Writer in Residence

Die Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät geht mit der Einladung eines "Writer in Residence" einen neuen Weg, um Literatur anregend mit Forschung und Lehre zu verbinden. Jeweils im Sommersemester ist eine Autorin oder ein Autor einen Monat lang in Innsbruck anwesend und bereichert sowohl die universitäre Vielfalt als auch das kulturelle Leben Innsbrucks.

Der jeweilige "Writer in Residence" wird durch eine fakultätsinterne Ausschreibung ermittelt: die Institute machen einen oder mehrere Vorschläge, in denen sie die Eigenart und Qualität der vorgeschlagenen Kandidaten beschreiben und darlegen, warum und wodurch diese für die akademische Lehre und die literarische Szene Innsbrucks bereichernd sein können. Die eingegangenen Vorschläge werden im Rahmen einer Fakultätsratssitzung bewertet und gereiht.

2026: Yang Lian

Kurzbiographie

1955 in der Schweiz geboren, wuchs der Sohn einer Diplomatenfamilie in Peking auf und erfuhr während seiner Kindheit und Jugend die katastrophalen Tiefpunkte der maoistischen Terrorherrschaft. Mit dem Schreiben begann er während der „Großen proletarischen Kulturrevolution“ (1966-1976), während Schulen und Universitäten geschlossen waren und er 1970 als Kind einer Großstadtfamilie zur Arbeit aufs Land verschickt wurde.

Yang Lian hat fünfzehn Gedichtbände, zwei Sammlungen poetischer Prosa und zahlreiche Essays (in verschiedenen Anthologien erschienen) auf Chinesisch verfasst. Seine Werke wurden in über dreißig Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch, Arabisch, Lettisch, Polnisch, Russisch sowie andere mittel- und osteuropäische Sprachen. Der Lyrikband „Erkundung des Bösen“ (2023) und der Essayband „Im Einklang mit dem Tod“ (2025), an denen als Übersetzer oder Nachdichter u.a. auch literarische Persönlichkeiten wie Joachim Satorius, Ann Cotton oder Jan Wagner beteiligt sind, stellen seine jüngsten Auftritte auf der germanophonen literarischen Bühne dar.

Portrait Yang Lian

Literaturpreise

Internationaler Flaiano Lyrikpreis (Italien 1999)

Internationaler Nonino Literaturpreis (Italy 2012)

Tianduo-Preis für Langgedichte (Peking, VR China 2013)

Internationaler Capripreis (Italien 2014)

Li Bai-Poesiepreis (VR China 2015)

Internationaler Pazifik-Poesiepreis (Taiwan 2016)

He Zi Du Lin Pokal (Schanghai, VR China 2018)

Janus Pannonius Internationaler Poesiepreis (Ungarn 2019)

Miluo Literaturpreis (VR China 2020)

English PEN Award für die Übersetzung von Yang Lians Poem „Ein Turm, abwärts gebaut“ (Brian Holton, GB 2023)

Herbert Zbigniew internationaler  Literaturpreis (Polen, 2024)

8. Mai 2026:
(Uhrzeit wird später bekanntgegeben)

Dichterlesung, Buchhandlung Haymon:
"Yang Lian: 'Erkundung des Bösen' und andere Wege zur Schönheit der Sprache"

12. Mai 2026:
 (Uhrzeit und Ort entspr. Termin der Ringvorlesung)

Innerhalb der Ringvorlesung "Aquatische Imaginarien" Vortrag gemeinsam mit Frank Kraushaar zum Thema "Vom Meer zum Tod nur ein Moment. Wassermetaphorik zwischen Sehnsucht und Vernichtung in der Verskunst Yang Lians"

27. Mai 2026, 19:30 Uhr:
Großer Saal der Stadtbibliothek

Podiumsdiskussion mit Yang Lian, Univ. Prof. Dr. Marie-Luisa Frick, Prof. Dr. Frank Kraushaar:
"Poesie und Politik im öffentlichen Raum: Yang Lians Essayband Im Einklang mit dem Tod (PalmArtPress, Berlin 2025)

Lehrveranstaltungen

4. Mai und 11. Mai 2026, 19:00 - 20:30 Uhr:

WP China-Taiwan-Ostasien, VU "Literaturen Ostasiens"
Blockseminar mit Yang Lian: "On the state of poetry and poets in China today"

Yang Lian Lebenslauf

1955 in der Schweiz geboren, wuchs der Sohn einer Diplomatenfamilie in Peking auf und erfuhr während seiner Kindheit und Jugend die katastrophalen Tiefpunkte der maoistischen Terrorherrschaft. Mit dem Schreiben begann er während der „Großen proletarischen Kulturrevolution“ (1966-1976), während Schulen und Universitäten geschlossen waren und er 1970 als Kind einer Großstadtfamilie zur Arbeit aufs Land verschickt wurde.

