Laufende und Abgeschlossene Projekte


VAMUS. Verknüpfte Analyse von Mehrsprachigkeiten am Beispiel der Universität Salzburg

Geldgeber: OeNB, Jubiläumsfonds
Projektleitung: Monika Dannerer
Projektdauer: 2014–2018

Ziel des Forschungsprojekts ist es, ein klares und diastratisch differenziertes Bild von Funktionen und Entwicklung der inneren und äußeren Mehrsprachigkeit an der Institution Universität zu gewinnen. Mithilfe einer breit angelegten Online-Fragebogen-Enquete sowie exemplarischer Interviews und Video-/Audioaufnahmen werden die Sprachattitüden, Spracheinschätzungen sowie Selbsteinschätzungen sprachlichen Handelns und sprachlicher Entwicklung von Lehrenden, Studierenden und Verwaltungsmitarbeiter_innen erfasst, sowie exemplarisch der tatsächliche Sprachgebrauch dokumentiert und einer weiterführenden Untersuchung zugänglich gemacht.

 

ESCAPE: European Slaves: Christians in African Pirate Encounters

Geldgeber: FWF
Projektleitung:
Mario Klarer
Projektdauer: 2014-2017

Das  Forschungsprojekt konzentriert sich auf frühneuzeitliche und barocke Berichte von europäischen Christen, die von islamischen Piraten an der nordafrikanischen Berberküste versklavt wurden. Im Zentrum des Projekts stehen eine Anthologie bisher nicht edierter deutscher Berichte sowie die erste moderne Textedition und englische Übersetzung von Johan Frischs Schauplatz Barbarischer Sclaverey (1666 und 1694) – einem der wichtigsten und umfangreichsten europäischen Beispiele dieser Textsorte. Parallel zur Edition von Frischs Text, der auf eine Vielzahl von Erzählungen in englischer und französischer Sprache zurückgreift, versucht das Forschungsprojekt, eine typologische Analyse dieser Berichte vorzunehmen, wobei das Textkorpus schrittweise auf anderssprachige Erlebnisberichte ausgeweitet wird. Im Gegensatz zur bestehenden, vornehmlich historisch ausgerichteten Forschung konzentriert sich das eingereichte Projekt auf die literarischen Implikationen der Erlebnisberichte. Diese Erzählungen mit ihrer Betonung von Individualismus und Realismus werden als eigenständige literarische Textsorte betrachtet, die narrative Elemente des modernen Romans um mehr als ein Jahrhundert vorwegnimmt und damit eine Katalysatorfunktion in der Entwicklung narrativer Prosa besitzt.
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Der Südtiroler Autor Joseph Zoderer – Neuverortung und kritische Neubewertung des Gesamtwerks unter Einbeziehung des erstmals zugänglichen Vorlasses

Geldgeber: FWF
Projektleitung: 
Sieglinde Klettenhammer
Projektdauer:
 2014-2017

Das Forschungsprojekt ist der kritischen Untersuchung und Neubewertung des literarischen Werks von Joseph Zoderer, dem wohl bedeutendsten zeitgenössischen Schriftsteller Südtirols, gewidmet. 
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IMAGES – BILDER, die man sich macht. Ein interdisziplinäres Projekt zu Kulturbegegnung, Armut und Migration

Projektleitung: Veronika Bernard (Innsbruck), Serhan Oksay (Istanbul)
Projektdauer: 2010-2014
Projektentwurf

Stufe 2 des IMAGES Projektes ("Images of the Poor") wurde gemeinsam mit 14 weiteren Projekten aus Österreich zur Teilnahme am HERA Matchmaking Event in Berlin am 21. Februar 2012 ausgewählt.
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Wiederholte Spiegelungen – Reflexionsprozesse zwischen Texten, Medien, Sprachen, Religionen und Kulturen

Geldgeber: Eurasia-Pacific Uninet
Projektleiter:
Sebastian Donat (Universität Innsbruck)
KooperationspartnerInnen:
Seoul National University: Young-Jin Choi, Young-Ae Chon, Ihmku Kim, Universität Innsbruck: Dunja Brötz, Brigitte Rath
Projektdauer:
2011-2012

Ausgangspunkt und verbindendes Moment des Gesamtprojekts ist Goethes Konzept der wiederholten Spiegelungen. Die zentrale Idee ist dabei, dass mehrfache Reflexionen ein und desselben Gegenstands zu dessen geschärfter und vervollständigter Wahrnehmung führen können. Diese Experimentieranordnung aus seinen optischen Studien hat Goethe im Umkreis seiner – in den letzten Jahren ins Zentrum literatur‑ und kulturwissenschaftlicher Diskussion gerückten – Überlegungen zur Weltliteratur zu einer zentralen Gedankenfigur entwickelt.
In den insgesamt fünf Teilprojekten werden komplexe Interdependenzverhältnisse zwischen heterogenen Texten, Medien, Lebensbereichen, Religionen sowie Kulturen beschreibbar gemacht und die in ihnen enthaltenen spezifischen künstlerischen Möglichkeiten herausgearbeitet. Denn ein frappierend moderner Zug in Goethes später Schaffensphase besteht einerseits in der Anerkennung der wechselseitigen Alienität unterschiedlicher kultureller Positionen, d.h. ihrer prinzipiellen Eigenständigkeit jenseits etwaiger hegemonialer Leitkategorien, und andererseits in dem festen Vertrauen darin, dass diese prononcierte Fremdheit der Standpunkte bei der Kommunikation in Zweier‑ oder Mehrfachanordnungen ein immenses reflexives Potential zu entfalten vermag. Das Prinzip der »Emporsteigerung« von Phänomenen im Zuge ihrer (mehrfachen) Spiegelung bzw. Vermittlung kennzeichnet dabei nicht nur die Untersuchungsgegenstände der Einzelprojekte, sondern es bildet auch die Grundlage der konkreten Zusammenarbeit der LiteraturwissenschaftlerInnen aus Ostasien und Zentraleuropa. Ganz bewusst soll das in der Verschiedenheit der wissenschaftlich-kulturellen Backgrounds liegende kommunikative und reflexive Potential genutzt werden.



