Architektur­preis für Inns­brucker Gemein­schafts­projekt

Ein Gemeinschaftsprojekt der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen wurde mit dem TUDALIT-Architekturpreis ausgezeichnet: Das Team der Universität Innsbruck konnte sich unter 25 Einsendungen mit ihrer „Carbon Wave“ durchsetzen.
Übersichtsperspektive „Carbon Wave“
Bild: Übersichtsperspektive „Carbon Wave“. (Credit: Projektteam „Carbon Wave“.)

Der interdisziplinäre Austausch zwischen Architektur- und Bauingenieurstudierenden wurde im Sommersemester 2016 im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Instituts für experimentelle Architektur (Betreuer: Dipl.-Ing. Georg Grasser) und des Arbeitsbereichs für Massivbau und Brückenbau (Betreuer: Prof. Jürgen Feix, Dipl.-Ing. Matthias Egger) mit dem Thema Textilbeton und robotische Herstellung theoretisch und praktisch im Besonderen gefördert. Die daraus entstandenen Projektideen und gefertigten Prototypen konnten die Fachjury des mit 5.000 Euro dotierten Preises des 8. Architekturwettbewerbs TUDALIT e.V. mit dem Schwerpunkt Innovationen und Vorzüge von Carbon-Beton im Vergleich zur konventionellen Stahlbetonbauweise überzeugen.

Das Studententeam der Universität Innsbruck mit Anna Pompermaier, Christoph Schlopschnat, Julian Rudigier und Mehmet Koc konnte sich unter 25 Einsendungen mit ihrer „Carbon Wave“ durchsetzen und wurde im Rahmen der Anwendertagung Textilbeton am 22. September 2016 in Augsburg prämiert.

Aus der Jury-Beurteilung, vorgetragen von Prof. Werner Sobek, Leiter des Instituts für Leichtbau und Konstruieren an der Universität Stuttgart: „Die Vision des schalungsfreien, formflexiblen Betonleichtbaues für tragende Konstruktionen durch Anwendung eines robotergesteuerten Layerdruckverfahrens mit integrierter Carbonbewehrung wurde von dem Preisträgerteam auf überzeugende Weise unter Beweis gestellt. Als Zielobjekt wurde ein Pavillon aus vier achsensymmetrisch zusammenzufügenden Bauteilen definiert, die jeweils als hybride Biegeträger-Schalenstruktur ausgeführt werden. Das innovative Konzept einer zukünftig vollautomatisierten Robotertechnologie wird begründet und im Labormaßstab vorgestellt. Sehr schön wird an dem Prototyp beispielhaft gezeigt, dass mit einem senkrechten Betonaufbau, dem schichtweisen Einlegen vorgefertigter Carbongarn-Gitter als bewehrende Fachwerkelemente des Biegeträgers, doppelschalige, dünnwandige Bauteile in großer Formenvielfalt denkbar sind. So vereint dieser Beitrag die Vorzüge einer neuartigen Produktionstechnologie mit den Vorteilen der Carbonbewehrung für die Zukunft des Bauens. Er assoziiert vielfältige Anregungen zu weiterführenden Entwicklungen und gestalterisch neuartige, anspruchsvolle Anwendungen.“

 

Visualisierung der Fertigung von „Carbon Wave“
Visualisierung der Fertigung. (Abbildung: „Carbon Wave“-Projektteam)

 

Praktische Umsetzung von „Carbon Wave“-Prototypen im Labor
Praktische Umsetzung von Prototypen im Labor. (Abbildung: „Carbon Wave“-Projektteam)

 

(Dipl.-Ing. Matthias Egger)

 

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