Nach seiner Rückkehr wurde Yang Lian gegen Ende der 1970er Jahre zu einem der prominentesten Vertreter der sogenannten „Dämmerdichtung“ (menglong shi), einer sich von der „ideologischen Klarheit“ der Parteidoktrin lossagenden, literarischen Bewegung, die damals vor allem bei jüngeren Großstädtern leidenschaftlich begrüßt wurde. Yangs Hinwendung und Identifikation mit der klassisch-vormodernen Literatur chinesischer Sprache machte sein Schreiben von Anfang an zu einer Methode der poetischen Erkundung neuer Zusammenhänge zwischen klassischem Kulturerbe und einer modernen, individuelle Freiheit respektierenden Gesellschaft, in der auch die poetische Sprache Machtinteressen widersteht.

Seit der Regierungskampagne „Gegen geistige Verschmutzung“ von 1983 bleibt Yang Lians Publikationsfreiheit in der VR China jedoch eingeschränkt. 1989 erlebten er und seine Lebensgefährtin YoYo das Massaker am Platz des Himmlichen Friedens während eines Auslandsaufenthalts in Australien und Neuseeland und entschieden sich daraufhin für den Weg ins Exil. Seit den 1990er Jahren leben beide in Europa (Berlin und London), wobei Yangs Name und Werk, trotz anhaltenden Zensurdrucks bis heute auch in der literarischen Öffentlichkeit der VR China als unabhängige Stimme jenseits des die Medien beherrschenden, internen „Mainstreams“ bekannt und geschätzt ist.

Yang Lian hat fünfzehn Gedichtbände, zwei Sammlungen poetischer Prosa und zahlreiche Essays (in verschiedenen Anthologien erschienen) auf Chinesisch verfasst. Seine Werke wurden in über dreißig Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Japanisch, Arabisch, Lettisch, Polnisch, Russisch sowie andere mittel- und osteuropäische Sprachen. Der Lyrikband „Erkundung des Bösen“ (2023) und der Essayband „Im Einklang mit dem Tod“ (2025), an denen als Übersetzer oder Nachdichter u.a. auch literarische Persönlichkeiten wie Joachim Satorius, Ann Cotton oder Jan Wagner beteiligt sind, stellen seine jüngsten Auftritte auf der germanophonen literarischen Bühne dar.

2008 und 2011 wurde Yang Lian in den Vorstand von PEN International gewählt und erhielt über die Jahre zahlreiche europäische, chinesische und taiwanische Literaturpreise, dazu zählen:

Internationaler Flaiano Lyrikpreis (Italien 1999)

Internationaler Nonino Literaturpreis (Italy 2012)

Tianduo-Preis für Langgedichte (Peking, VR China 2013)

Internationaler Capripreis (Italien 2014)

Li Bai-Poesiepreis (VR China 2015)

Internationaler Pazifik-Poesiepreis (Taiwan 2016)

He Zi Du Lin Pokal (Schanghai, VR China 2018)

Janus Pannonius Internationaler Poesiepreis (Ungarn 2019)

Miluo Literaturpreis (VR China 2020)

English PEN Award für die Übersetzung von Yang Lians Poem „Ein Turm, abwärts gebaut“ (Brian Holton, GB 2023)

Herbert Zbigniew internationaler  Literaturpreis (Polen, 2024)

Der Nominierung als „Writer-in-Residence“ der Stadt Innsbruck durch die philologisch-kulturwissenschaftliche Fakultät gingen zahlreiche Residenzen an bedeutenden Institutionen voraus, unter anderem im DAAD Berlinprogramm (1991) bei der Akademie Schloss Solitude (Stuttgart 1993-1994) und im Wissenschaftskolleg Berlin (2012-2013)

