Coupled Human-Landscape Systems: Risk & Resilience
Projekte
STARK-INN
Das Projekt STARK-INN (Strategien, Technologien, Aktionsplan & Risikobewertung für ein klimaresilientes Innsbruck) zielt auf die Weiterentwicklung der Klimawandelanpassung in Innsbruck ab, einer Stadt, die aufgrund ihrer Tallage besonders stark von Hitze betroffen ist. Es schafft eine fundierte Wissensbasis, entwickelt messbare Indikatoren und SMART-Ziele und stärkt die institutionelle Verankerung der Anpassungsmaßnahmen. Durch die Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse, strategischer Steuerung und organisatorischer Zusammenarbeit wird auf eine Erneuerung und Weiterentwicklung der Klimaanpassungsstrategie für Innsbruck abgezielt.
Dabei stehen drei Kernziele im Mittelpunkt:
- Aufbau einer fundierten Wissensbasis durch die systematische Analyse bisheriger Maßnahmen, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Datengrundlagen (u.a. ein städtisches Mikroklimamessnetzwerk).
- Entwicklung überprüfbarer Indikatoren und SMART-Ziele, die Veränderungen messbar machen und eine laufende Wirksamkeitskontroller ermöglichen.
- Institutionalisierung der Klimaanpassung durch stärkere Integration in bestehende Planungs- und Verwaltungsprozesse und die Etablierung einer städtischen Koordinationsstelle.
Projektkoordinatorin: Margreth Keiler
UIBK-Mitarbeiter: Andreas Mayer, Annemarie Polderman, Mona Stollberger
Finanziert durch den Klima + Energiefonds


INCRA (Identifizierung und Bewertung von nicht klimabedingten Risikofaktoren für die Anpassung an den Klimawandel)
INCRA befasst sich mit den zunehmenden Risiken durch Naturgefahren und Klimawandel in Österreich und konzentriert sich dabei auf die oft übersehene Rolle von nicht klimatischen Risikofaktoren – wie demografische, sozioökonomische, institutionelle und infrastrukturelle Faktoren –, die beeinflussen, wer und was lokalen Gefahren wie Überschwemmungen, Lawinen und Erdrutschen ausgesetzt und anfällig dafür ist.
Das Projekt verfolgt vier Hauptziele:
- Umfassende Kartierung der Gefährdung: INCRA bewertet systematisch die Gefährdung durch einzelne und mehrere Gefahren in ganz Österreich unter Verwendung eines räumlich expliziten, hochauflösenden Ansatzes.
- Integrierte Vulnerabilitätsbewertung: Es kombiniert Indikatoren aus sozialen, wirtschaftlichen, physischen und institutionellen Dimensionen, um die Vulnerabilität auf nationaler und subnationaler Ebene zu bewerten.
- Identifizierung und Validierung von Archetypen: Durch die Identifizierung von Mustern nicht-klimatischer Risikofaktoren („Archetypen“) und deren Validierung durch regionale und lokale Fallstudien erfasst das Projekt die Komplexität und den kontextspezifischen Charakter von Risiken.
- Gemeinsame Erarbeitung von Anpassungsoptionen: Die Einbindung von Interessengruppen steht im Mittelpunkt von INCRA. Durch einen transdisziplinären gemeinsamen Entwicklungsprozess entwickelt das Projekt Risikoszenarien und umsetzbare Strategien zur Anpassung an den Klimawandel (CCA), die auf die lokalen Bedürfnisse zugeschnitten sind.
INCRA behebt wesentliche Mängel der aktuellen Strategien zur Katastrophenvorsorge (DRR) und CCA, indem es nicht-klimatische Faktoren in Multi-Risiko-Bewertungen einbezieht. Dieser Ansatz stellt sicher, dass die Ergebnisse nicht nur wissenschaftlich fundiert, sondern auch praktisch relevant sind.
