Wissen­schafts­preis der Stadt Inns­bruck ver­liehen

Fünf Preisträger*innen der Uni Innsbruck nahmen am 18. November den „Preis der Landeshauptstadt Innsbruck für wissenschaftliche Forschung“ im Rahmen eines Festakts in den Ursulinensälen entgegen. Mit dem mit 20.000 Euro dotierten Preis würdigt die Stadt Innsbruck junge Nachwuchsforscher*innen.
Wissenschaftspreis LHI 2021
Bild: v.l.: assoz. Prof. Mag. Mag. Dr. Andrea Brait , Mag. Dr. Matthias Haller, Ass.-Prof. Mag. Mag. Dr. Clara Rauchegger, LLM, Ass.-Prof. Mag. Mag. Dr. Christine Lehne-Gstreinthaler, (assoz. Prof. Mag. Mag. Stefan Häussler, PhD konnte beim Feskakt leider nicht anwesend sein). (Credit: Uni Innsbruck)

Die Verleihung nahmen die für Universitäts- und (Fach-)Hochschulangelegenheiten ressortverantwortliche Stadträtin Christine Oppitz Plörer, Rektor Tilmann Märk und Vizerektorin Ulrike Tanzer, vor.

„Nachdem die Verleihung im vergangenen Jahr pandemiebedingt ausfallen musste, freut es mich umso mehr, heuer den Preis wieder persönlich übergeben zu können. Die Förderung junger Forscherinnen und Forscher ist für eine internationale Universitätsstadt wie Innsbruck essentiell. Ich gratuliere herzlich zum wissenschaftlichen Erfolg“, betonte Stadträtin Oppitz-Plörer.

Die Preisträger*innen

assoz. Prof. Mag. Mag. Stefan Häussler, PhD – Fakultät für Betriebswirtschaft
Stefan Häussler ist seit Oktober 2020 als assoziierter Professor am Institut für Wirtschaftsinformatik, Produktionswirtschaft und Logistik tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind insbesondere die Auftragsfreigabe, das Durchlaufzeitmanagement und die Maschinenbelegungsplanung und deren praktische Anwendung. Methodisch fokussiert er sich vor allem auf Simulation (disrcrete event simulation) und Optimierung (lineare Programmierung), aber auch quantitative Methoden aus anderen Bereichen wie z.B. ökonomische Experimente oder Methoden des maschinellen Lernens. In aktuellen Forschungsprojekten beschäftigt er sich mit dem menschlichen Bestellverhalten innerhalb von Lieferketten, der Anwendung von künstlicher Intelligenz in der Produktionsplanung und der Verbesserung und Anwendbarkeit von Auftragsfreigabemodellen. Stefan Häussler wurde für seine Arbeiten zum Bestellverhalten von menschlichen Entscheidungsträger*innen in Lieferketten mit begrenzter Kapazität ausgezeichnet.

assoz. Prof.in Mag.a Mag.a Dr.in Andrea Brait – Philosophisch-Historische Fakultät
Andrea Brait hat an der Universität Wien Geschichte, Politikwissenschaft und Germanistik studiert und mit einer Arbeit zum Gedächtnisort Historisches Nationalmuseum promoviert. Im Anschluss war sie drei Jahre als Lehrkraft für Deutsch, Deutsch als Zweitsprache sowie Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung an Berufsbildenden Höheren Schulen tätig. Sie hat den Anschluss an die Wissenschaft aber auch in dieser Zeit nie verloren. In der Postdoc-Phase entwickelte sie ihre Forschungsschwerpunkte weiter und beschäftigt sich unter anderem mit historischen Museen, insbesondere Militärmuseen, außerschulischen Lernorten sowie mit der österreichischen Auslandskulturdiplomatie. Ihre Expertisen bringt sie in verschiedene Gremien, wie der Kommission zur Überprüfung des Heeresgeschichtlichen Museums, und wissenschaftliche Vereinigungen, wie der Gesellschaft für Geschichtsdidaktik Österreich, ein. Seit 2015 ist sie Assistenzprofessorin am Institut für Zeitgeschichte und am Institut für Fachdidaktik der Universität Innsbruck. Andrea Brait wurde für ihre Studie zum historischen Lernen im Zuge von Besuchen der österreichischen Landesmuseen ausgezeichnet.