Abgesehen von den kürzlich bei PalmArt Press (Berlin) erschienenen deutschen Übersetzungen seiner Werke, ist Yang Lian seit Jahrzehnten mit übersetzten Essays und Artikeln zu literarisch-kulturellen und politischen Problemen gegenwärtiger Gesellschaften im deutschsprachigen Raum öffentlich präsent. Diese Reise, die ihn als chinesischen Dichter auch zum lebendigen Teil einer literarischen Welt im Herzen Europas macht, begann 1989 in Innsbruck mit dem Band „Pilgerfahrt“ (Hand-Presse). Mehr als drei Jahrzehnte danach wird Yang Lian am selben Ort Gedicht- und Prosatexte auf Chinesisch vortragen, die anschließend durch Übersetzungen ins Deutsche das Publikum zu neuem Zuhören und Gespräch auffordern.

Yang Lian Curriculum Vitae (english)

Das Programm des Writer in Residence 2026 findet statt mit freundlicher Unterstützung durch sowie in Kooperation mit:

2025: Antje Rávik Strubel

Kurzbiographie

Antje Rávik Strubel wurde am 12. April 1974 in Potsdam geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft, Psychologie und Amerikanistik in Potsdam und New York. 2004 war Rávik Strubel Stipendiatin der Villa Aurora/ Thomas Mann House in Los Angeles. Sie zählt zu den renommiertesten deutschsprachigen Gegenwartsautorinnen und Übersetzerinnen. Rávik Strubel kombiniert ästhetischen Anspruch und gesellschaftskritisches Engagement. Ihre Texte zeichnen sich durch ein strenges Formbewusstsein und sprachliche Originalität aus. Im Laufe ihrer Karriere erhielt sie bedeutende Preise wie den Ernst-Willner-Preis beim Bachmannpreis 2001, den Kritikerpreis für Literatur (2003), den Marburger Literaturpreis (2005), den Hermann-Hesse-Literaturpreis (2007), den Preis der Literaturhäuser (2019) und den Deutschen Buchpreis 2021 für ihren Roman Blaue Frau. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin ist sie Übersetzerin, unter anderem von Joan Didion, Lucia Berlin und Virginia Woolf.

Detaillierte Informationen zu Auftritten, Projekten und Publikationen finden sich auf: http://www.antjestrubel.de/

Portraitfoto von Antje Rávik Strubel im Halbprofil

Werke

Offene Blende. Roman. dtv, München 2001.

Unter Schnee. Episodenroman. dtv, München 2001.

Fremd Gehen. Ein Nachtstück. Marebuch, Hamburg 2002.

Tupolew 134. Roman. C. H. Beck, München 2004.

Kältere Schichten der Luft. Roman. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007.

Vom Dorf. Abenteuergeschichten zum Fest. dtv, München 2007.

Gebrauchsanweisung für Schweden. Piper Verlag, München 2008.

Sturz der Tage in die Nacht. S. Fischer, Frankfurt am Main 2011.

Gebrauchsanweisung für Potsdam und Brandenburg. Piper Verlag, München 2012.

Gebrauchsanweisung fürs Skifahren. Piper Verlag, München 2016

In den Wäldern des menschlichen Herzens. Episodenroman. S. Fischer, Frankfurt am Main 2016.

Blaue Frau. S. Fischer, Frankfurt am Main 2021.

Es hört nie auf, dass man etwas sagen muss. Essays. S. Fischer, Frankfurt am Main 2022.

Übersetzungen

Joan Didion: Das Jahr magischen Denkens. Roman. Claassen, Berlin 2006.

Joan Didion: Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben. Kurzgeschichten. Claassen, Berlin 2008.

Joan Didion: Blaue Stunden. Roman. Ullstein, Berlin 2012, ISBN 978-3-550-08886-5.

Monika Fagerholm: Wer hat Bambi getötet?. Residenz Verlag, Salzburg/Wien 2022.

Favel Parrett: Jenseits der Untiefen. Roman. Hoffmann und Campe, Hamburg 2013.

Lucia Berlin: Was ich sonst noch verpasst habe. Stories. Arche Literatur Verlag, Zürich 2016.

Lucia Berlin: Welcome Home. Erinnerungen, Bilder und Briefe. Kampa Verlag, Zürich 2019.

Lucia Berlin: Abend im Paradies. Stories. Kampa Verlag, Zürich 2019, ebendort 2020 als Taschenbuch (Kampa Pocket) unter dem Titel Abend im Paradies. Erzählungen.