Figurations of Italian Migration in International Cinema


Geldgeber: BMWF, Land Tirol, Land Vorarlberg, Autonome Provinz Bozen, Schweizer Botschaft, Embassy of the United States of America, Fürstliche Kommerzienratstiftung Guido Feger
Projektleitung:
Sabine Schrader, Daniel Winkler
Projektdauer: 2010-2013

Migration und Staatsbildung sind in Italien vielleicht so eng miteinander verknüpft wie die Geschichte des Films mit der Nationsbildung, wird doch der Historienfilm zum Film par excellence Italiens. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert migrieren zahlreiche Süditaliener in den Norden Italiens und nach Amerika, während im italienischen Stummfilm der geeinten Nation heroische Bilder verliehen werden, die lange nachwirken. Die verschiedenen Ausprägungen des Migrationskinos erzählen demgegenüber seit den 1950er Jahren, oft retrospektiv, von einem Italien, das neben dem Masternarrativ der Familie v.a. von dem der Krise bzw. dem vom (historischen) Mythos Amerika und Nordwesteuropa geprägt ist – sei es in Form einer projektiven Identifizierung der Emigrant/innen oder eines (Genre-) Spiels.
Italien ist durch Migrationserfahrungen stärker geprägt als viele anderen europäischen Länder: durch eine bis heute währende interne Migration von Süd nach Nord, die im Neorealismus einen starken Wiederhall findet, eine Massenemigration, v.a. nach Westeuropa und Süd-/Nordamerika, die im kollektiven Imaginären auch mit dem Mafiafilm verbunden ist, sowie eine erst wenige Jahre andauernde Immigrationsbewegung aus dem südöstlichen Mittelmeerraum, die im Rahmen des Nuovo Cinema Italia der letzten Jahrzehnte ihre filmische Verarbeitung erfährt. Diese drei Formen der Migration sind nicht nur cinematographische Sujets, sondern prägen die italienische Filmgeschichte auch auf der Genreebene, tragen u.a. zum Stellenwert des Historiendramas in der italienischen Filmgeschichte bei. Grundsätzlich sollen kulturwissenschaftliche mit filmästhetischen Fragen gekreuzt werden, dabei würden wir uns wünschen, wenn – von Einzelstudien ausgehend – ein Überblick über die jeweils relevanten Genres und die damit einhergehenden Repräsentationsformen der Migration entsteht:

  • Über welche ästhetischen Verfahren und Filmgenres werden welche Narrative bzw. Figurationen der Migration vermittelt?
  • Wie ist das Verhältnis von klassischen Genres (Melodram, Historienfilm, Mafiafilm) und Genrehybridisierung?
  • Wie werden Migrationserfahrungen authentifiziert bzw. metaphorisiert?
  • Wie wird Bewegung im Film realisiert? Wie ist das Verhältnis von offenen und geschlossenen Räumen?
  • Wie können sich im italienischen Kontext im Vergleich zu anderen europäischen Kinos Genres wie das (E-)Migrationskino in Hinblick auf die Produktion und die Filmgeschichtsschreibung etablieren?



Passages et ancrages en France. Dictionnaire des écrivains migrants de langue française (1981-2011)

Projektleitung: Ursula Mathis-Moser, Birgit Mertz-Baumgartner
ProjektkoordinatorInnen:
Charles Bonn (Lyon), Jacques Chevrier (Paris), Dominique Combe (Paris/Oxford), Paul Dirkx (Nancy), Susanne Gehrmann (Berlin/Laval), Pierre Halen (Metz), Ursula Mathis-Moser (Innsbruck), Birgit Mertz-Baumgartner (Innsbruck), Julia Pröll (Innsbruck)
Redaktionelle Mitarbeit
: Melanie Fessler (Innsbruck)
Projektdauer:
2006-2012

Projektteil: TWF-Projekt (UNI-0404-788)
Publikation der Ergebnisse: März 2012 (Paris, Honoré Champion)
Präsentationen des Projekts:

Ursula Mathis-Moser: "MigrationsautorInnen in Frankreich (1981-2008): ein 'literarisches Lexikon'". In: Moderne. Kulturwissenschaftliches Jahrbuch (Migration) 4(2008), 232-235. Ursula Mathis-Moser – Birgit Mertz-Baumgartner: "Écrire en français quand on vient d’ailleurs, le dictionnaire des écrivains migrants." In: Hommes et migrations 1288 (novembre-décembre 2010), 110-116.

Ziel des Forschungsprojekts "MigrationsautorInnen in Frankreich (1981-2011)" ist es, ein dictionnaire raisonné mit dem Titel Passages et ancrages en France. Dictionnaire des écrivains migrants de langue française (1981-2011) zu erstellen. Das Literaturlexikon französischer MigrationsautorInnen, die im Zeitraum von 1981 bis 2011 literarisch tätig sind, greift die forschungsleitende Kernfrage des FSP "Kulturen in Kontakt" nach dem "kreativen Potential der Migration" insofern auf, als es darum geht, jene nicht auf französischem Territorium (also auch nicht in den französischen Überseegebieten) geborenen AutorInnen zu identifizieren, die im Erwachsenenalter - als Richtlinie wurden 15 Jahre angesetzt - nach Frankreich emigriert sind, in Frankreich bzw. aus der Migrationserfahrung selbst die wesentlichen Impulse für ihr Schreiben beziehen, in französischer Sprache schreiben und in französischen Verlagen publizieren. Der Zeitraum 1981 bis 2011, der mehr als dem einer "Generation" entspricht, erklärt sich zum einen aus der seit den 1980er Jahren weltweit deutlich verstärkten Mobilität, zum anderen aus der neuen politischen Konstellation in Frankreich. Dabei kann Frankreich in der Folge – und das ist zunächst der Regelfall - zum neuen Lebensmittelpunkt der AutorInnen werden; es ist aber durchaus auch möglich, dass die AutorInnen im weiteren Verlauf ihrer individuellen Lebensgeschichten in ein drittes Land "weiterwandern", in das Heimatland zurückkehren oder sich für das Pendeln zwischen zwei oder mehreren Wohnsitzen, von denen sich zumindest einer in Frankreich befindet, entscheiden. Passages et ancrages soll dieser grundsätzlichen Möglichkeit Ausdruck verleihen. Der Begriff "écrivains migrants" dagegen verweist zum einen auf ein universelles Phänomen, das spätestens seit den 1980er Jahren in Nordamerika als solches – nämlich als "Migrationsliteratur" - bezeichnet wurde und zu dessen Konzeptualisierung die Projektleiterinnen wiederholt publiziert haben; zum anderen unterstreicht er die Bedeutung der Migrationserfahrung als den das Schreiben auslösenden oder stimulierenden Faktor, auch wenn im literarischen Werk selbst diese Primärerfahrung nicht thematisiert werden sollte. Die dadurch bedingte Fokussierung auf die erste Generation der Einwanderer oder "Durchwanderer" und nicht auf deren bereits im französischen Schulsystem sozialisierte Kinder erlaubt es, der forschungsleitenden Kernfrage des "kreativen Potentials der Migration" möglichst nahe zu bleiben; sie impliziert umgekehrt aber auch den Verzicht auf große Namen von AutorInnen der zweiten Generation bzw. im Fall maghrebinischer Einwanderer der Generation der Beurs.
Die Veröffentlichung des Nachschlagewerks, das im Sinne einer "geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschung" (Ette, lendemains 125/2007, 10) auf eines der brisantesten Probleme der extremen Moderne Antworten sucht, ist für Frühjahr 2012 geplant.



