Forschungszentrum Kulturen in Kontakt
Koordinatorin:
Univ.-Prof. Dr. Ursula Moser (Institut für Romanistik)
Ao. Prof. Dr. Birgit Mertz-Baumgartner (Stellvertreterin)
Ao. Prof. Dr. Sieglinde Klettenhammer (Stellvertreterin)
Forschungsziele:
Kulturkontakt in seiner globalen, gesellschaftsrelevanten Dimension ist der zentrale Forschungsgegenstand unserer Forschungsgruppe. Das Forschungszentrum KiK, an dem über 40 WissenschafterInnen der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät beteiligt sind, zeichnet sich durch seinen interdisziplinären Charakter aus, der ein pluriperspektivisches Herangehen an den gemeinsamen Themenkomplex ermöglicht. Im Zentrum des Forschungsinteresses stehen zum einen mediale Phänomene (Texte, Filme, Musik, Fotografie, Kunst, …), die aus der Situation des Kulturkontakts- und transfers entstehen und sich damit auf unterschiedlichste Weise auseinandersetzen, zum anderen die theoretisch-methodische Reflexion dieser Kontaktphänomene.
Beschreibung:
Ein besonderes Anliegen des Forschungszentrums besteht darin, Kulturkontakt und damit verbundene Phänomene in ihrem kreativen Potential zu analysieren, ohne dass das jedem Kulturkontakt innewohnende Konfliktpotential ausgeblendet wird. Gerade kreative Strategien zur Bewältigung von Konflikten erhalten daher ein besonderes Augenmerk.
Kreatives Potential steckt u.a. in der Erfahrung des Grenzübertritts, der Verdoppelung – ja Multiplikation – von Perspektiven, in der Auseinandersetzung mit "alten" Erfahrungswertem und neuem Lebensfeld sowie in deren Vergleich. Die Distanz zu beidem impliziert ein neues "doppeltes Schauen", das sich selbst und die anderen gleichzeitig in den Blick zu nehmen vermag. Gerade die Erfahrungen von 'Subalternen' (im Sinne Spivaks) – etwa MigrantInnen, Angehörige indigener Minderheiten, VertreterInnen von Gegenkulturen – können den konstruierten Charakter von Kulturen sichtbar machen und eröffnen durch ihre Mehrfach-Verortung (bzw. ihre Nicht-Verortung), ihre permanente Suche und ihre Hybridität neue Sichtweisen von Kulturkontakt und Kulturtransfer.