Virginia Woolf: Ein Zimmer für sich allein. Kampa Verlag, Zürich 2019.

Virginia Woolf: Vom Verachtetwerden oder Drei Guineen. Kampa Verlag, Zürich 2021

Virginia Woolf: Montag oder Dienstag. München: C.H.Beck 2021.

Virginia Woolf: Zum Leuchtturm. München: Penguin 2022.

Pressestimmen

Im findet sich eine Vielzahl von Artikeln über die Autorin und ihr Werk:

"sie beherrscht die Kunst, das im Grunde Unerzählbare ohne große Worte zu thematisieren." Niels Beintker, Bayerischer Rundfunk, Bayern 2, 10. August 2021

"Was in der Zusammenfassung einfach und klar erscheint, entfaltet Strubel in aller Komplexität und Widersprüchlichkeit: die existenzvernichtende Macht eines Traumas. " Richard Kämmerlings, Die Welt/Literarische Welt, 21. August 2021

"ein ungeheuer vielschichtiger, kluger, politischer, psychologischer neuer Roman von Antje Rávik Strubel. " Anne-Dore Krohn, rbb Kultur, 19. August 2021

"Strubel erzählt uns das, zwingend und schön, psychologisch klar und streng ausdifferenziert, vor dem fahlen Leuchten der finnischen Landschaft: Eine große, berührende Geschichte! " Denis Scheck, ARD, 11. Oktober 2021

"fesselnd, klug, poetisch, [...] voller genauester Beschreibungen - und lässt sich am Ende trotzdem nicht ganz fassen. ›Blaue Frau‹ ist ein Meisterinnenwerk. " Lena Schneider, Potsdamer Neueste Nachrichten, 14. Oktober 2021

"gnadenlos, was Sprachwahl, Drastik und Botschaft angeht " Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Oktober 2021

"Strubel hat ein komplexes und kluges Buch geschrieben, das auf vielfältige Weise die Frage nach der Möglichkeit von Gerechtigkeit auf allen Ebenen stellt. " Bernadette Conrad, Wiener Zeitung, 23. Oktober 2021

"Strubels gewaltige und kunstvoll komponierte Geschichte über die junge Tschechin Adina ist ein Europaroman über eine Zweiklassengesellschaft, eine queere Ost-West-Geschichte und ein feministisches Menschenrechtsplädoyer " Mia Eidlhuber, Der Standard, 5. November 2021

"Antje Rávik Strubel zeichnet im Roman «Blaue Frau» ein tiefenscharfes Porträt einer unheroischen Heldin " Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, 27. November 2021

"eine Meisterin der inneren Zustände. [...] Bereits auf den ersten Seiten von Antje Rávik Strubels gleißendem Roman ›Blaue Frau‹ setzt ein charakteristischer Sog ein. " Maike Albath, Süddeutsche Zeitung, 11. August 2021

Begründung der Jury des Deutschen Buchpreises:

„Mit existenzieller Wucht und poetischer Präzision schildert Antje Rávik Strubel die Flucht einer jungen Frau vor ihren Erinnerungen an eine Vergewaltigung. Schicht um Schicht legt der aufwühlende Roman das Geschehene frei. Die Geschichte einer weiblichen Selbstermächtigung weitet sich zu einer Reflexion über rivalisierende Erinnerungskulturen in Ost- und Westeuropa und Machtgefälle zwischen den Geschlechtern. In einer tastenden Erzählbewegung gelingt es Antje Rávik Strubel, das eigentlich Unaussprechliche einer traumatischen Erfahrung zur Sprache zu bringen. Im Dialog mit der mythischen Figur der Blauen Frau verdichtet die Erzählerin ihre eingreifende Poetik: Literatur als fragile Gegenmacht, die sich Unrecht und Gewalt aller Verzweiflung zum Trotz entgegenstellt.“

Ergänzende Links

Eben Eden [!], Künstlerhaus Edenkoben, Mathias Traxler im Gespräch mit Michael Braun |Zum Video

dann noch nach draussen in Regen schauen. |Zur Website

Öffentliche Veranstaltungen

Dienstag 13. Mai 2025|19:00 Uhr | Literaturhaus am Inn: Translating Virginia.

Antje Rávik Strubel im Gespräch mit Studierenden der Anglistik und Germanistik über die Schönheiten und Schwierigkeiten literarischer Übersetzungen.

