Costa-Nachlass an Brenner-Archiv übergeben

Am 13. November hat Hermine Costa den Nachlass ihres Mannes Othmar Costa (1928–2018) an das Forschungsinstitut Brenner-Archiv übergeben. Die Übergabe fand im Rahmen einer kleinen Feier im Beisein von Familienmitgliedern und Freunden am Brenner-Archiv statt.
Hermine Costa mit Familie und Freunden
Bild: Hermine, Julia und Susanne Costa mit Anton Unterkircher und Ulrike Tanzer vom Brenner-Archiv, dem Kuratoriumsvorsitzenden Christoph Mader und der Vorsitzenden des Brenner-Forums. (Credit: Uni Innsbruck)

Othmar Costa, 1967–1990 Spartenleiter für Ernste Musik beim ORF-Radio Tirol, u.a. Dirigent vom Collegium musicum an der Universität Innsbruck (1957–1969) und vom Kammerchor Walther von der Vogelweide (1962–1994), war seit seiner Hausarbeit über Ferdinand Ebner dem Brenner und in der Folge mit dessen Herausgeber Ludwig von Ficker in Verehrung verbunden. 1987 übernahm Costa den Vorsitz im Kuratorium des Brenner-Archivs und in der Gesellschaft der Freunde des Brenner-Archivs (bis 2003), die auf seine Initiative hin in Brenner-Forum umbenannt wurde. In Zusammenarbeit mit diesem Verein und dem Brenner-Archiv brachte Costa mehrere Musikeditionen heraus, u.a. von Franz Schreyer, Robert Nessler, Peter Zwetkoff und Bert Breit (mit beiden letzteren war er eng befreundet).

Othmar Costa

Während seiner Studienzeit in Wien befreundete er sich mit den Kunstabsolventen Anton Tiefenthaler und Wilfried Kirschl. Über Kirschl kam er in Kontakt mit Friedrich Achleitner, was zu einer lebenslangen Freundschaft führte. In Wien lernte er auch seine spätere Ehefrau Hermine Lechner kennen; sie heirateten 1954, der Ehe entstammen drei Kinder.

Costa war rund 15 Jahre Vorsitzender und Juror beim internationalen Chorwettbewerb Porcia in Spittal an der Drau, Vertreter Österreichs als Jury-Mitglied in Köln, Bergen und Helsinki beim EU-Wettbewerb Let the people sing, Kulturbeirat des Landes Tirol, Kulturbeirat Tirols in Wien und Initiator des Emil-Berlanda-Preises für die Interpretation neuer Musik in Tirol. Costa wurde 1976 mit dem Verdienstkreuz des Landes Tirol, 1982 dem Ehrenzeichen der Stadt Innsbruck und 1997 mit der Ehrenbürgerschaft der Universität Innsbruck ausgezeichnet.

Der Nachlass Costas ist kulturgeschichtlich von großer Bedeutung. Er dokumentiert nicht nur seine musikalischen Aktivitäten (Arbeit beim ORF, Collegium musicum, Kammerchor Walther von der Vogelweide) und Kontakte mit Musikern, etwa mit Günter Andergassen, Bert Breit, Friedrich Cerha, Peter Lefor, Ernst Krenek, Robert Nessler, Otmar Suitner, Willem Retze Talsma, Erich Urbanner, Otto M. Zykan und besonders Peter Zwetkoff. Auch seine vielfältigen Interessen und breitgestreuten kulturellen Aktivitäten zeigen sich: etwa als Kulturbeirat des Landes Tirol, als Initiator und Betreiber von Projekten, etwa einer Kunstuniversität in Innsbruck, als kompetenter Beobachter und Freund der Kunstszene, hier ist besonders die Freundschaft mit Wilfried Kirschl, aber auch mit Franz Pöhacker, Peter Prandstetter, Markus Vallazza, Gernot Baur hervorzuheben, oder aber auch zu Schriftstellern wie Friedrich Achleitner, Elfriede Jelinek, Michael Guttenbrunner, Norbert C. Kaser, Hans Haid, Walter Schlorhaufer, Otto Grünmandl, Marie Therese Kerschbaumer, Herbert Rosendorfer, Urs Widmer und insbesondere Alois Hotschnig. Dieser Bestand ergänzt und bereichert in vielfacher Hinsicht die bisherigen Sammlungen des Brenner-Archivs.

(Anton Unterkircher)

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