Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Open Access. Anregungen und Ideen für neue Fragen nehmen wir sehr gerne entgegen unter: open-access@uibk.ac.at

Allgemeine Fragen
Fragen für Forschende
Fragen für Studierende
Rechtliche Fragen
Fragen zu Creative Commons Lizenzen

 

Allgemeine Fragen

Welche Idee verfolgt Open Access?

Die Grundidee von Open Access ist, wissenschaftliche Literatur kostenlos und für alle im Internet frei zugänglich zu machen, d.h. ohne finanzielle, rechtliche oder technische Barrieren, so dass sie von allen Interessierten und insbesondere von der wissenschaftlichen Fachwelt ohne Einschränkungen nachgenutzt werden kann. Als Definition von Open Access wird nach wie vor auf die Budapest Open Access Initiative von 2002 und die Berliner Erklärung von 2003 verwiesen. Im März 2017 hat sich auch die Universität Innsbruck mit der Verabschiedung einer Open Access Policy ausdrücklich zu Open Access Veröffentlichungen bekannt.

Warum Open Access publizieren?

Die wichtigsten Vorteile von Open Access sind - neben kostenlosen Zugang - die maximale und beschleunigte Verbreitung wissenschaftlicher Informationen und die weltweite Auffindbarkeit über Suchmaschinen. Dies führt zur höheren Sichtbarkeit und in Folge zur größeren Zitierhäufigkeit von Open Access Publikationen. Durch die Vergabe von freien Lizenzen (siehe Rechtliche Aspekte: "Was versteht man unter Creative Commons"), wie sie in den Open-Access-Erklärungen empfohlen werden, ermöglicht Open Access eine bessere Nachnutzung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse.

Was ist der Unterschied zwischen Gold, Hybrid und Green Open Access?

Gold Open Access sind Erstveröffentlichung wissenschaftlicher Werke, z.B. als Artikel in Open-Access-Zeitschriften, in Open-Access-Sammelwerken oder als Open-Access-Monografien.

Hybrid Open Access bezeichnet Artikel, die in Closed-Access-Zeitschriften, also subskriptionspflichtigen Zeitschriften, erscheinen und gegen Gebühr freigekauft und somit kostenlos zugänglich gemacht werden können. Mit vielen Verlagen bestehen Vereinbarungen, die Angehörigen der Universität Innsbruck kostenloses oder kostenreduziertes Open Access Publizieren ermöglichen.

Mit Green Open Access ist die Zweitveröffentlichung (im Englischen self-archiving) von bereits bei Verlagen publizierten Werken gemeint, die nach Ablauf einer entsprechenden Wartefrist in institutionellen oder fachlichen Repositorien verfügbar gemacht werden.

Was sind Article Processing Charges (APC)?

Die Article Processing Charge (APC) bezeichnet die Publikationsgebühr für die Finanzierung von Open Access Zeitschriftenartikeln. Diese werden von den AutorInnen beglichen, z.B. aus Forschungs- oder Projektgeldern, und können unter Einhaltung bestimmter Kriterien durch den Publikationsfonds der Universität Innsbruck (teilweise) abgedeckt werden. Für viele subskriptionspflichtige Zeitschriften sowie Open Access Journals gibt es spezielle Konditionen für Angehörige der Universität Innsbruck, kostenlos oder kostenreduziert Open Access zu publizieren.

Was ist ein institutionelles Repositorium?

Institutionelle Repositorien sind Publikationsserver, die z.B. durch Universitätsbibliotheken betrieben werden und Publikationen ohne Zugangsbeschränkung verfügbar machen. Das institutionelle Repositorium der Universität Innsbruck dient als zentrale Plattform für die Zweitveröffentlichung wissenschaftlicher Publikationen ihrer Forschenden. Die Universität Innsbruck bestärkt in ihrer Open-Access-Policy Forschende, bereits veröffentlichte Publikationen im institutionellen Repositorium Open Access verfügbar zu machen. Veröffentlichungen im Repositorium sind für alle Interessierten zugänglich, erhalten eine dauerhafte und zitierfähige Internetadresse und sind über internationale Suchsysteme (z.B. Base oder OpenAIRE) auffindbar. Außerdem gewährleistet das Repositorium eine sichere Archivierung der Publikationen an zentraler Stelle. Neben Zweitveröffentlichungen dient das Repositorium als zentraler Publikationsserver für alle Hochschulschriften, die im Rahmen eines Master-, Diplom- oder Doktoratsstudiums verfasst werden.