Wie übersetzt man die feinen Nuancen von Virginia Woolfs Sprache ins Deutsche? Studierende diskutieren mit der renommierten Autorin und Übersetzerin Antje Rávik Strubel über die Herausforderungen und Freuden des literarischen Übersetzens. Strubel, die unter anderem Werke Virginia Woolfs, Joan Didions und Lucia Berlins ins Deutsche übertragen hat, gibt Einblick in ihren kreativen Prozess, sprachliche Entscheidungen und die Kunst, die Stimme einer Autorin über Sprachgrenzen hinweg lebendig zu halten. 

Montag 26. Mai 2025| 19:00 Uhr |Stadtbibliothek Innsbruck.

Präsentation des neuen Romans von Antje Rávik Strubel, »Der Einfluss der Fasane«. Lesung mit Gespräch.  

Moderation: Veronika Schuchter 

Im Rahmen ihres Writer-in-Residence-Aufenthalts präsentiert die renommierte Schriftstellerin und Übersetzerin Antje Rávik Strubel ihren neuen Roman »Der Einfluss der Fasane« (2025).

Antje Rávik Strubels Werk wurde mit zahlreichen Preisen geehrt, ihr Roman »Kältere Schichten der Luft« (2007) war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Rheingau Literatur Preis sowie dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet, der Roman »Sturz der Tage in die Nacht« (2011) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. 2019 erhielt sie den Preis der Literaturhäuser. Ihr Roman »Blaue Frau« wurde mit dem Deutschen Buchpreis 2021 ausgezeichnet. Sie übersetzt aus dem Englischen und Schwedischen u.a. Joan Didion, Monika Fagerholm, Lucia Berlin und Virginia Woolf.

Antje Rávik Strubel lebt in Potsdam (www.antjestrubel.de) 

Betreuung und Kontakt:

Mag. Dr. Veronika Schuchter: veronika.schuchter@uibk.ac.at 

Mag. Dr. Ulla Ratheiser: ulla.ratheiser@uibk.ac.at 

Seminar Vertiefung Germanistik: Werkstattgespräche mit Antje Rávik Strubel

Antje Rávik Strubel, die renommierte Autorin und Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2021, gibt Einblicke in ihr Werk und ihr Schreiben. Sie beleuchtet unterschiedliche Genres, von der Reportage, dem Essay bis zum Roman. Die Studierenden bekommen die Möglichkeit, mit der Autorin über ihre Texte zu diskutieren, die hochaktuelle gesellschaftliche und politische Fragen berühren.

  • Fr 09.05.2025 | 10.00 - 15.00|40832 SR 
  • Sa 10.05.2025|10.00 - 15.00|40832 SR 
  • Fr 16.05.2025|10.00 - 15.00| 40832 SR 
  • Sa 17.05.2025|10.00 - 15.00|40832 SR 

Weitere Informationen finden Sie hier.

Das Programm des Writer in Residence 2025 findet statt mit freundlicher Unterstützung durch sowie in Kooperation mit:

2024: Mathias Traxler

Kurzbiographie

Mathias Traxler, *1973 in Basel. Studium der Jurisprudenz in Basel und Fribourg. Seit 1999 lebt er als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Er arbeitet an den Schnittstellen zwischen Dichtung und Musik, Lyrikvortrag und Übersetzung. Von besonderer Bedeutung in seiner Arbeit sind Lesungen, welche textgenerierend-interpretative und improvisatorische Elemente einbeziehen. Sein Schreiben und Lesen weist dabei immer nach aussen, in Erfahrungen ausserhalb der literarischen Texte, sei es im musikalischen oder einem anderen Bereich, wobei diese Erfahrungen dann jeweils in die Texte zurückgeführt werden. Er arbeitet häufig in Kooperationen mit Dichtern und Musikern (Norbert Lange, Álvaro Seiça, Harald Muenz, Edith Steyer, Beat Keller, Vincent Laju).

Portraitfoto von Mathias Traxler

Mathias Traxler ist Träger des „Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie“, als Übersetzer von Charles Bernstein (zusammen mit Tobias Amslinger, Norbert Lange, Léonce W. Lupette, VERSATORIUM).

  • Aufenthaltsstipendien im Künstlerhaus Edenkoben (2020), im Künstlerhof Schreyahn - Niedersächsische Stipendiatenstätte (2020/21), im Deutschen Studienzentrum in Venedig (2022), Artist in Residence im ORT der Peter Kowald Gesellschaft in Wuppertal (2022).
  • 2023/24 Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds.
  • Lehrauftrag im Sommersemester 2024 am Institut für Sprachkunst in Wien.

