Aktuelle Projekte

 

Aktuelle Drittmittelprojekte

Dissertationsprojekte

Habilitationsprojekte

 

Aktuelle Drittmittelprojekte

 

Gianpaolo Chiriacò: Research as Vocality: die afrikanische Präsenz in Neapel (FWF):

Das Projekt „Research as Vocality“ möchte die physische, relationale, politische und expressive Kraft der Stimmen der Künstler*innen und Aktivist*innen mit afrikanischem Hintergrund in Neapel, sowohl ihrer Singstimmen als auch ihrer Wortmeldungen, hervorheben und dadurch diese Künstler*innen und Aktivist*innen in den Vordergrund rücken. Die ethnologische Forschungslinie des Projekts ist auf dialogischen und performativen Kooperationen aufgebaut, in denen Künstler*innen und Forscher*innen historische Dokumentationen analysieren und hinterfragen. Ziel ist die historischen Beziehungen zwischen Neapel und Afrika in den Mittelpunkt zu stellen, um ein neues und nachhaltiges Verständnis für aktuelle Fragen der Mobilität, Nationalität, Unterschiede in Bezug auf Ethnizität oder Geschlecht, Zugang zu Rechten und Möglichkeiten aufzubauen.

 

Estefanía Bournot: Forgotten Routes across the Atlantic Cultural Transfers between Africa and Latin America (1960–1990) (APART-GSK): 

This project examines the Pan-African encounters and national cultural diplomatic actions as nodal points of the Transatlantic transfers between Latin America and Africa, that were articulated between 1960 and 1990, in the bipolar political frame of the Cold War. Specifically, the research focuses on diverse routes of circulation of intellectuals and artists between Brazil, Colombia, Cuba, Senegal, Algeria and Nigeria and the way these exchanges facilitated the emergence  of race-conscious discourses in the Americas and positioned culture at the core of the decolonial project and solidarity alliances among Third World countries.

 

Erica Autelli: GEPHRAS 2 (FWF):

GEPHRAS2 ist das Folgeprojekt von GEPHRAS (romanistik-gephras.uibk.ac.at, Leitung: Erica Autelli): Beide Projekte sind vom FWF gefördert und widmen sich der Erstellung eines phraseologischen Online-Wörterbuchs Genuesisch-Italienisch (Autelli/Lusito/Konecny/Toso 2018-21; in Vorb.). Ziel ist es, genuesische Phraseme (Kollokationen, Idiome, kommunikative, komparative und strukturelle Phraseme) mit ihren aktuellen italienischen Äquivalenten systematisch zu erfassen, inkl. Angabe verschiedener Varianten, metalexikographischen Informationen, IPA-Transkriptionen, Audiodateien, Beispielsätzen, historischen Belegen und Bildern zu je einem Phrasem eines Lemmas. Besonders innovativ sind die zahlreichen Suchoptionen, die ein Durchstöbern der Datenbank nach einzelnen oder mehreren Wörtern, Phrasemtyp oder morphosyntaktischer Kategorie – auf Genuesisch oder Italienisch – ermöglichen und dabei auch den verschiedenen Graphien des Genuesischen Rechnung tragen. Das Projekt soll zur Dokumentation und Erhaltung des gefährdeten Genuesischen beitragen und zugleich als Modell für weitere phraseographische Arbeiten dienen.

 

Gianpaolo Chiriacò: Soniethio: sonic ethnographies, italian colonialism, and dignity restitutions (Horizon Europe - MSCA):