La Scapigliatura. Schreiben gegen den Kanon. Italiens Weg in die Moderne


Geldgeber: DFG
Projektleitung: Sabine Schrader
Projektdauer: 2006-2012
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Passeurs culturels entre la Chine et la France. Sino-französische Übersetzungen. Eine kommentierte zweisprachige Anthologie

Projektleitung:
Julia Pröll
Projektdauer: 2008-2012
Publikation der Ergebnisse: 2012 (Innsbruck, iup)
 
Die Publikation will die Werke von MigrationsautorInnen chinesischer Herkunft, die in Frankreich leben und schreiben (unter ihnen auch der Nobelpreisträger des Jahres 2000 Gao Xingjian), einem breiteren Publikum zugänglich machen. Sie möchte an Fremde(s) schreiben anschließen – einem von mir gemeinsam mit Ursula Moser herausgegebenen Band – der bereits Texte von 'auteurs venus d'ailleurs' versammelte und unter dem Gesichtspunkt einer neuen transkulturellen 'littérature-monde' vorstellte. In der derzeit in Arbeit befindlichen Anthologie geht es ebenfalls nicht nur um die bloße unkommentierte Zusammenstellung 'prägnanter' Werkausschnitte auf Französisch und – sofern vorhanden – in deutscher Übersetzung. Wichtig sind vor allem die Erläuterungen zu den gesetzten thematischen Schwerpunkten, die sich als Lektürehilfe und Anhaltspunkt zur Interpretation verstehen. Durch diese Aufbereitung eignet sich die Anthologie auch sehr gut als Lehrbehelf im Französischunterricht an Höheren Schulen. Angeregt durch einen "Umweg über China" (Jullien 2008, 7) – ein China, das im Band als eine (in produktivem Sinn) destabilisierende "Heterotopie" (Foucault 2002, 39) verstanden wird – soll der Leser in den Texten nicht nur transkulturelle Räume und "Formen sprachlich-kultureller Hybridität" (Hu 2005, 102) erkunden, sondern auch vermeintliche Selbstverständlichkeiten des westlichen Denkens in Frage stellen.



Migrationsliteraturen in Europa
Ein Buchprojekt von
: Eva Binder und Birgit Mertz-Baumgartner
Publikation der Ergebnisse: 2012 (Innsbruck, iup) 

Ziel des Buchprojektes ist es, neue und differenzierte Perspektiven auf das gesell­schaftlich und gesellschaftspolitisch relevante Phänomen der Migration zu werfen, indem das „Spielfeld“ der Literatur und damit künstlerische bzw. fiktionale Texte in den Blick genommen werden. In dem 2012 erscheinenden Band werden die Ergebnisse einer interdisziplinären Ringvorlesung an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck präsentiert, die im SS 2010 abgehalten und von Eva Binder und Birgit Mertz-Baumgartner organisiert wurde. Den Ausgangspunkt der Ringvorlesung bildete einerseits die Frage, wie sich MigrationsautorInnen in den europäischen Ländern zu den Nationalliteraturen positionieren, wie sie von diesen rezipiert werden und wie sie diese destabilisieren und verändern. Andererseits stand die Frage im Mittelpunkt, wie litera­rische Texte Migrationserfahrungen ästhetisch gestalten und ob es so etwas wie eine Ästhetik der Migrationsliteratur, d.h. spezifische literarische Gestaltungsmuster, gibt. 
Der Sammelband, der bei Innsbruck University Press (IUP) erscheinen wird, umfasst 11 wissenschaftliche Beiträge und die besten 6 studentischen Essays, die aus der Lehr­veranstaltung hervorgegangen sind. Im Mittelpunkt der einzelnen Beiträge stehen zum überwiegenden Teil zeitgenössische literarische Texte von AutorInnen, die in Migrationssituationen leben oder diese thematisieren. Den Kristallisationspunkt der Text­analysen bilden Fragen nach der ästhetischen Gestaltung der Migrationserfahrung, wobei Kategorien wie die des Raumes (Inszenierung von Grenze und Grenzübertritt; Motiv der Reise und der Wanderschaft; Zwischenräume im Sinne des „third space“), der Erzählmodalitäten (Pluriperspektivität, Doppelgänger etc.) oder der sprachlichen Gestaltung (Code-switching, Bilingualismus, Übersetzung, Pseudoübersetzung) im Mittelpunkt der Analyse stehen.



Identität und Alterität in den Romanen von Shan Sa.
Promotionsprojekt gefördert durch ein DOC-Stipendium der ÖAW (22766)


