Gruppe von rund 30 Personen auf den Treppen des Agnes-Heller-Hauses

Teilnehmer:innen des Cross-Border-Seminars CLIMATE-LAW

Kli­ma­schutz und Recht: Grenz­über­schrei­ten­der Aus­tausch

Welche rechtlichen Ansätze gibt es, um Klimaschutz von globalen Vereinbarungen bis zur lokalen Umsetzung wirksam zu gestalten? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studierende und Lehrende der Rechtswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten Innsbruck und Trient am 9./10.4.2026 in einem Cross-Border-Seminar im Rahmen des Euregio-Mobility-Programms.

Das Cross-Border-Seminar „Legal Pathways to Climate Action: Between Global Agreements and Local Realities - CLIMATE-LAW“ schafft Raum für fachlichen Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden über aktuelle Entwicklungen im Klimarecht. Es stellt studentische Forschungsarbeiten zu zentralen Fragen des nationalen, europäischen und internationalen Klimarechts in den Mittelpunkt. Am 7./8.5.2026 wird es an der Universität Trient fortgesetzt.

Disskussionen über gerechte Energiewende, Green Colonialism und Umweltrecht

In Innsbruck wurden unter anderem die Rolle von Verfassungen im Umgang mit dem Klimawandel sowie die Rechte indigener Bevölkerungsgruppen diskutiert. Weitere Beiträge widmeten sich der gerechten Energiewende, den Risiken eines „Green Colonialism“ im Zusammenhang mit Rohstoffabbau sowie den rechtlichen Konsequenzen von Greenwashing. Auch die Schnittstellen zwischen Digitalisierung und Umweltrecht wurden beleuchtet, etwa im Hinblick auf Umweltverträglichkeitsprüfungen für KI-Anwendungen.

Die Präsentationen boten Anlass für intensive Diskussionen, in denen unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und aktuelle Herausforderungen kritisch reflektiert wurden.

„Besonders spannend war für mich der Austausch mit Studierenden anderer Universitäten, da man neue Blickwinkel auf Themen gewinnt, die man sonst nur aus der eigenen Perspektive kennt“.

Valentina Pichler, Teilnehmerin des Seminars

Ein Höhepunkt des Seminars war die Keynote von Univ-Prof.in Elisabeth Gsottbauer, Direktorin des Centre of Sustainability an der Freien Universität Bozen-Bolzano. In ihrem Vortrag „The Economic Consequences of Climate Litigation“ beleuchtete sie die wirtschaftlichen Auswirkungen klimapolitischer Gerichtsverfahren und deren zunehmende Bedeutung.

Einblick in die Arbeit der Alpenkonvention

Ein weiterer spannender Programmpunkt war der Besuch des Ständigen Sekretariats der Alpenkonvention in Innsbruck. Dort erhielten die Teilnehmenden von Nathalie Morelle (Senior Executive Officer) und Maria Tischler (Legal Officer) wertvolle Einblicke in die praktische Umsetzung internationaler Umweltabkommen wie die Alpenkonvention sowie die Zusammenarbeit im Alpenraum mit einem Fokus auf Klimaschutz.

Kooperation zwischen Innsbruck und Trient

Ziel des Euregio-Moblity-Projekts ist es, den begonnenen Dialog zu vertiefen und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen weiter auszubauen. Organisiert vom Institut für Italienisches Recht gemeinsam mit dem Institut für Europa- und Völkerrecht und dem Institut für Theorie und Zukunft des Rechts und der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität Trient, wurde das Seminar von den Universitätsprofessor:innen Esther Happacher, Matthias Kettemann, Lando Kirchmair sowie Walter Obwexer (alle Universität Innsbruck) und Jens Woelk (Universität Trient) geleitet.

(Valentina Eisendle)

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