KinCon-biolabs Team

Mit Bio­sensoren Kinase-Medi­ka­mente ver­bes­sern

In einem Forschungsprojekt am Institut für Biochemie untersuchen Innsbrucker Wissenschaftler die Wirksamkeit von sogenannten Kinase-Medikamenten. Mit Hilfe eines Spin-off Fellowships des Wissenschaftsministeriums validieren sie, mittels eines neu entwickelten Biosensor, Kinase-Hemmer. Diese Machbarkeitsstudie soll den Grundstein für die Gründung von KinCon-biolabs legen.

Vier visionäre Wissenschaftler, die auf dem Gebiet der Biochemie, Zellbiologie und Biotechnologie in Innsbruck forschen und lehren, haben KinCon-biolabs ins Leben gerufen, um mit einer einzigartigen und patentierten Biosensor-Plattform direkt in lebenden Zellen zu testen, wie Medikamente die Struktur und damit die Funktion von Kinasen verändern. „In den vergangenen Jahren wurde die Proteinfamilie der Kinasen zu einem Hauptziel für die Medikamentenentwicklung und dies mit einem besonderen Fokus auf die Eindämmung von Tumorwachstum“, erzählt Eduard Stefan, der sich gemeinsam mit Rainer Schneider, Philipp Tschaikner und Florian Enzler zum KinCon-biolabs zusammengeschlossen hat. Bisher wurden mehr als 50 Kinase-Hemmer für die klinische Anwendung, und hier vor allem für die Krebstherapie, zugelassen. Diese auf Kinasen ausgerichteten Therapien gehen aber tragischerweise häufig mit erworbenen Resistenzen und Nebenwirkungen von den eingesetzten Arzneimitteln einher. „Die mangelnde Wirksamkeit von klinisch eingesetzten Kinase-Hemmern motivierte uns, dem auf den Grund zu gehen“, erzählt Projektmanager Philipp Tschaikner. „Deshalb haben wir hier am Institut zelluläre Reporter entwickelt, um die molekularen Mechanismen der Kinase-Hemmung direkt in Zelllinien von Patienten zu untersuchen.“

Unterstützung für die Pharmabranche

Die Mission des KinCon-biolabs für die nächsten 18 Monate ist die Ausweitung der Kinase-zentrierten Biosensorplattform für eine systematische und zellbasierte Validierung von Kinase-Hemmern, die sich in der Entwicklung oder auch schon in klinischer Anwendung befinden. Die Forscher haben sich dabei für einen präzisionsmedizinischen Ansatz entschieden, indem sie Wechselwirkungen von Wirkstoffen mit mutierten Kinasen analysieren. Das zukünftige Hauptziel von KinCon-biolabs ist es, Pharmaunternehmen bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen: „Welches ist der richtige Wirkstoff, um deregulierte Kinasen, die patienten-spezifische Mutationen aufweisen, effizient zu hemmen?“

Basis für Unternehmensgründung

Als Ausgangspunkt validieren die Mitarbeiter von KinCon-biolabs in Zellkulturmodellen eine Reihe krankheitsrelevanter Kinaseaktivitäten, die bei der Entstehung vom Melanom und Lungenkrebs eine wichtige Rolle spielen. Zudem sind die Wissenschaftler sehr daran interessiert ihre KinCon-Reporteranalysen auf bislang vernachlässigte Kinase-Wirkstoffziele der Kinase-Superfamilie, mit insgesamt mehr als 500 Mitgliedern, auszudehnen. Das mit beinahe 380.000 Euro dotierte Spin-off-Fellowships soll dazu beitragen, den universellen Nutzen der patentierten KinCon-Biosensorplattform für die Vorhersage der Wirksamkeit von Kinase-Arzneimitteln zu bestätigen. Auf dieser Basis hoffen die vier Wissenschaftler, das Biotech-Unternehmen KinCon-biolabs gründen zu können.

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