Musik und Gesangstücke spielen oft eine große Rolle bei der Gestaltung und der Darstellung kultureller Begegnungen. Das Projekt hat zum Ziel diese Tatsache im Kontext des zweiten italienisch-äthiopischen Krieges zu untersuchen. Während der italienischen Besetzung Äthiopiens wurden Schallplatten in Form von Schellacken mit 78 U.p.M. hergestellt, die sowohl für das institutionelle Archiv in Italien als auch für den kommerziellen Vertrieb bestimmt waren. Darüber hinaus wurde nur wenige Monate nach dem Eintritt Italiens in den Zweiten Weltkrieg eine offizielle Monographie über äthiopische Musik in italienischer Sprache veröffentlicht. Die Sammlungen aus Tonarchiven und Ethnographien aus dieser Periode werden – sowohl in Äthiopien als auch in Italien – verwendet und dienen als Anregung einer partizipativen Forschung. Es wird die Frage nachgegangen welche Bedeutung diese kulturellen Produktionen in der Entwicklung von gesellschaftlichen und sozialen Veränderungsprozessen haben, die Darstellungen, Aufführungen, persönlichen sowie kollektive beinhalten.

 


 

Dissertationsprojekte

 

Mario Casale: Das italienische Migrationskino: eine intersektionale Analyse

Im Forschungsprojekt "Das italienische Migrationskino: eine intersektionale Analyse" analysiere ich ein umfangreiches Korpus von Filmen zum Thema der gegenwärtigen Migrationen nach Italien, die von italienischen und ausländischen Regisseur*innen sowie Regisseur*innen der „zweiten Generation“ produziert wurden.  Mein Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse der filmischen Darstellung der Konstruktionen von Rasse und Ethnizität, Geschlecht und Sexualität sowie sozialer Schicht und zielt auf eine Ausdifferenzierung und situierte Identifizierung der dargestellten Identitäten von Migrant*innen im italienischen Kino der letzten 30 Jahre (1990-2020).

 

Evelyn Ferrari: Lettura postcoloniale dei testi di Annie Vivanti (Postkoloniale Lektüre der Texte von Annie Vivanti)

Annie Chartres Vivanti (Norwood, 1866 – Turin, 1942) war eine kosmopolitische und polyedrische Schriftstellerin, die lange Zeit in Italien lebte und viele ihrer Werke auf Italienisch veröffentlichte. Obwohl sie am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert sehr berühmt war, geriet sie nach ihrem Tod in Vergessenheit, u.a. auch wegen des Inkrafttretens der Rassegesetze in Italien (1938), welche die Werke vieler jüdischstämmiger AutorInnen (darunter auch Annie Vivanti) aus den Bibliotheken und den Verlagen verbannten. Heute, im Zuge des Interesses für die „scrittura femminile“, ist Annie Vivanti, zusammen mit vielen anderen weiblichen Autorinnen, wiederentdeckt worden. Losgelöst von einem nationalen Kontext, bewegte sich diese Autorin schon früh über die Grenzen hinweg. Ihre Perspektive ist also nie vollständig „intern“, da sie stets einen ganz besonderen kosmopolitischen Blick bewahrt. Annie Vivanti hat sich mit verschiedenen Themen beschäftigt, u.a. auch mit der kolonialen Thematik (Alterität, Hybridität, Identität usw.). Diese wird insbesondere in drei Texten behandelt: in den Romanen Terra di Cleopatra (1925), Mea Culpa (1927) (zum britischen Kolonialismus in Ägypten), und in der Novelle „Tenebroso amore“ (1920) (zum italienischen Kolonialismus in Libyen). Mit meiner Arbeit möchte ich eine systematische, bisher noch nicht durchgeführte, postkoloniale Lektüre der Produktion von Annie Vivanti anbieten, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Frau und des weiblichen Körpers innerhalb des (post-)kolonialen Imaginären und Diskurses. Dadurch möchte ich die Innovation und v.a. die Modernität der literarischen Leistungen von Annie Vivanti betonen und die Reichweite ihres writing back aufzeigen.

 

Gabriele Hassler: ¿Cómo ser poeta lesbiana? Autorización y sexualidad en las figuraciones autoriales de Gloria Fuertes y María Elena Walsh

Ausgehend von der Frage “Wie lesbische Dichterin sein?” wird das bislang wenig erforschte lyrische Werk der vorrangig für ihre Kinderliteratur bekannten Autorinnen Gloria Fuertes (Madrid, 1917- 1998) und María Elena Walsh (Buenos Aires, 1930-2011) hinsichtlich ihrer Selbstentwürfe und Autorisierungsstrategien als Dichterinnen untersucht. Im Vordergrund stehen dabei die konzeptuellen Verflechtungen zwischen kultureller Autor*schaft und Geschlecht/Heteronormativität. Damit knüpft das Projekt an die in den letzten Jahren in der Hispanistik vermehrt rezipierten Autor*schaftsstudien an und unterzieht deren Methoden und Begriffen einer queer-feministischen Revision.