Wie kann ich die Qualität eines Open Access Journals sicherstellen?

Leider genügen nicht alle OA-Zeitschriften den hohen Ansprüchen wissenschaftlicher Qualitätssicherung, das kann von mangelhafter Qualitätskontrolle bis zu sogenannten Raubverlagen (auch als „Fake Journals“ oder „Predatory Journals“ bekannt) reichen. Bei der Auswahl einer geeigneten Open Access-Zeitschrift sollten daher folgende Punkte beachtet werden:

Zudem helfen auch Services wie think.check.submit bei der Wahl eines geeigneten Mediums.

Weitere Informationen zu Predatory Journals: https://www.uibk.ac.at/ulb/services/predatorypublishing.html 

 

Fragen für Forschende

Welche Publikationen werden vom Publikationsfonds gefördert? 

Der Publikationsfonds der Universität Innsbruck fördert ausschließlich Artikel in reinen Open-Access-Zeitschriften, die nicht im Rahmen von Projekten mit OA-Förderung verfasst werden. Zu den Vergabekriterien.

Warum werden hybride Open Access Publikationen nicht vom Publikationsfonds gefördert? 

Open Access Artikel in subskriptionspflichtigen Zeitschriften werden bereits über Verträge mit Verlagen, die die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULBT) in Zusammenarbeit mit der Kooperation E-Medien Österreich (KemÖ) ausgehandelt hat, finanziert. Dadurch soll das sogenannte „double dipping“, also das gleichzeitige Bezahlen des Abonnements und der Freischaltung einzelner Artikel durch öffentliche Gelder vermieden werden.

Welche Publikationen werden vom FWF gefördert? 

Der FWF fördert Open Access Publikationen, die im Rahmen eines FWF-Projektes entstehen zusätzlich zum Projektbudget und bis zu drei Jahre nach Beendigung des Projekts. Gefördert werden Publikationen in reinen Open Access Zeitschriften sowie die Option Open Access in Subskriptionszeitschriften (hybrid). Mehr dazu hier.

Außerdem bietet der FWF die Möglichkeit zur Förderung von selbstständigen Open Access Publikationen wie z.B. Monographien, Sammelbände, Proceedings sowie neue Publikationsformate. Weitere Information finden sich hier.

Welche Vereinbarungen mit Verlagen zum kostenlosen Open Access Publizieren oder zu reduzierten APCs gibt es an der Universität Innsbruck? 

Die aktuelle Auflistung der Verlage, mit denen die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULBT) in Zusammenarbeit mit der Kooperation E-Medien Österreich Vereinbarungen ausgehandelt hat, finden Sie hier.

Wie kann ich meine Publikation ins Repositorium hochladen? 

Durch einen einfachen Upload des PDFs direkt im Webportal VIS (unter dem Reiter "Persönliche Daten" und „Meine Forschung“) gelangen die Volltexte über die FLD ins Repositorium. Voraussetzung ist, dass es bereits einen bestehenden FLD-Eintrag der betreffenden Publikation gibt (siehe Handbuch zu "Meine Forschung" und Anleitung zum Upload wissenschaftlicher Publikationen ab S. 16). Die PDFs können aber auch weiterhin über die FLD-Beauftragten hochgeladen werden. Siehe auch https://www.uibk.ac.at/open-access/publizieren/repositorium/ 

Welche Art von Publikationen können im Repositorium veröffentlicht werden? 

Über die FLD können Ausätze in Zeitschriften, Aufsätze in Sammelwerken und Monographien ins Repositorium hochgeladen werden. Grundsätzlich ist es auch möglich, andere Textsorten, z.B. graue Literatur in Form von Forschungsberichten usw., im Repositorium zu veröffentlichen. Sollte es dazu keinen FLD-Eintrag geben, melden Sie sich bitte unter open-access@uibk.ac.at oder DW 25401.