Projektleitung: Melanie Fessler
Projektdauer: 2010-2012

Das Dissertationsprojekt untersucht das Romanwerk einer französischen Autorin chinesischer Herkunft, einer Stimme der so genannten "Migrationsliteratur(en)". Die literarische Produktion von Shan Sa, die auf Französisch schreibt und publiziert, obwohl dies nicht ihre Muttersprache ist, stellt den Konnex von Sprache, Nation und Territorium in Frage. Weder der Begriff ‚französische (National)literatur‘ noch der Terminus ‚frankophone Literatur(en)‘ können das komplexe Feld dieser ‚Migrationsliteratur(en)‘ erfassen. Der angestrebten Dissertation wird deshalb das von den SchriftstellerInnen selbst ins Spiel gebrachte offene Konzept einer ‚Welt-Literatur in französischer Sprache‘ zugrunde gelegt. Dadurch soll ein Beitrag dazu geleistet werden, die zeitgenössische französische Literatur neu zu definieren und dabei der transkulturellen Realität Rechnung zu tragen. Denn wie die Texte von Shan Sa verdeutlichen, wirkt die Migrationserfahrung stimulierend in Hinblick auf den kreativen Schreibprozess und regt gleichzeitig zum Nachdenken über Konzepte wie ‚Kultur‘, ‚Nation‘ und ‚Identität‘ an. Ziel der Analyse ist es zu verfolgen, wie die Autorin das kreative Potenzial der Migration nutzbar macht und welche Visionen von Kultur und Geschichte sie dabei artikuliert. Shan Sa verwendet in den Romanen ihre Position als Migrantin, um aus einer neuen, veränderten, ‚fremden‘ Perspektive Geschichten über China, den asiatischen Kontinent aber auch Frankreich im Kontext einer globalisierten Welt zu erzählen. Zugleich inspiriert sie die Exilerfahrung dazu, die transkulturellen Transformations-prozesse unserer Gesellschaften zu thematisieren, indem sie mit Vorliebe durch den Kulturkontakt entstehende Vermischungsprozesse darstellt und Figuren mit hybriden, sich ständig wandelnden Identitäten präsentiert. Ihre Protagonisten sind dabei meist weibliche Figuren, die ihre jeweilige Stellung als Frauen in männlich dominierten Gesellschaften auf unterschiedliche Weise definieren. Darüberhinaus verwendet Shan Sa ihre Romane dazu, das persönliche Trauma des Massakers vom Platz des Himmlischen Friedens aufzuarbeiten und sich davon ‚freizuschreiben‘. Ziel dieser Dissertation ist die Publikation einer Monographie zur Schriftstellerin Shan Sa, da bisher weder im deutschsprachigen noch im französischsprachigen Raum eine vergleichbare Einzelstudie existiert.



VinoLingua. Sprachenlernen verbindet die Weinregionen Europas.
EU-Projekt (93923)

Projektleitung: Eva Lavric
ProjektmitarbeiterInnen der Universität Innsbruck: Ursula Mathis-Moser (KiK), Angelo Pagliardini (KiK), Barbara Hinger, Irmgard Rieder
Projektpartner: linguistics_innovation e.U., Wien (AT), Landwirtschaftliche Fachschule für Wein- und Obstbau, Krems (AT), Università per Stranieri di Siena (IT), Autonome Prov. Bozen - Südtirol, Fachschule für Obst-, Wein- und Gartenbau Laimburg (IT), Fundación General de la Universidad de Valladolid (ES), ToLingua Escuela de Español, Toro (ES), Université de Bourgogne, Dijon (FR), Centre de Formation Professionnelle et de Promotion Agricole de Beaune (FR)
Projektdauer: 2010–2012 (vorläufiges Ende)

Die Zielgruppe der Weinbauern/-bäuerinnen mit ihren typischen Klein- und Mittelbetrieben wurde im Fremdsprachenunterricht bislang nicht ausreichend gefördert. Die derzeitige wirtschaftliche Situation, die Suche nach neuen Absatzmärkten und die Öffnung der Grenzen stellen die Zielgruppe vor neue Herausforderungen, für die Fremdsprachenkenntnisse auf dem Arbeitsmarkt unumgänglich sind.
Projektziel ist die Erarbeitung von Grundlagen und Motivationsstrategien für den Fremdsprachenerwerb für WinzerInnen über das Thema „Wein“, in Anlehnung an den Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (A1, A2, B1), der für den Fachsprachenbereich adaptiert wird. Die einleitende Bedarfsanalyse ermittelt sprachliches Anforderungs­profil und  Medienpräferenz der Zielgruppe. Gemäß Bordeaux-Kommuniqué bietet die didaktisch-methodische Ausarbeitung Zugang zum Fremdsprachen­erwerb über nicht formales und informelles Lernen.
Über das Projekt wird ein sprachlicher und kultureller Zusammenhang von deutsch- und romanisch­sprachigen Regionen der EU durch das Thema Wein hergestellt, der über Film, Projekt-Werbefolder, mehrsprachiges Booklet zur Weinfachsprache, Weinregionen- und Nachhaltigkeitsbroschüre verdeutlicht wird. Der Zugang der Zielgruppe zum Sprachenlernen wird durch die Wahl der Medien gefördert: ein filmtechnisch aufbereitetes Lernvideo und IKT-unterstütztes Lernen auf der multilingualen Projekthomepage mittels Podcasts, Mailingversand von kurzen Lerneinheiten und Webquest-Aktivitäten sowie einer Diskussions- und Lernplattform. Das Projekt erarbeitet Grundlagen und Materialien für eine europaweite Koordination von Fremdsprachenausbildungen im Bereich „Wein“.
Nachhaltig sollen die Projektergebnisse in die nationalen Bildungsprogramme für Wein­bauern/Weinbäuerinnen mit Bezug auf Europass, EQR und ECVET und in Nachfolgeprojekte mit Ausweitung des Ansatzes aufgenommen werden. Über bekannte Sprachen mit globaler Dimension wie die Projektsprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch werden ein leichterer Einstieg ins Sprachenlernen, bessere Vernetzung und Wettbewerbsfähigkeit erwartet.

 

An den Grenzen der Sprache
Ein Buchprojekt von Peter J. Holzer, Manfred Kienpointner, Julia Pröll, und Ulla Ratheiser. Innsbruck, iup, 2011. 298 pp.

Projektdauer:
2009-2011

Der Band versammelt die Ergebnisse der Tagung An den Grenzen der Sprache. Kommunikation von Unsagbarem im Kulturkontakt, die vom 18.-19. Dezember 2009 an der Universität Innsbruck im Rahmen des Forschungszentrums Kulturen in Kontakt stattfand. Die Beiträge aus unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Disziplinen untersuchen das Phänomen der Grenze des sprachlich Ausdrückbaren in verschiedenen Formen des Kulturkontakts unter folgendem Gesichtspunkt: wie wird, aus linguistischer, literaturwissenschaftlicher und translationswissenschaftlicher Sicht das Problem des Kommunizierens von quasi Unsagbarem gelöst. Ausgegangen wird dabei von der Annahme, dass es teils kulturspezifische, teils universelle Konzepte gibt, die sich der sprachlichen Kommunikation nahezu entziehen. Durch die oftmals traumatischen Erlebnisse, die gewisse Arten des Kulturkontaktes, wie zum Beispiel Migration, mit sich ringen oder bedingen, erfährt dieses Problem eine Zuspitzung, die die KommunikatorInnen zu unterschiedlichsten Strategien und Ausdrucksmitteln greifen lässt. Im Mittelpunkt des Interesses steht aber nicht nur das (scheinbar) Nicht-Kommunizierbare, sondern vor allem auch die Kreativität, mit der Sprachgrenzen erweitert, verschoben bzw. unter Umständen auch aufgehoben werden.



