Die Olympischen Winterspiele als Katalysator urbaner Transformation und nationaler Identitätsfindung
Innsbruck 1964 und 1976 im internationalen Vergleich. Am Beispiel der Bergisel Schanze und des Olympiastadions

Masterarbeit von Elias Degle
Betreuerin: Dr. phil. Hilde Strobl

Stadtarchiv, Bergisel Sprungschanze.
Stadtarchiv, Sprungschanze während dem Bewerb.

Die Vergabe der Olympischen Winterspiele an Innsbruck in den Jahren 1964 und 1976 markierte weit mehr als nur sportliche Meilensteine; sie war ein zentraler Moment der österreichischen Identitätsbildung in der Nachkriegszeit. Für das neutrale Österreich boten die Spiele eine Gelegenheit, auf internationaler Bühne seinen "Dritten Weg" zwischen Ost und West zu demonstrieren und sich als moderner, zukunftsorientierter Staat zu präsentieren.

Für das neutrale Österreich boten die Spiele eine Gelegenheit, auf internationaler Bühne seinen "Dritten Weg" zwischen Ost und West zu demonstrieren und sich als moderner, zukunftsorientierter Staat zu präsentieren.

Dabei waren unteranderem die Bergisel Schanze und die Olympiahalle zentrale Schauplätze dieser politischen und kulturellen Positionierung. Ihre moderne Architektur verkörperte nicht nur technische Innovation und sportliche Exzellenz, sondern funktionierte als bewusstes Statement österreichischer Selbstständigkeit und Neutralität. Diese symbolische Aufladung prägte auch den Umgang mit den Bauten nach den Spielen: Die Frage der Nachnutzung wurde zu einem wichtigen Thema der städtebaulichen Entwicklung Innsbrucks gerade im Falle des Olympiaeisstadions.

Ein Vergleich mit anderen Olympiastädten wie Grenoble und Sarajevo verdeutlicht, wie unterschiedlich politische Systeme und nationale Identitäten in olympischer Architektur zum Ausdruck kamen. Die Untersuchung beleuchtet damit das vielschichtige Zusammenspiel von Sport, Architektur und Politik.

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