Was ist der Unterschied zwischen einem Preprint, Postprint und der Published Version? 

Ein Preprint entspricht der Manuskriptfassung, die bei einer Zeitschrift für eine Veröffentlichung eingereicht, jedoch noch nicht von Peers evaluiert und zur Veröffentlichung empfohlen wurde. 
Ein Postprint oder die akzeptierte Manuskriptfassung (Author Accepted Manuscript) ist bereits begutachtet und zur Veröffentlichung angenommen, d.h. der Postprint enthält die Inhalte, nicht aber das Satzbild der Verlagsversion.

Die Published Version (oft auch Version of Record genannt) entspricht der finalen Version, die schließlich veröffentlicht wird.

Außerdem gilt es oft sogenannte Embargofristen einzuhalten. Das heißt, dass manche Verlage die Veröffentlichung von Artikeln über Repositorien erst nach einer gewissen Wartefrist (üblicherweise zwischen 12 und 24 Monaten) erlauben.

Was ist bei einer Koautorenschaft zu beachten? 

Das Einverständnis aller KoautorInnen, egal ob es sich um Angehörige der Universität Innsbruck oder externe Personen handelt, ist Voraussetzung für den Upload ins Repositorium. Durch die Einverständniserklärung beim Upload versichern Sie, keine Rechte Dritter zu verletzen.

Wo finde ich Informationen zu den Verlags-Policies in Bezug auf die Zweitveröffentlichung im Repositorium? 

Für Fachzeitschriften bietet Sherpa/Romeo einen umfangreichen Überblick über die Richtlinien der Verlage in Hinblick auf die Zweitveröffentlichung inkl. Links zu den einzelnen Verlags-Policies. Da die Sherpa/Romeo-Datenbank keine rechtliche Autorität hat, empfehlen wir die Auskunft direkt mit den betreffenden Verlags-Policies bzw. mit dem Verlagsvertrag abzugleichen.

Bei Monographien oder Beiträge in Sammelwerken finden sich diese Informationen in vielen Fällen auf der Verlagshomepage oder im Autorenvertrag. Informationen zur Zweitveröffentlichung finden sich meist unter den Stichpunkten „Open Access Policy“, “Repository Policy”, “Self-archiving”, „Authors’ Rights“, „Copyright Transfer Statement“, „Copyright Transfer Agreement“, „Consent to Publish“, „Copyright – Permissions“, „Manuscript Guidelines“, „Ethics“, „Guidelines“ etc. Bei Unklarheiten empfehlen wir Ihnen direkt beim Verlag nachzufragen. Die Open Access Koordinationsstelle unterstützt Sie gerne bei der Rechteklärung.

Wie finde ich Informationen zur Embargofrist? 

Die Datenbank Sherpa/Romeo   bietet neben Informationen zu den Verlagsrichtlinien von Fachzeitschriften in Bezug auf die Zweitveröffentlichung auch Angaben zu den Embargofristen und/oder Links zu der entsprechenden Verlagshomepage. Bei Monographien oder Beiträge in Sammelwerken finden sich diese Informationen üblicherweise im Autorenvertrag oder auf der Verlagshomepage unter den Stichpunkten „Open Access Policy“, “Repository Policy”, “Self-archiving”, „Authors’ Rights“, „Copyright Transfer Statement“, „Copyright Transfer Agreement“, „Consent to Publish“, „Copyright – Permissions“, „Manuscript Guidelines“, „Ethics“, „Guidelines“ etc.  

Sind Plattformen wie ResearchGate oder Academia.edu Open Access konform? 