Dialogische Beziehungen und Kulturen des Dialogs. Analysen und Reflexionen aus komparatistischer Sicht:
Norbert Bachleitner, Manfred Schmeling, Jürgen Wertheimer und Karl Zieger
Ein Buchprojekt von Beate Burtscher-Bechter und Martin Sexl, StudienVerlag (= Comparanda, 16): Innsbruck, Studienverlag, 2011, 271 pp.

Angesichts der zunehmenden Vernetzung der Welt, wachsender Migrationsbewegungen und dem damit einhergehenden vermehrten Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen kam es in den Literatur- und Kulturwissenschaften während der vergangenen beiden Jahrzehnte zu einer verstärkten Forderung nach Dialog. Diese Entwicklung impliziert jedoch ein neues, anderes Verständnis von Dialog, das davon ausgeht, dass Sprache geschichtliche Ereignisse und Unterschiede zwischen Kulturen nicht nur reflektiert, sondern auch produziert. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung und dem damit einhergehenden Interesse am Dialog zwischen den Kulturen setzen sich die Beiträge dieses Bandes aus komparatistischer Sicht sehr fokussiert mit dem Phänomen "Dialog" auseinander.
In ihren umfassenden literaturwissenschaftlichen Studien arbeiten die vier Autoren sowohl die Tücken und die Gefahren des Dialogs als auch die Chancen und Möglichkeiten heraus, die jedes dialogische Verhältnis in sich birgt. Sie verweisen auf Missverständnisse, erforschen Verzerrungen in der Wahrnehmung und warnen vor allzu optimistischen Erwartungen, die vor allem in den interkulturellen Dialog gesetzt werden. Die Analysen von dialogischen Beziehungen und Kulturen des Dialogs, die Illustration ihrer Funktionsmechanismen und die Darstellung ihrer poetischen Form erfolgen vor allem am Beispiel des Kulturkontakts bzw. des Kulturtransfers zwischen Deutschland und Frankreich bzw. zwischen Österreich und Frankreich im 19. und 20. Jahrhundert.



Gender, Interkulturalität und Film
Lehrkooperation mit der Universität Siegen

Projektleitung:
Sabine Schrader
Projektdauer: SS 2011
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Goethes "West-östlicher Divan" und seine Übersetzung im Spannungsfeld von Weltliteratur, Orientalismus und Okzidentalismus


Mittelgeber:
Eurasia-Pacific Uninet
Projektleiter
: Sebastian Donat (Universität Innsbruck)
KooperationspartnerInnen:
Young-Ae Chon (Seoul National University), Hong-Bae Lim (Koreanische Goethe-Gesellschaft)
Projektdauer:
1.3.2010-31.12.2010

Das Projekt zielt auf die Entwicklung und Erprobung eines innovativen orientalistisch-okzidentalistischen Zugangs zu Goethes Idee der Weltliteratur, die sich als leistungs- wie durchsetzungsfähige und zugleich humanistische Perspektiven eröffnende Kommunikationsform zu einem Leitgedanken der modernen Gesellschaft entwickelt hat.
Dabei geht es darum, sich dem weltliterarischen Potential und der besonderen interkulturellen Herausforderung von Goethes später Gedichtsammlung »West-östlicher Divan« auf spezifische Weise zu nähern: Im Zentrum stehen die koreanischen Divan-Übersetzungen (zwei publizierte und eine im Manuskript weitgehend abgeschlossene), die getreu der Goetheschen Idee der ›wiederholten Spiegelungen‹ nicht allein als Transferformen, sondern auch als Reflexionsmedium untersucht werden sollen. Der orientalistischen Perspektive des deutschen Werks (wie auch seiner Übersetzungen in europäische Sprachen) steht dabei die okzidentalistische Blickrichtung der fernasiatischen Kultur auf den vorderen Orient gegenüber.



Images of Africa(ns) in British Drama, 1696-1838

Mittelgeber
:Verein Südtiroler Bildungszentrum - Forum zur Kultur- und Sprachverwaltung
Projektleiter: Ulrich Pallua (Universität Innsbruck)
Projektdauer: 1.3.2010-22.11.2010

Das Projekt konzentriert sich auf die Analyse und Dekonstruktion von stereotypisierten Bildern von Afrikanern, die in den Dramen der Abschaffungsperiode offenkundig oder unterschwellig transportiert wurden; gleichzeitig erfasst es deren Veränderung in der ausgewählten Periode und untersucht deren zugrunde liegende Begründungen. Anhand einer postkolonial-diskursanalytischen Methode werden teils kanonisierte, teils in Vergessenheit geratene Dramen der Abschaffungsperiode in Verbindung mit ihrer Rezensionsgeschichte aufgearbeitet. Dieses Projekt steht somit im Zeichen neuerer Untersuchungen, da sich seine kritische Auseinandersetzung mit Rassismus und Ethnozentrismus - zwei Bestandteile sozialer, zwischenmenschlicher und interkultureller Kommunikation - auf jene Zeitperiode konzentriert, als die Stereotypisierung von Menschen und Völkern einerseits hinterfragt wurde, andererseits sich jedoch auf pseudo-wissenschaftlich legitimierte Anschauung zu stützen begann.



Imagined Wars. Mediale Rekonstruktionen des Krieges

Ein Buchprojekt von Martin Sexl und Arno Gisinger. Innsbruck, iup, 2010. 174 pp.
Projektdauer: 1.7.2008-20.4.2010

Kriege sind real, aber wie Nationen, Gesellschaften, der Klimawandel oder die Verteilung von Armut und Reichtum sozial konstruiert. Es ist also nicht ganz 'natürlich', dass es Kriege gibt, sondern kulturell bedingt: Kriege entstehen durch die Verwendung von Zeichen. Die Bezeichnung und Beschreibung von Ereignissen ist also nicht einfach ein Versuch, etwas im Nachhinein kommunikativ zugänglich zu machen - davon zu berichten und darüber zu informieren -, vielmehr ist dieser Versuch der medialen Rekonstruktion Teil des Konstruktionsprozesses selbst.

