Inter­nationale Migrations­konferenz in Innsbruck

Die Theologische Fakultät der Universität Innsbruck war von 23. bis 25. Juni 2016 Austragungsort der 16. Internationalen Migrationskonferenz. Zu den Vortragenden zählten renommierte Sozial- und Erziehungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie wissenschaftlicher Nachwuchs und Studierende unterschiedlicher Disziplinen.
Blick auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz
Bild: Fragen der „Migration und Generation“ standen im Zentrum der internationalen Tagung in Innsbruck. (Credit: Andreas Fink)

Im Mittelpunkt des bildungswissenschaftlichen Austausches stand die gesellschaftspolitisch aktuelle Begriffspaarung von „Migration und Generation“. Die Migrationskonferenz hatte sich diesmal zum Ziel gesetzt, neue Impulse für eine generationale Perspektive auf die alltägliche Mobilität der Menschen rund um den Erdball zu setzen.
Im Diskurs über Migration und politisch motivierten Reden über Integration ist Generation als Merkmal zur Kategorisierung und Unterscheidung sehr präsent. Im Zusammenhang mit Einwanderung wird beispielsweise häufig von erster und zweiter Generation von Migrantinnen und Migranten gesprochen. In der Regel wird der Begriff „Generation“ aber nicht weiter im Detail erklärt oder diskutiert. An diesem Punkt setzte die 16. Internationale Migrationskonferenz an: Unter dem Titel „Migration und Generation“ wurden Begriff und Konzept von Generation im Kontext von Migration diskutiert sowie die Verwendung des Generationenbegriffs in der Forschung und im öffentlichen Gebrauch kritisch in den Blick genommen. Dabei näherten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dem Phänomen Migration diversitätsbewusst an und stellten die Frage in den Raum, inwieweit die Einbeziehung von Generationenverhältnisse unter Berücksichtigung raumpolitischer, historischer, postmigrantischer, familialer und geschlechtsspezifischer Kontexte zu einem besseren Verständnis von Migration im Zeitalter der Globalisierung beitragen kann.

Internationalität

Das Programm der dreitägigen Konferenz zeichnete sich durch eine Vielfalt an Vorträgen und Workshops aus, die sich der Thematik aus unterschiedlichsten Perspektiven annäherten. Im Rahmen der Konferenzen wurde Migration stets fächerübergreifend und aus weltoffener Perspektive betrachtet. Entwicklungen im Kontext von Migration wurden nachgezeichnet und aktuelle Herausforderungen diskutiert. Fokussiert wurde dabei sowohl auf die Bedeutung sozialer, kultureller und ökonomischer Unterscheidungen als auch auf Fragen von hegemonialen Machtverhältnissen. In Innsbruck trafen sich in diesem Sinne Expertinnen und Experten aus Deutschland, Österreich, der Türkei, den USA, Frankreich, Luxemburg, Kanada, der Schweiz, Großbritannien, Italien, Kroatien und dem Kosovo. Das Innsbrucker Organisationsteam leitete Ass.-Prof. Dr. Marc Hill vom Institut für Erziehungswissenschaft.

Alle Plenen-Vorträge stehen hier zum Nachhören bereit:

 

Die Tagung wurde darüber hinaus durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm begleitet: Im Künstlerhaus Büchsenhausen wurde der Dokumentarfilm „Töchter des Aufbruchs“ von Ulrike Bez gezeigt. Einen weiteren Höhepunkt des kulturellen Programms bildete der Besuch der Ausstellung „alles fremd – alles Tirol“ im Tiroler Volkskunstmuseum sowie die Ausstellung „STÖRWERTE / NUISANCE VALUE“. Letztere kann dank eines Audiorundgangs des Kurators Andrei Siclodi in den Mitschnitten nochmals angehört werden.

(Marc Hill/red)


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