Plattformen wie ResearchGate oder Academia.edu sind akademische Netzwerke und werden von vielen WissenschaftlerInnen auch für den Upload von PDFs bereits veröffentlichter (closed access) Beiträge genutzt. Dabei ist aber zu beachten, dass der Upload von Publikationen auf diese Plattformen von Verlagen vielfach gar nicht oder nur unter bestimmten Umständen erlaubt wird. Zu beachten ist auch, dass diese Plattformen keine Open Access Repositorien darstellen. Sie werden kommerziell betrieben und entsprechen nicht den Standards von Open Access Plattformen und Repositorien, da sie über keine persistenten Identifikatoren (z.B. DOI, URN oder PURL) verfügen, keine Maßnahmen zur Sicherung oder Langzeitarchivierung treffen und aufgrund fehlender standardisierter Metadaten nicht von Open Access Suchmaschinen (z.B. BASE) indexiert und geharvestet werden können. Daher sollte unbedingt geklärt werden, ob die Veröffentlichung auf ResearchGate oder Academia.edu verlagskonform ist und die Publikationen sollten zusätzlich in institutionellen oder fachspezifischen Repositorien abgelegt werden.

Wen kontaktierte ich bei Fragen oder Unklarheiten? 

Die Open Access Koordinationsstelle ist die erste Anlaufstelle für Fragen rund um Open Access. Gegebenenfalls wird Ihre Anfrage an die entsprechenden Zuständigen weitergeleitet.

Open Access Koordinationsstelle
Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Abteilung Digitale Services
Barbara Laner
Tel.: +43 (0)512 507 - 25401
 

Bei Fragen zu den Vereinbarungen mit Verlagen, wenden Sie sich bitte direkt an:

Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Abteilung E-Medien
Lisa Hofer, Tel: +43 (0) 512-507-31038
Erika Pörnbacher, Tel: +43 (0) 512-507-2405
Mail: ulb-emedien@uibk.ac.at 

 

Fragen für Studierende

Wo kann ich meine Hochschulschrift hochladen?

Die elektronische Fassung (PDF) der Hochschulschriften der Universität Innsbruck und Medizinischen Universität Innsbruck können über das Webformular in der Digitalen Bibliothek hochgeladen werden. Detaillierte Informationen zum Upload und das Merkblatt zu Einreichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten finden sich auf der Website der Bibliothek.

Warum soll ich meine Hochschulschrift online verfügbar machen?

Wenn Sie der elektronischen Veröffentlichung Ihrer Abschlussarbeit zustimmen, ist sie im Volltext durchsuchbar und durch Suchmaschinen auffindbar, was die Sichtbarkeit und den Leserkreis Ihrer Arbeit wesentlich erhöht. Durch die Vergabe einer URN (persistenter Identifier) erhält Ihre Abschlussarbeit eine dauerhafte stabile und zitierfähige Internetadresse.

Kann eine online verfügbare Abschlussarbeit leichter plagiiert werden?

Im Gegenteil, die CC Lizenzen (Namensnennung verpflichtend) bzw. das Urheberrecht schützen Ihre Arbeit. Gerade dann, wenn Sie Ihre Arbeit online frei verfügbar machen, könnte ein mögliches Plagiat durch Suchmaschinen und Plagiatssoftware leichter aufgedeckt werden. Da ein Plagiat gegen den Willen des/der UrheberIn geschieht, kann es auch rechtlich geahndet werden.

Was muss ich bei kumulativen Abschlussarbeiten beachten?

Enthält Ihre wissenschaftliche Arbeit Teile (z.B. Aufsätze), die Sie bereits publiziert haben oder zur Veröffentlichung eingereicht haben, müssen Sie die Auflagen des entsprechenden Journals bzw. Verlages beachten und gegebenenfalls die Zustimmung Ihrer MitautorInnen einholen.

Bei der Zweitveröffentlichung im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit über ein Repositorium müssen die AutorInnen darauf achten, welcher Version (die Verlage unterscheiden zwischen Preprints, Postprints und dem publizierten Verlags-PDF) vom Verlag erlaubt wird, ob es ein Embargo gibt und sicherstellen, dass die Erlaubnis sowohl für die gedruckte als auch für die Online-Fassung gilt. In jedem Fall muss die Erstpublikation korrekt zitiert werden (wo vorhanden mit DOI).

