Digitalisierungswerkstätte

Biblio­theca Stam­sen­sis digi­tal.

Auf den Spu­ren ver­streu­ter Bücher­schätze aus dem Zis­ter­zi­enser­stift Stams

Mit den Handschriften des 1273 gegründeten Zisterzienserstift Stams im Tiroler Oberinntal möchte die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Zusammenarbeit mit dem Stift Stams einen der größten erhaltenen mittelalterlichen Bücherbestände im Tiroler Raum online zugänglich machen. Die etwa 300 Handschriften, die sich seit der Aufhebung des Stiftes Anfang des 19. Jahrhunderts an der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol befinden, bilden mit den etwa 70 in der Stamser Stiftsbibliothek sowie Streubeständen in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart (vormals Fürstlich-Fürstenbergische Hofbibliothek Donaueschingen), der Staatsbibliothek zu Berlin, der Bayerischen Staatsbibliothek in München, im Prämonstratenser Chorherrenstift Wilten und im Zisterzienserstift Zwettl ein wertvolles Ensemble, das nun virtuell wieder zusammengeführt werden soll. Eine besondere Quelle stellen dafür der einzige im Tiroler Raum erhaltene mittelalterliche Bibliothekskatalog sowie eine seltene Entlehnliste aus der Frühzeit des Klosters dar.

Blick in die Stamser Stiftsbibliothek

Blick in die Stamser Stiftsbibliothek (Bildnachweis: Zisterzienserstift Stams)

 

Anlässlich des 750-Jahr-Jubiläums des Stiftes Stams 2023 digitalisiert die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol die Stamser Handschriften, die sich an der ULB Tirol sowie in der Stamser Stiftsbibliothek befinden, und stellt sie mit Erschließungsdaten und Ergebnissen der Wasserzeichenanalyse online. Bis Herbst 2024 sollen alle Handschriften Stamser Provenienz über die Digitale Bibliothek der ULB Tirol, über das österreichische Handschriftenportal manuscripta.at sowie den österreichischen Kulturpool abrufbar sein. Ergänzend bietet die künftige virtuelle Ausstellung „Bibliotheca Stamsensis digital. Auf den Spuren verstreuter Bücherschätze“ eine bestands- und institutionenübergreifende Rechercheplattform zu allen verstreuten Handschriften Stamser Provenienz. 

Damit wird nicht nur ein Beitrag zur Bewahrung und Zugänglichkeit dieses kulturellen Erbes geleistet, sondern auch die Voraussetzung für eine lohnende Tiefenerschließung und weitere Beforschung dieses einmaligen Quellenschatzes geschaffen. 

Digitalisierung und Erschließung sind durch eine Förderung des BMKOES (Förderprogramm „Kulturerbe digital“, 2023–2024) sowie in Eigenleistung der ULB Tirol möglich. Wasserzeichenanalyse und Präsentation in manuscripta.at erfolgen in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Zum Projekt: Libri Stamsenses (LiSt) – Digitalisierung, Erschließung und virtuelle Zusammenführung der mittelalterlichen Handschriften der Stiftsbibliothek Stams

 

Stams, Stiftsbibliothek, Cod. 13, Bl. 82r (Astronomisch-mathematische Sammelhandschrift. Frankeich, um 1300) (Bildnachweis: ULB Tirol)

 

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