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Buchtipp: Petras Aufzeich­nungen

1926 erschienen und hoch geschätzt als „Ausdruck einer neuen Sachlichkeit“ und als das „wichtigste Lesebuch für die heranwachsende Generation“, wurden „Petras Aufzeichnungen“ von Paula Schlier nun neu aufgelegt.

Buchcover: Petras Aufzeichnungen

Eine junge Frau erlebt die Jahre von 1916 bis 1924 und nimmt an der angeblich modernen Zeit Erschreckendes wahr: die Verwundeten und Sterbenden im Kriegslazarett, das Leben von jungen Stenotypistinnen zwischen Hoffnung und Hunger, die Hyperinflation und die politische Radikalisierung in Bayern 1923. Den Hitler-Ludendorff-Putsch erlebt sie als Schreibkraft im Völkischen Beobachter – und zeichnet auf: „In diesem politischen Theater werden alle Gefühle durch übertriebene Gesten verkitscht, Kraftmeiereien für Stärke gehalten, Menschen durch Phrasen glücklich gemacht.“

Paula Schlier schreibt mit „unerbittlicher, sauberer Ehrlichkeit, zäher, fast unbewußter Tapferkeit und einer selbstverständlichen, unsentimentalen Güte gegen die, die noch schwächer und wehrloser sind als sie.“ (Ida Coudenhove 1928)

Paula Schlier (1899–1977), geboren in Neuburg an der Donau und aufgewachsen in Ingolstadt, war u. a. journalistisch tätig, bevor sie 1926 ihr Erstlingswerk veröffentlichte. 1932 zum katholischen Glauben konvertiert. 1942 Verhaftung durch die Gestapo. Aufenthalt in der Psychiatrie. Zahlreiche Veröffentlichungen, u. a. zur Apokalypse. Ihr Nachlass wird im Brenner-Archiv aufbewahrt.

Herausgegeben, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Annette Steinsiek und Ursula A. Schneider. Sie arbeiten am Forschungsinstitut Brenner-Archiv, edierten Briefe, Prosa, Lyrik von Christine Lavant und Christine Busta im Otto Müller Verlag und forschen und veröffentlichen über österreichische Literatur des 20. Jahrhunderts, zu Fragen der Archivtheorie und -praxis, der Editionsphilologie, der Biografieforschung.

 

Informationen zum Buch

Petras Aufzeichnungen
Paula Schlier
ISBN 978-3-7013-1256-6
2018, Otto Müller Verlag Salzburg
Preis: 22 €

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