Wir empfehlen daher, sich bereits vor der Veröffentlichung das Recht auf eine Zweitverwertung Ihrer Dissertation (gedruckt und online) einräumen zu lassen, damit Sie Ihre Dissertation (einschließlich der bereits publizierten Artikel) im Repositorium der Universität Innsbruck bereitstellen können.

Wenn Sie Ihren Artikel Open Access mit einer CC Lizenz publiziert haben, behalten Sie Ihre Urheberrechte und können als Rechteinhaberin ihren Aufsatz auch im Repositorium veröffentlichen.

Wo finde ich Informationen darüber, ob ich meine bereits publizierten Artikel in meiner Abschlussarbeit zweitveröffentlichen darf?

Die rechtlichen Rahmenbedingungen finden sich einerseits in den Verlagsverträgen, andererseits können die Richtlinien der Verlage in Hinblick auf die Selbstarchivierung über die Sherpa/Romeo Datenbank abgefragt werden. Gerade für Dissertationen erlauben viele Verlage im Gegensatz zur üblichen Zweitveröffentlichung die Verwendung der publizierten Version.

Die Seite der TU Berlin sammelt Hinweise zur Nutzung von Artikeln in Dissertationen, u.a. Informationen darüber, ob die Dissertation schon vor Veröffentlichung des Artikels in einem Journal, publiziert werden darf.

Sie können auch nachträglich das Einverständnis des Verlags für eine Zweitverwertung für die Veröffentlichung der Dissertation einholen. Hier ein Beispiel für die Anfrage:

“I am contacting you regarding my publication xx at the University of Innsbruck.
I would like to publish the article as part of my thesis on the institutional repository of the University of Innsbruck (diglib.uibk.ac.at). The repository, as a non-commercial service for all researchers at the University of Innsbruck, is aiming at offering scientific publications open access.
The article would only be published within the thesis to illustrate my work effort and not outside of it.
For this purpose, I would like to use xxx (the final published pdf version) to ensure the connection to the original publication. Can I get your permission for this?
Additionally, I would like to ask if there is an embargo period that I have to comply with.”

Was muss ich beachten, wenn ich meine Arbeit oder Teile davon publizieren möchte?

Wenn Sie planen, Ihre Abschlussarbeit oder Teile daraus erst zu einem späteren Zeitpunkt zu veröffentlichen, ist es ratsam vor der Veröffentlichung im Repositorium der Universität Innsbruck zu klären, wie sich diese auf eine eventuelle spätere Veröffentlichung, etwa in einem Journal, auswirkt. Falls Sie bereits in Kontakt mit einem Verlag sind, lassen Sie sich das Recht auf eine Zweitverwertung einräumen bzw. räumen Sie dem Verlag „einfache Verwertungsrechte“ für die elektronische Publikation ein, damit Sie Ihre Arbeit parallel auch auf dem Repositorium der Universität Innsbruck bereitstellen können.

Falls sich die Veröffentlichung im Repositorium nachteilig auf eine geplante Veröffentlichung in einem Verlag oder Zeitschrift auswirken könnte, können Sie Ihre Arbeit jederzeit zu einem späteren Zeitpunkt online frei verfügbar machen. Ein Sperrantrag ist dazu nicht nötig.

Beachten Sie bitte folgenden Hinweis:

Die Verlage AV-Akademikerverlag und SVH-Verlag kontaktieren systematisch Absolventen von Master- Diplom- und Doktoratsstudien und bieten ihnen an, die Abschlussarbeiten kostenlos zu publizieren. Diese Anfragen sind mit Vorsicht zu behandeln, denn die Arbeiten werden ungeprüft und ohne Gutachterverfahren gedruckt und zu hohen Preisen über Print-on-Demand vertrieben. Ähnliche Geschäftsmodelle verfolgen auch die Verlage GRIN oder Shaker Verlag.

Beabsichtigen Sie eine wissenschaftliche Karriere anzustreben, sollten Sie nach Möglichkeit nicht bei den vorstehenden Verlagen publizieren, da aufgrund mangelnder Qualitätsmerkmale (z.B. Peer Review) keine wissenschaftliche Reputation erlangt wird. Zudem werden solche Werke kaum von Universitätsbibliotheken angekauft.