Ass.-Prof.in Mag.a Mag.a Dr.in Clara Rauchegger, LLM – Rechtswissenschaftliche Fakultät
Clara Rauchegger ist seit 2020 Assistenzprofessorin am Institut für Theorie und Zukunft des Rechts und am Digital Science Center der Universität Innsbruck. Sie promovierte 2016 an der Universität Cambridge als Stipendiatin des UK Arts & Humanities Research Council und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Anschließend war sie zwei Jahre lang Max-Weber-Postdoc am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz, wo sie unter anderem ein vom FWF finanziertes Erwin-Schrödinger-Projekt leitete. Raucheggers Forschungsschwerpunkte liegen im Europarecht und im Recht der Digitalisierung. Insbesondere erforscht sie das Zusammenspiel von EU-Grundrechten und nationalen Verfassungsrechten und die unionsrechtliche Regulierung digitaler Plattformen und neuer Technologien. Clara Rauchegger wurde für ihre Arbeiten zur EU Grundrechte Charta ausgezeichnet.

Ass.-Prof.in Mag.a Mag.a Dr.in Christine Lehne-Gstreinthaler – Rechtswissenschaftliche Fakultät
Christine Lehne-Gstreinthaler studierte Klassiche Philologie (Latein) und Rechtswissenschaften und begann nach dem Studium am Institut für Römisches Recht und Rechtsgeschichte der Universität Innsbruck zu arbeiten, wo sie bis heute tätig ist. Ihre Dissertation zu den Juristen der römischen Republik wurde 2019 beim renommierten Böhlau-Verlag veröffentlicht. Daneben forscht und publiziert Lehne-Gstreinthaler zu Cicero, zur antiken Schiedsgerichtsbarkeit und zum römischen Strafrecht. Ihr Habilitationsvorhaben zum Recht der Verjährung hofft Lehne-Gstreinthaler 2023 abzuschließen. Christine Lehne-Gstreinthaler wurde für ihre Studie zu den römischen Juristen der Republik ausgezeichnet.

Mag. Dr. Matthias Haller – Rechtswissenschaftliche Fakultät
Matthias Haller studierte Italienisches Recht an der Universität Innsbruck. Anschließend absolvierte er die Gerichtspraxis und war ab 2016 unter anderem als wissenschaftlicher Projektmitarbeiter am Institut für Europarecht und Völkerrecht der Universität Innsbruck tätig. Seit 2018 ist er Universitätsassistent am dortigen Institut für Italienisches Recht im Bereich des Öffentlichen Rechts. Nach der Promotion im Frühjahr 2020 absolviert er noch bis September 2021 das LL.M.-Programm in Comparative, European and International Laws am European University Institute (EUI) in Florenz. Haller ist Mitglied des Forschungszentrums Föderalismus der Universität Innsbruck. Für seine Forschung wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Matthias Haller wurde für seine Publikation zum Südtiroler Minderheitenschutzsystem ausgezeichnet.

Ausschreibung und Vergabe

Der mit Gemeinderatsbeschluss vom 22. März 1979 ins Leben gerufene Preis wird seit 2006 jeweils in einem Jahr an die Medizinische Universität Innsbruck sowie in den beiden darauf folgenden Jahren an die Leopold-Franzens-Universität in den Sparten Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft vergeben. Die jeweilige Universität führt die Ausschreibung durch und schlägt die Preisträger*innen vor. Die Stadt Innsbruck möchte damit junge Nachwuchsforscher*innen würdigen. Der zur Verfügung gestellte Betrag von insgesamt 20.000 Euro kann für eine Forschungsarbeit vergeben, aber auch – wie heuer – auf mehrere Preisträger*innen aufgeteilt werden.

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