Studenten und Studentinnen stürmen das IFFI

Im Sommersemester 2016 haben Studierende am Institut für Romanistik an einem Projekt zum Innsbrucker Filmfestival gearbeitet: Sie erhielten dank der Unterstützung des Filmfestivals die Möglichkeit, Gespräche mit RegisseurInnen, Schauspielern und anderen TeilnehmerInnen des Festivals zu führen.
Studierende beim IFFI
Bild: Studentinnen im Gespräch mit der Filmregisseurin Arami Ullòn aus Paraguay. (Credit: Franziska Lechner)

Das IFFI, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum feiert, stand heuer ganz im Zeichen von Migration und Grenzen und zeigte nicht nur aktuelle, sondern auch Filme der letzten 25 Jahre. Auch der Talente Campus konnte von den StudentInnen besucht werden, der einst gegründet wurde, um mehr junge Leute ins Festival zu locken und jungen Filmemachern die Möglichkeit zu geben, mit bekannten Persönlichkeiten aus der Filmwelt zusammenzuarbeiten.

Einige Spanisch-StudentInnen hatten die Möglichkeit, ein interessantes Gespräch mit einem Schauspieler aus Madrid, Alvaro Ogalla, zu führen, der seinen eher zufälligen Weg zu seinem jetzigen Beruf erzählte. Ein fast ‚intimes‘ Gespräch über das Älterwerden und Demenz führten drei Studentinnen mit Arami Ullón, einer Regisseurin, Produzentin und Schauspielerin aus Paraguay, die auf dem IFFI mit einem Dokumentarfilm über die Demenzerkrankung ihrer Mutter vertreten war. Fasziniert war auch Pauline Unterleitner, und zwar von den Kurzfilmen Arte und Épica, aber auch dem Durchhaltevermögen des kubanischen Filmemachers Eduardo del Llano. Aber auch die RegisseurInnen aus dem deutschsprachigen Raum kamen im Projekt nicht zu kurz. Julia Gutweniger und Florian Kofler, junge Filmemacher aus Südtirol, erzählen in ihrem Dokumentarfilm Brenner/Brennero die Geschichte des Grenzortes und haben sich im Anschluss unseren Fragen über die Entstehungsgeschichte des Films gestellt. Weiters wurde die italienische Filmdistributorin Manuela Buono interviewt. Sie hat uns erzählt, wie eine Filmverwertung abläuft und welche Rolle sie im Filmprozess einnimmt. Das Gespräch war auch spannend, weil M. Buono auch Mitglied der Jury des Filmfestivals war, die u.a. den Ehrenpreisträger ermittelt hat.

Der diesjährige Ehrenpreisträger Mohammed Soudani (Algerien/Schweiz) hat auf dem IFFI zahlreiche Filme gezeigt, so auch Guerre sans image, in dem er in Zusammenarbeit mit einem Photographen versucht, die Lebensumstände in Algerien nachzuzeichnen. Im gemeinsamen Gespräch hat er aber nicht nur mit viel Humor über seinen Film erzählt, sondern auch über Leben und seinen bewegten Werdegang als Regisseur. Soudani war nicht der einzige afrikanischstämmige Regisseur, der Innsbruck im Zuge der Veranstaltung besucht hat. Auch Yared Zeleke aus Äthiopien war mit seinem Film Lamb beim Festival vertreten. Mit diesem Film, der die Geschichte des äthiopischen Jungen Ephraim erzählt, hat er das Internationale Film Festival Innsbruck 2016 gewonnen. Es war für alle beeindruckend so viele spannende Filme jenseits des Mainstreams zu sehen und auch Einblicke in das Filmemachen zu gewinnen, das in der Regel eher von der Lust am Filmen und Geschichten erzählen lebt, denn von der finanziellen Unterstützung.

Die StudentInnen haben dann nicht nur eine Redaktion und eine eigene Homepage für das Projekt erstellt, sondern auch eine Fotografin auserkoren, die die Interviews mit ihrer Kamera begleitete, sie soll zum Abschluss zu Wort kommen: ,,Für mich als Außenstehende während der Interviews war es besonders interessant, zu beobachten, wie unterschiedlich die Interviews waren. Von dem gemütlichen Zusammensitzen bei einem Glas Wein im ruhigen Besprechungsraum bis zum Interview im Eck des Vorraums. Aber ein roter Faden hat sich durch alle Interviews gezogen: Der Spaß an der Sache! Auch wenn ich nicht alle Sprachen beherrschte und ich somit nicht alle Interviews verstand, war die Körpersprache eine eindeutige. Das gemeinsame Lachen brachte in jedes Interview eine angenehme Stimmung und ließ mich als Außenstehende ebenfalls lächeln. Es war schön zu beobachten wie nett sie es gemeinsam hatten. Man merkte, dass die anfängliche Nervosität einem fremden Menschen gegenüber, schon nach einigen Fragen vollkommen wich und es eher zu einem Gespräch unter Bekannten wurde, die auch spontane Fragen stellten, die sie interessierten.“

(Sarah Engl, Franziska Lechner, Sabine Schrader)

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