Wann soll ich eine Sperre beantragen?

Das Feld "Sperrantrag" (inkl. Begründung) im Upload Formular für Hochschulschriften dient nur zu Informationszwecken.  Sollten Sie jedoch einen schriftlichen Antrag auf Sperre bei dem/der zuständigen StudiendekanIn beantragen wollen, ist zu beachten, dass dieser Sperrantrag mit dem entsprechenden Formular im Prüfungsreferat einzureichen ist.

Der Sperrantrag bewirkt, dass nur der Zugriff auf die Metadaten erfolgen kann. Die vollständige Version der Print- und Online Hochschulschrift kann bis längstens fünf Jahre gesperrt werden.  Voraussetzung für die Beantragung eines Sperrvermerks ist dann gegeben, wenn eine Gefährdung rechtlicher oder wirtschaftlicher Interessen der/des Studierenden vorliegt (z.B. Geheimhaltungsklauseln von Firmen, Patentanträge).

Sofern Gründe vorliegen die Hochschulschrift nicht online zu veröffentlichen (z.B. Publikationsvorhaben und Abklärung der erforderlichen Rechte mit Verlagen), empfehlen wir die Arbeit vorerst nicht online verfügbar zu machen und allenfalls nach erfolgter Rechteklärung die Arbeit im Repositorium freizugeben (siehe „Kann ich den Veröffentlichungsstatus nachträglich ändern“).

Kann ich den Veröffentlichungsstatus nachträglich ändern?

Ja, eine nachträgliche Zurücknahme der online Bereitstellung der Abschlussarbeit Ihrerseits ist zwar zulässig, aber nicht empfehlenswert, da Ihre Arbeit bereits einen persistenten Identifier erhalten hat, mit dem andere Ihre Arbeit theoretisch bereits zitiert haben könnten. Ihre Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt frei verfügbar zu machen, ist hingegen unproblematisch und jederzeit möglich. Es reicht eine E-Mail an ULB-digitale-Services@uibk.ac.at mit Angabe des vollen Titels der Arbeit und/oder des Links zu Ihrer Arbeit im Bibliothekskatalog Primo.

Kann ich die Metadaten nachträglich ändern lassen oder das PDF austauschen?

Eine nachträgliche Änderung der Metadaten ist nur in begründeten Fällen möglich. Bitte beachten Sie, dass das PDF mit der gedruckten Version, die Sie im Prüfungsreferat einreichen, ident sein muss. Eine Änderung des PDFs ist daher nur möglich, wenn Sie auch die gedruckte Version dementsprechend ändern. Falls Sie Ihre Arbeit online zur Verfügung stellen möchten und aus rechtlicher Sicht (z.B. bei kumulativen Dissertationen) nicht alle Aufsätze online stellen dürfen, kontaktieren Sie uns bitte vor dem Upload. 

Wen kontaktierte ich bei Fragen oder Unklarheiten?

Bei Fragen zum Upload von Hochschulschriften wenden Sie sich bitte an:

Universitäts- und Landesbibliothek Tirol
Abteilung Digitale Services
Manuela Lerch
Tel.: +43 (0)512 507 - 25404
Mail: ULB-digitale-Services@uibk.ac.at

 

Rechtliche Fragen

Diese FAQ können weder eine professionelle Rechtsberatung ersetzen, noch können konkrete Einzelfälle zu individuellen Sachverhalten damit beantwortet werden. Die Informationen sind eine Hilfestellung zu diversen Rechtsfragen des österreichischen Rechts.

Wozu dient das Zweitverwertungsrecht?

Das Zweitverwertungsrecht dient dem erleichterten Zugang zu wissenschaftlicher Fachliteratur im Sinne von Open Access. Diesem Gedanken folgen auch die institutionellen Repositorien, die zur Zweitverwertung wissenschaftlicher Publikationen eingerichtet wurden.

Welchen Vorteil bringt mir das Zweitverwertungsrecht?