Detaillierte Informationen zu Auftritten, Projekten und Publikationen finden sich hier.

Werke

  • Variationen Montale Reihe i-iv, parasitenpresse, Köln 2024 (in Vorbereitung)
  • 365 vorhergesagte Gedichte, Übertragungen von previsão para 365 poemas / Álvaro Seiça, parasitenpresse, Köln 2021.
  • Komplimente machen, hochroth, Wiesenburg 2020.
  • Unterhaltungsessays, kookbooks, Berlin 2016.
  • You're welcome, kookbooks, Idstein/Berlin 2011.

Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften

  • u.a. Jahrbuch der Lyrik, Anthologie: Moderne Poesie in der Schweiz, IDIOME ­– Hefte für neue Prosa, Ostragehege – Zeitschrift für Literatur und Kunst, Transistor – Zeitschrift für zeitgenössische Literatur, Positionen  – Texte zur aktuellen Musik.

Übersetzungen

  • Charles Bernstein: Angriff der Schwierigen Gedichte, Ausgewählte Gedichte,
    Übersetzung gemeinsam mit Tobias Amslinger, Norbert Lange und Léonce W. Lupette, Luxbooks, Wiesbaden 2014.
  • Marcabru: L’autrier iost’una sebissa / Neulich. Schon ist die Strasse wieder da. Übersetzung aus dem Okzitanischen von Mathias Traxler. Die Dichtung der Trobadore, gedolmetscht. In: Schreibheft – Zeitschrift für Literatur, Nr. 89, Essen 2017, S. 111-113.

Projekte

fumdefou Vincent Laju - Violoncello, Shakuachi, Stimme / Mathias Traxler: Klarinette, Stimme |Zur Website

Lese-Session Norbert Lange & Mathias Traxler |Zur Website

As sessões de improvisação da Gute Zeit Álvaro Seiça & Mathias Traxler |Zur Website

reeds & read Edith Steyer: Klarinette / Mathias Traxler: Stimme, Klarinette |Zur Website

Pressestimmen

Dass er eingeübte Lesehaltungen mit List unterläuft, verlangt beim Lesen ein Gleiches an Lust.
Martin Zingg, NZZ

Traxlers Stimmen-Komposition bindet die Poesie immer wieder zurück in die jeweils aktuelle Situation des Sprechenden. Es ist eine faszinierende, situativ sich verwandelnde Literatur, ein die Textur immer wieder neu gruppierendes Sprach- und Stimmen- und Ton-Kunstwerk.
Der Romantiker John Keats hat einmal die lyrische Disposition mit einer „negative capability“ verglichen, mit einer „negativen Befähigung“, die dann eintrete, wenn einer fähig sei, „in Unsicherheiten zu sein, in Unerklärlichkeiten, in Zweifeln, ohne dem ärgerlichen Ausstrecken nach Faktum und Vernunft“. Mathias Traxler knüpft an diese schöne Unsicherheits-Liebe an, wenn er in seinem Text „Rückführungen“ (noch unveröffentlicht) davon spricht, „aus der gesicherten Position in eine ungesicherte hinauszutönen“.

Mathias Traxler ist ein Dichter und Übersetzer, der seine Werke in immer neuen Überarbeitungs-Prozessen verändert und ständig neu konstelliert, seine Sprachkunststücke in eine flirrende Schwebe bringt, sie in Klangräume setzt, wo sie in interaktiven Gestaltungen mit befreundeten Künstlern ständig neue Gestalt annehmen.
Michael Braun, signaturen-magazin.de

Einen Geiger, setzt Traxler in den Text, der nach einer Symphonie von Schumann denkt, dass er nun alle Töne gespielt habe. Und dass dies dazu führen könnte, keine weiteren Töne mehr spielen zu können. Sie sind alle. Die Angst tritt hinzu, sie war vorher schon da. Eine Frage des Aufbrauchens? (...)
Hier nicht, aber an anderen Stellen setzt Traxler Fehler in den Text ein, plötzliche Absätze, die den letzten Buchstaben eines Wortes zum Anfang des nächsten Absatzes machen, agrammatische Fügungen, Druckfehler, Tippfehler, aber sind es Fehler?