Das vorliegende Buch präsentiert zwei Essays, die einen solchen Konstruktionsprozess darstellen und gleichzeitig reflektieren: Der Textessay von Martin Sexl entwickelt eine Kritik der Verwendung von fotografischem Material in der Konstruktion von Kriegen und im Berichten darüber, der Fotoessay von Arno Gisinger demonstriert in einer gegenläufigen Bewegung, dass Fotografien nicht zwangsläufig einer Logik der Abbildung folgen müssen, sondern auch eine Erzählung aufspannen können, welche den 'Zwang zur Abbildung' unterläuft. Beide Essays werden gleichsam 'durchquert' von grafischen Arbeiten Magnus Pöhackers, welche die vereinfachende Gegenüberstellung von Text und Bild durchbrechen und erweitern.



Wissensmanagement und Übersetzungsstrategien beim fachsprachlichen Übersetzen vom Deutschen in kleinere europäische Sprachen
EU-Projekt: Erasmus Intensivprogramm WISSTRANS (P6130-013-011)

Projektleitung: Sigmund Kvam, Østfold University College Halden (Norwegen)
beteiligte Institutionen: Ionian University Korfu (Griechenland), Århus Business School (Dänemark), Ventspils University College (Lettland), University College Halden (Norwegen), Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (Österreich)
ProjektmitarbeiterInnen der einzelnen Partnerinstitutionen: Marianne Grove Ditlevsen (Århus), Sigmund Kvam (Halden), Frode Lundemo (Halden), Anastasia Parianou (Korfu), Tina Paulsen Christensen (Århus), Valda Rudzisa (Ventspils), Muryel Derlon (Innsbruck), Cornelia Feyrer (Innsbruck)
Projektdauer: 1.9.2009 bis 31.8.2010

Das Projekt WISSTRANS steht für Wissensmanagement und Übersetzungsstrategien in fachsprachlichen Übersetzungen vom Deutschen in kleinere europäische Sprachen. Ziel von WISSTRANS ist es, zwei wichtige europäische Dimensionen hervorzuheben, nämlich einerseits die Thematisierung kleinerer Sprachen als eigenständige Zielsprachen im Übersetzungskontext und andererseits die wichtige Stellung des Deutschen als Ausgangssprache für den Fachsprachenkontakt in Europa. Inhaltlich wird im Rahmen von Strategieworkshops, egänzt durch flankierende Schwerpunkte zum Sachfach Medizin sowie zu text- und übersetzungswissenschaftlichen Fragestellungen, mit verschiedenen Übersetzungssituationen zum Thema ‚Jugenddiabetes‘ im Sinne einer funktions- und adressatengerechten Textproduktion gearbeitet. Eines der Hauptanliegen von WISSTRANS ist es, durch die Begegnung von Studierenden und DozentInnen aus dem deutschen und vier kleineren europäischen Sprachräumen translationsrelevante Aspekte der kulturellen Vielfalt unter Berücksichtigung von Sprach- und Kulturkontrast- bzw. Kulturkontaktphänomenen in einer außergewöhnlichen Breite aufzugreifen und anhand realistischer Arbeitssituationen konkret umsetzbar zu machen.



Food and Language. Sprache und Essen
Ein Buchprojekt von Eva Lavric und Carmen Konzett. InnTrans. Innsbrucker Beiträge zu Sprache, Kultur und Translation. Bd.2. Hg. Cornelia Feyrer und Peter Holzer. Frankfurt am Main, et al., Peter Lang, 2009. 404 pp.

Projektdauer: 2006–2009

Essens- und Trinkensdiskurse stehen im Schnittpunkt von Alltagssprache, Werbe- und Fachdiskursen, Medien (Internet, Fernsehen, Oper, etc.) und Literatur. Speisennamen spiegeln Kulturkontakte, sind aber auch Werbeträger in Speisekarten; Gastro­nomie­­kritiken, Tisch­gespräche, Weinetiketten transportieren Stereotypen wie den Hausgemacht- oder den Ursprungsland-Effekt; von Gesundheit bis Tierschutz reicht schließlich die Ethik des Essens und Trinkens.
allgemeine Informationen zum Projekt "Kulturen und Kulinaria", über die Forschungsgruppe Kulturen und Kulinaria



Russische Moderne und Intermedialität - Literatur und Film
TWF-Projekt (AP641011)

Projektleitung:
Dunja Brötz
Projektdauer: 01.01.2009 - 28.9.2009

Das Projekt zielt explizit auf eine Verbindung zwischen slawistischer und komparatistischer Forschung ab. Konkret sollen dabei Ansätze des intermedialen Forschungsbereichs "Literatur und Film" mit slawistischer Forschung zur russischen Moderne verknüpft und mittels komparatistischer Analyse bewertet werden. Als einende, interdisziplinäre Konstanten werden dabei zwei weitere, in den letzten Jahren viel beachtete Forschungsgebiete fungieren: Zum einen die im Rahmen feministischer Theorien und Gender Studies thematisierte Untersuchung von Frauenfiguren in unterschiedlichen Medien, und zum anderen die im Rahmen soziologischer, kommunikationswissenschaftlicher und psychoanalytischer Ansätze entwickelte Untersuchung nonverbaler Ausdrucks- und Kommunikationsmittel in der Kunst. Das reichhaltige Anregungspotential, das die russische Moderne medienübergreifend in die Wechselbeziehung zwischen Literatur und Film einbringt, soll dabei paradigmatisch an ausgewählten Werken Puschkins, Dostojewskis und Tschechows verdeutlicht werden.