Projektleitung UIBK: Andreas Mayer, Mitarbeit: Margreth Keiler
INCRA-Team beim IGF: Margreth Keiler, Annemarie Polderman, Mona Stollenberger, Felix Wörner
Link zur Projektwebsite: https://www.oeaw.ac.at/igf/forschung/coupled-human-landscape-systems-risk-resilience/projekte/forschungsfoerderung/incra
Projektkoordinator: IGF/ÖAW
Finanziert durch: Klima+Energie Fonds (ACRP – Österreichisches Klimaforschungsprogramm, 17. Ausschreibung)
Mobiliar Lab für Naturrisiken
Das Mobiliar Lab für Naturrisiken ist eine gemeinsame Forschungsinitiative des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern und der Mobiliar. Untersucht werden in erster Linie die an Hagel, Hochwasser und Sturm beteiligten Prozesse und die Schäden, die daraus entstehen. Das Mobiliar Lab arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft und Praxis und strebt Resultate mit hohem Nutzen für die Allgemeinheit an. Die Unterstützung durch die Mobiliar ist Teil des Gesellschaftsengagements der Mobiliar Genossenschaft.
Das Team: Margreth Keiler (Betreuerin der beiden folgenden), Nele Rindsfüsler (Doktorandin an der Universität Bern), Tsolmongerel Papilloud (Doktorandin an der Universität Bern)
Link zur Projekt-Website: https://www.mobiliarlab.unibe.ch/
Zweiter Österreichischer Sachstandsbericht zum Klimawandel (AAR2) (UIBK)
Ziel des AAR2 ist es, den Wissensstand zum Klimawandel in Österreich und seinen Folgen zu erheben sowie Minderungspotenziale und -strategien, Anpassungsoptionen und Transformationspfade zu identifizieren. Wissenslücken sollen im Sinne einer klimaneutralen Gesellschaft geschlossen werden und der Statusbericht soll im Sommer 2025 veröffentlicht werden. Das Projekt orientiert sich an den Prozessen des Weltklimarates und ist relevant für die Umsetzung des 13. SDG (Dringende Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen). Mehr als 120 WissenschafterInnen werden in den nächsten drei Jahren gemeinsam am neuen, umfassenden Klimabericht für Österreich arbeiten, der vom Klima- und Energiefonds im Rahmen des 14. österreichischen Klimaforschungsprogramms gefördert wird.
AAR2-Team am UIBK: Margreth Keiler (Co-Vorsitzende, Projektleitung), Anika Donner (Fachreferat), Eva-Maria Hummel (Fachreferat)
Link zur Projekt-Website: https://aar2.ccca.ac.at/
Neuigkeiten zum AAR2 gibt es auf folgender Website: AAR2 News
Nebenwirkungen der Forschung in der Naturgefahren- und Katastrophenvorsorgeforschung: Analyse der Auswirkungen auf die beteiligten Akteurinnen und Akteure - fwf (UIBK)
Das Interesse an partizipativen und transdisziplinären Ansätzen in der Forschung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Vor allem in Ländern des Globalen Südens wird die Einbindung von nicht-akademischen Akteuren in die Forschung zu Naturgefahren und Katastrophenrisiko als vielversprechende Strategie angesehen: Zum einen, um Datenprobleme zu lösen, zum anderen, um die Beteiligten zu sensibilisieren und Wissen aufzubauen. Während es einige Studien über die (vermeintlich) positiven Auswirkungen der Beteiligung an wissenschaftlichen Forschungsprozessen gibt, werden mögliche negative Folgen für die beteiligten Akteure oft ignoriert. Hinzu kommt, dass sich die Naturgefahren- und Risikoforschung zunehmend mit traumatischen Themen befasst, was die Art und Weise, wie geforscht wird und wie die Akteure in die Forschung eingebunden werden, umso wichtiger macht. Das Forschungsprojekt untersucht, wie und für wen die Beteiligung an wissenschaftlicher Forschung zu Naturgefahren und Katastrophenrisiken beabsichtigte und unbeabsichtigte Wirkungen entfaltet. Am Beispiel der Gletscherseeausbrüche im Himalaya wird analysiert, (1) welche Auswirkungen die Beteiligung an Forschungsprozessen für nicht-akademische Akteure hat; (2) wie akademische Akteure Forschungsbeziehungen im Bereich der Naturgefahren- und Risikoforschung aushandeln; und (3) welche Faktoren die Bereitschaft nicht-akademischer Akteure beeinflussen, sich an wissenschaftlicher Forschung im Kontext von Naturgefahren zu beteiligen.