Das Zweitverwertungsrecht befreit wissenschaftliche Beiträge von vertraglich eingeräumten ausschließlichen Nutzungsrechten in Verlagsverträgen. Die AutorInnen dürfen ihre wissenschaftlichen Beiträge bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen im Internet bzw. auf Repositorien zweitverwerten.

Wer darf das Zweitverwertungsrecht anwenden?

AutorInnen die Angehörige des wissenschaftlichen Personals einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln finanzierten Forschungseinrichtung sind und im Rahmen dieser Tätigkeit einen wissenschaftlichen Beitrag geschaffen haben.

Welche Voraussetzungen sind zu beachten bei Anwendung des Zweitverwertungsrechts?

Der wissenschaftliche Beitrag muss in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen sein und darf erst nach Ablauf von 12 Monaten seit der Erstveröffentlichung in der akzeptierten Manuskriptversion öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Quelle der Erstveröffentlichung ist anzugeben. Der Beitrag darf keinem gewerblichen Zweck dienen und für den Verlagsvertrag gilt österreichisches Recht.

Können Studierende auch das Zweitverwertungsrecht anwenden?

Nein, Studierende sind keine Angehörigen des wissenschaftlichen Personals einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln finanzierten Forschungseinrichtung, wie dies in der gesetzlichen Bestimmung verlangt wird.

Gibt es ein international geltendes Zweitverwertungsrecht? 

Nein, es gibt kein international geltendes Zweitverwertungsrecht. Der Autor der eine Zweitverwertung vornehmen möchte, muss zum einen die konkreten Verlagsvertragsbedingungen berücksichtigen und zum anderen auf das Urheberrecht desjenigen Landes abstellen, in dem die Zweitverwertung erfolgen und verfügbar sein soll.

Ist auch ein mündlich abgeschlossener Verlagsvertrag gültig? 

Ja, in Österreich gilt die Vertragsautonomie, d.h. ein Vertragsabschluss erfordert keine bestimmte Form, es herrscht Inhalts- Form- und Gestaltungsfreiheit und auch ein mündlich abgeschlossener Verlagsvertrag wäre gültig. HINWEIS: aus Gründen der Rechtssicherheit ist es ratsam Verlagsverträge immer schriftlich abzuschliessen.

Wie kann ich mir Werknutzungsrechte in Verlagsverträgen sichern, wenn im Verlagsvertrag die Abtretung der ausschließlichen Werknutzungsrechte enthalten ist? 

Um sich Werknutzungsrechte zu sichern, besteht die Implementierung von Vertragszusätzen, Beispiele sh. https://www.uibk.ac.at/open-access/kontakt/rechtliche-aspekte/. HINWEIS: im Nachhinein vorgenommene Verlagsvertragsänderungen müssen, um Rechtsgültigkeit zu erzeugen, immer von allen Vertragsparteien (Verlag, AutorInnen) unterzeichnet werden.

Kann man die Sherpa-Romeo-Liste heranziehen? Gelten die Copyright-Usancen einzelner Verlage immer noch, haben sie sich geändert? 

Die ROMEO-Datenbank wird zwar laufend aktualisiert, hat aber keinen offiziellen Charakter. Sie dient aber als gute Auskunftsquelle. Letztlich gelten jedoch die Vereinbarungen im Verlagsvertrag.

Was sind die Konsequenzen bei Urheberrechtsverletzungen? 

Die AutorInnen (RechteinhaberInnen) denen eine Urheberrechtsverletzung zugefügt wurde, haben Anspruch auf Beseitigung, Unterlassung, Urteilsveröffentlichung, Schadenersatz. Primär erfolgt eine Abmahnung die Urheberrechtsverletzung zu beseitigen und sich schriftlich zu verpflichten, die Urheberrechtsverletzung künftig zu unterlassen. Bei Verweigerung kann der Anspruch gerichtlich durchgesetzt werden. Die unterlegene Partei hat sämtliche Rechtsanwaltskosten/Gerichtskosten und allenfalls auch Schadenersatz zu bezahlen.

Gibt es ein weltweites einheitliches Urheberrecht? 