English Literature and Slavery 1772-1834:
From the Beginning of the Abolitionist Movement to the Abolition of Slavery
FWF-Projekt (
P17707)

Projektleitung: Wolfgang Zach
Projektmitarbeiter: Ulrich Pallua, Adrian Knapp
Projektdauer: 2005-2009

The innovative aspect of our project English Literature and Slavery 1772-1834: From the Beginning of the Abolitionist Movement to the Abolition of Slavery consists in critically analysing literary and non-literary texts written at and around identified key dates (1772, 1787, 1807, 1823, and 1833). This has resulted in a thorough reappraisal of the discourse on slavery in Great Britain during this period. In its analysis, the project focuses on the paradigmatic changes in the discourse on slavery, focusing on finding out about the rhetorical and aesthetic strategies in texts of different genres and on identifying the argumentative patterns – e.g. religious, economic, national, racist, humanitarian, and legal - in these texts by British writers dealing with the topic.
In the course of the project we have come across some new aspects that are central to the abolition of the slave trade (1807) and slavery as an institution (1833). Since the project focuses on the analysis of pro- and anti-slavery/slave trade arguments, it has been of utmost importance to include periodicals and parliamentary papers of that period as they are an invaluable source regarding public opinion and political reasoning. Moreover, the study of racial discourse in periodicals and parliamentary papers makes an essential contribution to the ongoing discussion about racism since modern forms of slavery and racism pose a great challenge to modern society and 18th century slavery and its negative portrayal of Africans still have serious repercussions on racial issues today.

 

Beiträge zur Studienausgabe Franz Tumler
FWF-Projekt (P18681)

Projektleitung: Johann Holzner
Projektmitarbeiterin: Barbara Hoiß
Projektdauer: 01.04.2006-01.04.2009

Die wesentlichen Ziele des FWF-Projekts sind:
a) die inhaltliche, literaturwissenschaftliche Auswertung des erhobenen empirischen Datenmaterials (der Archivalien), das heißt Prüfung der verschiedenen Fassungen der Primärliteratur, der biografischen und zeitgeschichtliche Kontexte, sowie Zusammenschau aller werk- bzw. literaturgeschichtlichen Studien zu Franz Tumler
b) die Kommentierung des Romans Der Schritt hinüber, ferner der Texte, die poetologische Fragestellungen betreffen, und der zahlreichen Erzählungen, die oft unter verschiedensten Titeln und in den verschiedensten Medien veröffentlicht worden sind
c) die Transkription ausgewählter Materialien aus dem Nachlass, soweit dies für die wissenschaftliche Arbeit relevant ist
d) die Feinordnung und Datierung der relevanten Nachlassmaterialien aus dem im Brenner-Archiv befindlichen Nachlass Hermann Stuppäck
e) Recherchearbeiten zu editionswissenschaftlich relevanten Punkten, sei es zur Textgenese, zu Namens- bzw. Ortsfragen sowie zu historischen, psychologischen, philosophischen usf. Hintergründen
f) Publikationen der wichtigsten Erträge dieser Forschungsarbeiten.
Geplant ist eine Präsentation der Ergebnisse des Projektes u.a. in mehreren Aufsätzen und im Rahmen eines Tumler-Symposions, das vom Forschungsinstitut Brenner-Archiv vorbereitet wird.



Experiment der Freiheit – Renaissance und Revolution. Zwei Leitthesen zur russischen Moderne im europäischen Vergleich
FWF-Projekt (P18287)

Projektleitung: Maria Deppermann
Projektmitarbeiterinnen: Barbara Aufschnaiter, Dunja Brötz
Projektdauer: 01.09.2005-31.01.2008

Das Projekt wollte dazu beitragen, die russische Moderne in ihrer polaren Fülle und kreativen Disparatheit zu analysieren. Zentrale Leitthesen sind: das "Experiment der Freiheit" als künstlerisches Credo und Impuls für ästhetische Innovationen und die Problemspannung von "Renaissance und Revolution" als heuristisches Begriffspaar der Kulturtypologie. Sie verbinden exemplarisch drei zentrale Autoren: Puschkin als Gründerfigur, Dostoevskij als Portalfigur und Tschechow als Integrationsfigur der ästhetischen Moderne in Russland.



Literatur-Land-Karte Tirol

Projektleitung: Ursula Moser, Johann Holzner
Projektmitarbeiter/innen: Iris Kathan, Christiane Oberthanner, Sylvia Ainetter (bis 31.01.2007), Birgit Andrich (15.11.2006-15.03.2007, 15.05.2007-15.09.2007)
Projektdauer: 01.04.2006-31.03.2008
Website: Literatur-Land-Karte Tirol

Links:
FWF-Preis für Wissenschaftskommunikation
Bericht über die Preisverleihung mit Fotogalerie

"O was Tyrol für ein schönes Land iſt!"
(Brief an Caroline Herder. In: Johann Gottfried von Herder. Herders Reise nach Italien. Gießen 1859)

Tirol ist aufgrund seiner geografischen Lage in der Mitte Europas ein Anziehungspunkt für viele Reisende. Auch Autorinnen und Autoren verbrachten immer wieder Zeit in Tirol und nicht selten verarbeiteten sie ihre Eindrücke in ihren Werken. Das Projekt Literatur-Land-Karte Tirol, das vom Institut für Romanistik und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anderer Institute der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, insbesondere des Forschungsschwerpunkts Kulturen in Kontakt (KiK), unterstützt wird, beschäftigt sich seit April 2006 mit all jenen Zeugnissen, die Schriftsteller/innen über Tirol hinterließen. Von Interesse sind dabei sowohl die in Literatur und Lebenszeugnissen dokumentierbaren Wahrnehmungen Tiroler Autor/inn/en als auch jene Bilder, die Literaturschaffende des deutsch- und fremdsprachigen Auslandes von Tirol zeichneten. Neben Textbeispielen werden Daten zu Leben und Werk einzelner Autoren, Fotomaterial sowie Informationen zu den von den Dichtern beschriebenen Schauplätzen gesammelt, die einer breiteren Öffentlichkeit mittels verschiedener Medien zugänglich sind. Einerseits wird das bereits bestehende Internetlexikon Literatur in Tirol und Südtirol des Brenner-Archivs um ein Kompendium literaturhistorischer Orte erweitert. Ein eigenes Portal macht es dem User möglich, Tirol literarisch zu erkunden. Andererseits wird derzeit auch an einer Buchveröffentlichung gearbeitet – demnächst erscheint im Haymon Verlag ein auf Innsbruck bezogener literarischer Führer.
Mit der Veröffentlichung dieser Daten tritt die literaturwissenschaftliche Forschung aus dem Elfenbeinturm der Universität und präsentiert allen, die sich mit der "Hochkultur" wie mit der "Volkskultur" des Landes auseinander setzen möchten, eine Informationsbasis, die nicht nur nüchterne Fakten, sondern auch literarische Texte, Fotos, Faksimiles und am Ende auch einschlägige wissenschaftliche Darstellungen umfassen soll.
Im Oktober 2006 wurde das Projekt Literatur-Land-Karte Tirol vom FWF mit einem der 3. Preise für Wissenschaftskommunikation ausgezeichnet.