Projektleitung: Eva Posch (Hertha-Firnberg-Programm)
Link zur Website: https://www.uibk.ac.at/geographie/personal/posch/
CAUTION: Erdrutsche in hochalpinen Gebieten - Auswirkungen des Klimawandels, Exposition und politische Konsequenzen (IGF)
CAUTION: Erdrutsche in hochalpinen Gebieten - Auswirkungen des Klimawandels, Exposition und politische Konsequenzen (IGF)
Erdrutsche gehören zu den am weitesten verbreiteten Naturgefahren in den Alpen und sind durch eine komplexe Kombination von geologischen, hydrogeologischen, geomechanischen und meteorologischen Prozessen gekennzeichnet. Sie treten in einer Vielzahl von geologischen und strukturellen Gegebenheiten und als Reaktion auf verschiedene Belastungs- und Auslöseprozesse auf. In den europäischen Alpen sind Erdrutsche aller Größenordnungen in Gebirgsländern von besonderer Bedeutung und verursachen jedes Jahr Todesopfer und erhebliche Schäden. Mit der fortschreitenden Klimaerwärmung werden sich die meteorologischen Faktoren, die sich auf Erdrutsche auswirken, je nach Emissionsszenario in ihrem Ausmaß verändern. Die sich daraus ergebenden Veränderungen der Erdrutschgefahren und die damit verbundenen Auswirkungen, wie Verluste, Exposition und Anfälligkeit, sind jedoch noch wenig bekannt. Das Projekt CAUTION wurde entwickelt, um diese Wissenslücke zu schließen. CAUTION befasst sich mit Interessensgebieten wie den sozialen Aspekten des Klimawandels und der Anpassungspolitik sowie der Kommunikation des Klimawandels für die 14. Dieses Projekt wird durch den Klima+Energie Fonds finanziert.
CAUTION-Team beim IGF: Margreth Keiler, Annemarie Polderman und Lotte de Vugt
Link zur Projektwebsite: "CAUTION"
EMERGENCE
Interdependencies between exposure dynamics, hazard mitigation measures and climate triggers affecting torrential loss events
Laufzeit: Januar 2024 – Dezember 2026 (36 Monate)
EMERGENCE-Team am IGF: Margreth Keiler, Andrea Mayer, Annemarie Polderman
Projektkoordinator: GeoSphere Austria, Department für Klimafolgenforschung
Projektpartner: Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Alpine Naturgefahren
Projektwebseite: https://www.emergence.at/de/
In den letzten Jahrzehnten sind Schäden durch Naturgefahren erheblich angestiegen. Obwohl es wissenschaftlicher Konsens ist, dass Frequenz und Intensität von Naturgefahrenereignissen durch den Klimawandel zunehmen, sind Auswirkungen auf die Schadendynamik noch nicht eingehend erforscht.
EMERGENCE untersucht daher die räumlich-zeitliche Dynamik verschiedener Treiber schadenverursachender Wildbachereignisse sowie deren Wechselwirkungen in puncto Resilienz der Gesellschaft. EMERGENCE zielt dabei konkret darauf ab, (1) physioklimatische Subregionen Österreichs abzuleiten; (2) regionsspezifische meteorologische Auslösemuster für Wildbachereignisse zu identifizieren; (3) die Dynamik der Exposition des Gebäudebestands und technischer Verbauungen zu analysieren; (4) eine Analyse der Auftretensmuster von Wildbachereignissen auf Einzugsgebietsebene unter Berücksichtigung der wichtigsten Risikofaktoren und ihrer gegenseitigen Abhängigkeiten durchzuführen; sowie (5) Resilienzmuster auf Grundlage eines gekoppelten Mensch-Landschafts-Modells zu erfassen.
Durch die transdisziplinäre, gemeinsame Schaffung von Wissen im Rahmen einer umfassenden Bewertung verschiedener Faktoren und Dynamiken sollen Effekte, welche zu schadenverursachenden Wildbachereignissen – und damit zu einer sich verändernden Resilienz von alpinen Gemeinschaften führen – spezifiziert, quantifiziert, und interpretiert werden.
Dieses Projekt wird vom Klima+Energie Fonds (ACRP – Austrian Climate Research Programme, 15. Call) finanziert.