Monika Rinck, Forum: Literaturkanal

Ergänzende Links

Eben Eden [!], Künstlerhaus Edenkoben, Mathias Traxler im Gespräch mit Michael Braun |Zum Video

dann noch nach draussen in Regen schauen. |Zur Website

13. Juni 2024 - 18:00, Stadtbibliothek Innsbruck
Auftaktveranstaltung: Öffentliche Lesung von Mathias Traxler

26. Juni 2024 - 19:00, Literaturhaus am Inn
Lese-Session mit Norbert Lange und Mathias Traxler
Seit mehreren Jahren veranstalten Norbert Lange und Mathias Traxler Lese-Sessions, bei denen sie mit literarischen Texten umgehen wie mit Musik. Dabei entstehen semantische und akustische Bewegungen, die die Syntax immer wieder ins Lautliche verlassen oder in denen die gelesenen Texte sich gegenseitig anstacheln, weiterführen und transponieren. Fürs Lesen, Übersetzen und Improvisieren verwenden sie eine Vielzahl literarischer Vorlagen, u.a. von Petrarca, Hans Arp, Blaise Cendrars, Ödön von Horváth, Stéphane Mallarmé, Philippe Jaccottet und Giacomo Leopardi.
Norbert Lange, geboren 1978 in Gdynia, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Berlin. Zuletzt erschienen: Unter Orangen. Gedichte (Das Wunderhorn 2021).

Workshop: Lyrikvortrag und Improvisation als Translationsspiel

Workshop: Lyrikvortrag und Improvisation als Translationsspiel
In diesem Workshop wird davon ausgegangen, dass jedes laute Lesen von Literatur ein Translationsvorgang ist, nämlich die Übersetzung des geschriebenen Textes in eine bestimmte Situation. Dieser Zusammenhang von Ursprungstext und mündlicher Übertragung soll in einem freien Spiel und in möglichst vielen Variationen erkundet werden. Bei all diesen an einer künstlerischen Praxis orientierten Übungen werden Begriffe wie 'Übersetzung', 'Interpretation' und 'Improvisation' immer wieder reflektiert und näher unter die Lupe genommen. Es werden unterschiedliche Möglichkeiten des Vorlesens von Literatur erprobt, sei es als Lesung eines Gedichtes oder anderen literarischen Textes oder sei es als inhaltliche oder klangliche Improvisation auf Basis des geschriebenen Textes. Verschiedene Techniken des stimmlichen und klanglichen Ausdrucks beim Sprechen und auch des bloß lautlichen Improvisierens werden dabei zur Anwendung kommen und miteinander kombiniert werden.

  • FR 7.6.2024 10:00-15:00
  • SA 8.6.2024 10:00-15:00
  • FR 14.6.2024 10:00-15:00
  • SA 15.5.2024 10:00-15:00
  • FR 21.6.2024 10:00-15:00

Link zur Lehrveranstaltung
Ort: Bibliothek / Seminarraum Josef-Hirn-Strasse Bibliothek / Seminarraum Josef-Hirn-Strasse

Workshop als Gast im Kurs "Kreatives Schreiben" von Katharina Walter

Thema: Übersetzungsstufen - klangliches und syntaktisches Einfärben einer Sprache durch die Erfahrungen einer anderen Sprache 

Inhalt des Schreib- und Rezitationsworkshops ist das Wechseln, abrupt oder fliessend, von einer Sprache zur anderen innerhalb eines Absatzes, Satzes oder sogar Wortes. Es sollen eigene literarische Texte entstehen, bestehend aus mehreren Sprachen, die man selber kann, aber auch solchen, die man nur rudimentär beherrscht oder in denen man fast gar keine Kenntnisse hat.

Die während des Workshops erarbeiteten Texte sollen zudem in unterschiedlichen, den jeweiligen Texten angemessenen Weisen rezitiert und aufgeführt werden. Dabei werden verschiedene Möglichkeiten ausprobiert, auch beim lauten Sprechen klanglich mit den multilingualen Texten umzugehen.

  • Mi 5.6.2024 12:00-13:30
  • MI 12.6.2024 12:00-13:30

Ort: Innrain 52f (Bruno-Sander-Haus), 6. Stock, Seminarraum 5

Das Programm des Writer in Residence 2024 findet statt mit freundlicher Unterstützung durch sowie in Kooperation mit:

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