 

Der Einfluss der französischen Kulturpolitik 1945–1955 auf das literarische und kulturelle Leben in Vorarlberg und Tirol

Projektleitung: Johann Holzner
Projektmitarbeiter/innen: Sandra Unterweger, Verena Zankl, Roger Vorderegger
Projektdauer: 01.02.2006-30.06.2008

Ziel des Projekts ist es, die Verflechtungen zwischen der französischen Kulturpolitik in der sogenannten Besatzungszeit 1945–1955 und dem Kultur- bzw. Literaturschaffen in Westösterreich zu rekonstruieren. Die französische Besatzungsmacht versuchte ihren Einfluss v.a. über die Kulturpolitik geltend zu machen, beabsichtigte aber gleichzeitig eine Öffnung hin zu neuen Perspektiven für Kunst und Kultur, von denen Österreich während der NS-Zeit abgeschlossen war. Die einzigartigen Institutionen wie das 1946 eröffnete Institut Français unter der Leitung von Maurice Besset und Veranstaltungen wie die Hochschulwochen in St. Christoph, die maßgeblich von der französischen Besatzungsmacht mitgetragen wurden und sich von jenen der anderen Bundesländer in Österreich merklich unterschieden, nahmen einen nicht unbedeutenden Einfluss auf das kulturelle Klima in Tirol und Vorarlberg. Vor allem die Ausstellungen und Vorträge zu moderner Kunst am Institut Français, die Lesungen und das große Angebot an moderner französischer Literatur in der Bibliothek des Instituts beeinflussten Werk und Schaffen sowie Leben der Künstlerinnen und Künstler in Tirol und Vorarlberg. Entstehen soll ein Sammelband mit Aufsätzen zur kulturellen und literarischen Situation 1945–1955 mit einer Dokumentation anhand von Originaldokumenten wie Briefen, Manuskripten, Veranstaltungsprogrammen, Fotos oder Zeitungsartikeln und einer Auswahl charakteristischer Texte aus dieser Zeit.



Nachlässe österreichischer Autorinnen und Autoren in israelischen Archiven

Projektleitung: Johann Holzner
Projektdauer: 2004-2007 (vorläufiges Ende), Fortführung 2008

Das Projekt "Nachlässe österreichischer Autorinnen und Autoren in israelischen Archiven" wurde von Dr. Hanni Mittelmann (Center for Austrian Studies der Hebrew University Jerusalem) in Kooperation mit Prof. Dr. Johann Holzner (Universität Innsbruck, Forschungsinstitut Brenner-Archiv) geleitet. Bis Juni 2005 wurde das Projekt von Frau Alma Lessing M.A. (Hebrew University Jerusalem), anschließend wurde es von Herrn Reuven Rosenthal M.A. (Hebrew University Jerusalem) bearbeitet. Das Projekt wurde vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank gefördert.
Ziel dieses Projektes ist die Dokumentation und Erschließung der in israelischen Archiven aufbewahrten Nachlässe von aus Österreich bzw. den bis 1918 zur Habsburger Monarchie gehörenden Ländern stammenden Personen. Das Projekt ist interdisziplinär konzipiert und betrachtet sowohl die literaturwissenschaftlichen als auch die historischen, soziologischen und kulturellen Aspekte der Nachlässe. Entsprechend weit wurden auch die Aufnahmekriterien definiert. Das gesamte historische Gebiet Österreichs wird berücksichtigt und umfasst demnach die Länder der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie bzw. (seit 1918) der Republik Österreich. Zu den biographisch zu erfassenden Personen zählen sowohl die religiös motivierten Einwanderer, die im 19. Jahrhundert aus der Habsburger Monarchie nach Palästina kamen, als auch die im Zuge der zionistisch motivierten Einwanderungswelle vor und nach der Jahrhundertwende (seit 1882) Eingewanderten sowie die aus politischen und "rassischen Gründen verfolgten jüdischen Emigranten nach 1938.


Hotel Jugoslavija. Die literarische und mediale Wahrnehmung der Balkankonflikte.
Ein Buchprojekt von Martin Sexl und Arno Gisinger. Innsbruck, Studienverlag, 2008. ca. 208 pp.

TWF-Projekt (AP641008)
Projektdauer:
3.7.2006-30.6.2007

Kaum ein Ereignis hat das europäische Bewusstsein in den letzten Jahrzehnten so verstört wie die Kriege und Verbrechen der 1990er-Jahre im ehemaligen Jugoslawien. Diese Ereignisse haben Spuren hinterlassen, nicht nur in Form immer noch offener Wunden und Narben in den betroffenen Regionen, sondern auch in vielen Texten und Bildern, in Zeitungen und Zeitschriften, literarischen Werken oder zeitgeschichtlichen Publikationen, die versuchen zu erklären, zu beschreiben, anzuklagen oder zu korrigieren. Gerade diese sprachlichen und bildlichen Repräsentationen haben das Denken und die Wahrnehmung jener Menschen massiv geprägt, die an den Ereignissen Anteil genommen haben, ohne sie selbst zu erleben.
Martin Sexl und Arno Gisinger rücken nicht die zeithistorischen Ereignisse selbst, sondern die Zeichen, die sie beschreiben, das Erinnerte und das Erzählte in den Mittelpunkt ihrer Texte und Fotografien und unternehmen reale wie imaginäre Reisen zu Orten und Ereignissen, die die öffentliche Wahrnehmung der Ereignisse in Ex-Jugoslawien prägten und immer noch prägen.
Aus dem Projekt ging 2009 eine weitere, im Rahmen von KIK entstandene Publikation von Martin Sexl hervor: Zoran Konstantinović im Gespräch: Literatur - Wissenschaft - Gesellschaft - Politik. Der Band versammelt eine Reihe von Interviews mit dem österreichisch-serbischen Literaturwissenschaftler Zoran Konstantinović (1920-2007), die Martin Sexl im Sommer 2006 mit ihm führte. Nähere Informationen [hier]