Nein, das Urheberecht ist ein territorial beschränktes Recht, d. h., dass das Urheberrecht nur im Territorium des Staates Wirkung entfaltet, nach dessen Rechtsordnung es entstanden ist. Es gibt also zahlreiche nationale Urheberrechtsgesetze. In kollisionsrechtlicher Hinsicht gilt das Schutzlandprinzip. Danach sind das Entstehen, der Inhalt und das Erlöschen von Immaterialgüterrechten nach dem Recht des Staates zu beurteilen, in dem die streitgegenständliche Benützungs- bzw. Verletzungshandlung erfolgt.

 

Fragen zu Creative Commons Lizenzen

Welche Creative Commons Lizenzen (CC-Lizenzen) stehen zur Verfügung? 

Es gibt 6 Standardlizenzverträge mit denen AutorInnen der Öffentlichkeit unterschiedliche Nutzungsarten an ihren Werken einräumen können (sh. dazu https://creativecommons.org/licenses/).

Welche Voraussetzungen sind erforderlich, um CC-Lizenzen anzuwenden? 

AutorInnen müssen RechteinhaberInnen ihrer verfassten Werke sein. Dies ist grundsätzlich der Fall, wenn man das wissenschaftliche Werk geschaffen hat und keine Rechte an Dritte (z.B Verlage) übertragen hat.

Welche CC-Lizenzen entsprechen der Definition von Open Access? 

Unter Zugrundelegung der „Berliner Erklärung“ erfüllen nur die Lizenzen CC BY und CC BY-SA den Open Access Gedanken - einen offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen - zu ermöglichen.

Wenn ich die CC-BY Lizenz verwende, dürfen NutzerInnen meinen Text stark verändern und müssen mich als AutorIn nennen, sodass der Eindruck entsteht ich sei AutorIn des veränderten Textes. Wie kann ich dies vermeiden? 

Die CC BY Version 4.0 sieht nunmehr vor, dass die vorgenommenen Veränderungen am Ursprungswerk anzugeben sind (sh. dazu http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/).

Wie kann ich mich gegen Werkmissbrauch schützen? 

Wenn persönlichkeitsrechtlich relevante Veränderungen vorgenommen werden, kann ein sogenannter urheberrechtlicher Entstellungsschutz fruchtbar gemacht werden.

Geht die Urheberschaft an meinem Werk verloren durch die Vergabe einer CC-Lizenz? 

Nein, mit einer CC-Lizenzierung verliert man keine Urheberrechte, sondern man vergibt einzelne Nutzungsrechte an Jedermann, die man auch weiterhin selbst behält. Die Urheberschaft an seinem eigenen Werk verliert man nicht.

Verliert man durch Vergabe einer CC-Lizenz Verwertungsrechte? 

Nein, die Verwertungsrechte bestehen weiterhin. Mit einer CC-Lizenz werden Nutzungsrechte an NutzerInnen (LizenznehmerInnen) vergeben, damit erfolgt eine Gleichstellung zwischen LizenzgeberIn und LizenznehmerIn hinsichtlich lizenzierten Rechten.

Kann ich nach bereits erfolgter Lizenzierung meines Werkes eine Lizenzänderung vornehmen? 

Im Nachhinein von einer restriktiveren Lizenz zu einer liberaleren Lizenz zu wechseln ist möglich. Nicht möglich ist im Nachhinein eine Änderung von einer liberaleren Lizenz auf eine restriktivere Lizenz. Es sollte daher vor Lizenzvergabe genau überlegt werden, welche Nutzungsrechte möchte ich frei geben.

Wenn ich einen Verlagsvertrag abgeschlossen habe, darf ich zudem die Publikation unter einer CC-BY Lizenz online verfügbar machen? 

Es ist dann möglich, wenn dem Verlag kein ausschließliches Werknutzungsrecht übertragen wurde, bzw.  wenn sich die AutorInnen das Recht vorbehalten haben mittels Vertragszusatz, ihre Werke neben der Verlagspublikation unter einer freien Lizenz online verfügbar zu machen.

 

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