 


 

Habilitationsprojekte

 

Erica Autelli: Fraseografia bilingue e delle varietà. Riflessioni diacroniche e sincroniche su esempio di alcune lingue e varietà romanze

In ihrer Habilitation Fraseografia bilingue e delle varietà. Riflessioni diacroniche e sincroniche su esempio di alcune lingue e varietà romanze widmet sich Erica Autelli der Phraseologie und Phraseographie und gibt einen Überblick über ihre Entwicklung und Terminologiegeschichte. Sie untersucht phraseographische Werke verschiedener Jahrhunderte aus Italien, Frankreich und Spanien und erarbeitet metalexikographische Richtlinien für die Erstellung moderner bilingualer Wörterbücher, mit besonderem Augenmerk auf diatopische Varietäten sowie phraseodidaktische und computerlinguistisch relevante Aspekte.

 

Carmen Konzett-Firth: FRAISE

Die explorativ-qualitative Studie beforscht anhand eines Videokorpus die L2-Interaktionskompetenz von Lernenden im Französischunterricht. Die konversationsanalytische Untersuchung liefert eine umfassende Beschreibung linguistischer und multimodaler Handlungsmuster in schulischen L2-Interaktionen, präsentiert longitudinale Fallanalysen ausgewählter Aspekte fremdsprachlicher mündlicher Kompetenz und diskutiert Implikationen der empirischen Resultate für das Lehren und Lernen von Fremdsprachen.

 

Ornella Kraemer: Io non ho paura: Zur systematischen Rehabilitierung italienischer Kinder- und Jugendbuchliteratur

Die Untersuchung von Texten, die sich explizit an Kinder und Jugendliche richten, rückt erst in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses. Gerade in der italienischen Literaturwissenschaft fristete dieses Themenfeld bislang, wenn überhaupt, ein Nischendasein – vorwiegend in didaktischen Forschungsprojekten. Dass aber auch die Literaturwissenschaft nicht länger umhin kann, sich den Kinder- und Jugendbüchern italienischer Autor_inn_en zuzuwenden, ist das zentrale Postulat des vorliegenden Forschungsprojekts. „Die Angst der Literaturwissenschaft vor der kinder- und Jugendbuchliteratur“ ist immer noch sowohl evident als dringend zu beheben.Ausgehend von diesem Befund leitet sich der Arbeitstitel des Projekts ab, der sich auf den Jugend-Besteller-Roman und –Film Io non ho paura von Niccolo Ammaniti und eine systematische Rehabilitierung italienischer Kinder- und Jugendbuchliteratur in den Literaturwissenschaften bezieht.

 

Monika Messner: Ho voglia di andare in vacanza!Multimodalität in der Vermarktung von Tourismusräumen

Monika Messner untersucht in ihrem Habilitationsprojekt aus dem Blickwinkel der Linguistik und Semiotik, wie touristische Räume in Print- und online-Medien multimodal inszeniert werden. Ferner werden auch Betrachtungsweisen aus der Kulturwissenschaft und der Medienlinguistik mit einbezogen. Der Fokus liegt auf der Analyse von Sprach-(bewegtes)Bild-Kombinationen zur werbestrategischen Visualisierung des touristischen Raums als attraktives Urlaubsziel. Ziel ist es, diese Art von Werbung – Tourismuswerbung/Destinationswerbung – unter unterschiedlichen Gesichtspunkten – und ggf. unter kontrastiver Perspektive – zu betrachten, etwa wie sich Räumlichkeit, Zeitlichkeit oder auch Synästhesie durch den Einsatz unterschiedlicher Modalitäten artikulieren.

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