Ehren­kreuz an Josef Ried­mann ver­liehen

Im Rahmen einer kleinen akademischen Feier wurde dem Historiker Josef Riedmann, emeri­tierter Professor der Univer­sität Innsbruck, kürzlich das „Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse“ verliehen.
Gruppenfoto bei der Verleihung des Ehrenkreuzes an Josef Riedmann.
Bild: Laudatorin Brigitte Mazohl, Laudator Jörg Schwarz, Josef Riedmann mit seiner Ehefrau Irmgard und Rektor Tilmann Märk. (Credit: Universität Innsbruck)

Das „Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse“ ist eine der höchsten Auszeichnungen für in Wissenschaft oder Kunst tätige Personen, die die Republik Österreich zu vergeben hat. In Vertretung des Bundespräsidenten hat Rektor Tilmann Märk das Ehrenkreuz an den Mittelalterhistoriker em. Univ.-Prof. Dr. Josef Riedmann verliehen. „Anlässlich seines 80. Geburtstags im September 2020, der nach wie vor ungebrochenen Schaffenskraft und besonders in Anbetracht seiner herausragenden wissenschaftlichen und akademischen Leistungen ist Josef Riedmann ein mehr als würdiger Kandidat für die Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst, I. Klasse“, hielt Rektor Märk in seinen Eröffnungsworten des Festakts fest.

Herausragende Karriere

Über viele Jahre hinweg hat Josef Riedmann das (damalige) Institut für Geschichte als Vorstand geleitet, und zwei Jahre lang stand er als Dekan an der Spitze der früheren geisteswissenschaftlichen Fakultät. Neben einer Fülle von Untersuchungen zu nahezu allen Themenbereichen mittelalterlicher Tiroler Geschichte ist Riedmann Verfasser eines Standardwerks über das Tiroler Mittelalter zu erwähnen, das 1985 als Teil des ersten Bandes der „Geschichte des Landes Tirol“ erschien und auf über 400 Seiten die nötige Grundlage für die Beschäftigung mit der Geschichte Tirols im Mittelalter lieferte. Riedmann war außerdem wissenschaftlicher Leiter der großen, Meinhard II. gewidmeten Tiroler Landesausstellung des Jahres 1995. Für seine Verdienste um das Land Tirol ist er 2005 mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet worden. Nach seiner Emeritierung 2006 blieb Josef Riedmann den Geschichtswissenschaften weiter verbunden – unter anderem mit der Bearbeitung eines Sensationsfunds, der eng mit seinem Namen verbunden ist: 2004 waren in einer Handschrift des aufgelassenen Kartäuserklosters Allerengelberg im Schnalstal, die sich als Cod. 400 in der Sondersammlung der Universitäts- und Landesbibliothek in Innsbruck befindet, zum großen Teil bisher unbekannte Briefe, Mandate und Diplome (zwischen 1219 und 1254) der beiden letzten Stauferherrscher entdeckt worden. Die Abschriftensammlung dürfte in den 1260-er oder 1270-er Jahren angelegt worden sein, inhaltlich geht es vor allem um süditalienische Betreffe, die wertvolle und völlig neue Erkenntnisse zur Geschichte der Herrschaftspraxis Konrads IV. in Süditalien ermöglichen. Die Stationen von Riedmanns wissenschaftlicher Laufbahn würdigten auch Laudator Univ.-Prof. Dr. Jörg Schwarz, Nach-Nachfolger von Josef Riedmann als Mittelalterhistoriker am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, und em. o. Univ.-Prof. Dr. Brigitte Mazohl, die Gruß und Glückwünsche auch der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) übermittelte.

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