereich Bau-, Dienstleistungs- und Lieferaufträge kennen und sollen nach erfolgreichem Abschluss über Grundsätze der Öffentlichkeit, Transparenz und Anti-Korruption im Bereich des Vergaberechts Bescheid wissen. Weiters eignen sie sich Kenntnisse über Spezialfälle bei Dienstleistungs- und Lieferaufträgen sowie über deren Ausführung an. „Das Feld an möglichen Einsätzen für die ‚Einzigen Verfahrensverantwortlichen‘ ist ein sehr heterogenes. Deswegen ist es uns ein großes Anliegen, die Kompetenzen in diesem Bereich aus den drei kooperierenden Universitäten und aus der Südtiroler Vergabeagentur zu bündeln und so den Teilnehmenden ein umfangreiches und qualitativ sehr hochwertiges Weiterbildungsangebot zu bieten. Wir freuen uns schon jetzt, den Kurs auch ein weiteres Mal anbieten zu können“, so Happacher.

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