Wissenschafts- und Forschungspreise verliehen

Die Ökologin Ulrike Tappeiner und der Mathematiker Alexander Ostermann wurden für ihr wissenschaftliches Gesamtwerk mit dem Wissenschaftspreis der Stiftung Südtiroler Sparkasse ausgezeichnet. Vier weitere WissenschaftlerInnen erhielten für ihre hervorragenden Forschungsarbeiten einen Forschungspreis. Die Preise wurden am Mittwochnachmittag im Palais Claudiana überreicht.
StiftungSüdtirolerSparkasse
Bild: v.l.: Rektor Tilmann Märk, Laudator Roland Psenner, Wissenschaftspreisträgerin Ulrike Tappeiner, Wissenschaftspreisträger Alexander Ostermann, Laudator Michael Oberguggenberger, Marjan Cescutti von der Stiftung Südtiroler Sparkasse, Vizerektorin Ulrike Tanzer (Credit: Universität Innsbruck)

Seit dem Jahr 2008 verleiht die Universität Innsbruck im Namen der Stiftung Südtiroler Sparkasse den „Wissenschaftspreis für außergewöhnliche Forschungsleistung der Stiftung Südtiroler Sparkasse“ als Würdigung für das wissenschaftliche Gesamtwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der Universität Innsbruck. Der Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Stellvertretend für Konrad Bergmeister, Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, überreichte Marjan Cescutti die Wissenschaftspreise an die Ausgezeichneten. „Der Preis der Stiftung Südtiroler Sparkasse ermöglicht es uns, engagierte wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen und zu fördern. Dafür möchte ich mich bedanken“, sagte Rektor Tilmann Märk. „Die Motivation, welche die öffentliche Anerkennung hervorragender Leistungen mit sich bringt, trägt zu einer erfolgreichen Universität und Forschungsleistungen auf hohem internationalen Niveau bei.“ Für ihr wissenschaftliches Gesamtwerk wurden in diesem Jahr die Ökologin Ulrike Tappeiner und der Mathematiker Alexander Ostermann gewürdigt: Roland Psenner, emeritierter Professor am Institut für Ökologie und ehemaliger Vizerektor hielt die Laudatio für Ulrike Tappeiner. Weiters hielt Michael Oberguggenberger, Professor am Institut für Grundlagen der Technischen Wissenschaften, die Lobrede für Alexander Ostermann.

Die Ausgezeichneten

Ulrike Tappeiner hat sich auf die ökologische Forschung in Bergregionen spezialisiert und forscht vor allem zu globalen Veränderungen, funktionaler Biodiversität, Ökosystemleistungen und nachhaltiger Entwicklung. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse von sozial-ökologischen Systemen und deren Resilienz gegenüber globalen Veränderungen. Dazu kombiniert Tappeiner Prozessstudien auf Ökosystemebene zu ökologischen Schlüsselfragen wie Biodiversität, Wasser-, Kohlenstoff- und Nährstoffhaushalt mit einem landschaftsökologischen Ansatz. In ihren aktuellen Arbeiten untersucht sie die kombinierten Auswirkungen von Landnutzungs- und Klimaänderungen und deren Auswirkungen auf Ökosystemleistungen. Ulrike Tappeiner studierte an der Universität Innsbruck Biologie und Informatik. 1985 erlangte sie mit einer Dissertation zur Schipistenökologie ihre Promotion. In der Folge arbeitete sie als Universitätsassistentin am Institut für Botanik, bevor sie sich 1996 mit einer Untersuchung von Gebirgsökosystemen habilitierte. Seit 1995 leitet sie das Institut für Alpine Umwelt der Eurac Research. Parallel dazu arbeitete sie ab 1996 als Assoziierte Professorin am Institut für Botanik und seit 2005 als Universitätsprofessorin für Ökosystemforschung und Landschaftsökologie am Institut für Ökologie der Universität Innsbruck, das sie seit seiner Gründung 2006 bis 2012 leitete. Von 2012 bis 2018 war Ulrike Tappeiner Dekanin der Fakultät für Biologie. 2018 wurde sie dann zur Präsidentin der Freien Universität Bozen gewählt.

 

Alexander Ostermann bewegt sich in seiner Forschung im Spannungsfeld von mathematischer Grundlagenforschung und angewandten Fragestellungen aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Er beschäftigt sich unter anderem mit zeitabhängigen nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen, welche ein mächtiges Werkzeug zur Modellierung komplexer dynamischer Prozesse darstellen. Typische Beispiele dafür sind Reaktions-Diffusions-Advektionsgleichungen, die unter anderem bei der Modellierung von Luftverschmutzung zur Anwendung kommen, sowie nichtlineare Schrödingergleichungen, die für die Beschreibung quantenmechanischer Vorgänge herangezogen werden. Alexander Ostermann studierte Mathematik an der Universität Innsbruck, an der er 1988 auch promovierte. Neben seinem Studium war er von 1982 bis 1988 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Mathematik und Geometrie der Uni Innsbruck tätig, von 1988 bis 1990 war er Assistent an der Universität Genf. 1990 kehrte er wieder an die Uni Innsbruck zurück, wo er sich 1991 für das Fach Mathematik habilitierte. Seitdem ist er - unterbrochen durch zahlreiche Auslandsaufenthalte und mehrere Gastprofessuren - in Innsbruck tätig, zuerst als außerordentlicher und seit 2002 als ordentlicher Professor. Seit 2005 leitet er das Institut für Mathematik, unterbrochen durch seine Funktion als Dekan der Fakultät für Mathematik, Informatik und Physik. Seit 2013 ist er außerdem Leiter des Forschungsschwerpunkts Scientific Computing an der Universität Innsbruck.

 

Die Forschungspreise gingen an:

  • Elisabeth Dietrich-Daum vom Institut für Geschichtswissenschaft und Europäische Ethnologie. In ihrer Arbeit zeichnet sie in einer Monographie auf knapp 400 Seiten die Geschichte von 163 Südtiroler Kindern und Jugendlichen nach, die in den Jahren 1948 bis 1987 über die Staatsgrenze in die Innsbrucker Kinderbeobachtungsstation eingewiesen wurden. Ausgangspunkt sind die Vorwürfe, die seit 2010 gegen eben diese Station, im Besonderen gegen deren langjährige Leiterin, der Heilpädagogin und Psychiaterin Maria Nowak-Vogl (1922-1998), erhoben wurden.
  • Barbara Kraus vom Institut für Theoretische Physik. Gemeinsam mit ihrem Team konnte sie beweisen, dass Transformationen zwischen reinen mehrteiligen, verschränkten Zuständen durch lokale Operationen fast nie möglich sind. Verschränkung ist eine Eigenschaft, die zwei oder mehrere quantenmechanische Systeme besitzen können. Es sind genau jene Korrelationen, die es zum Beispiel ermöglichen, dass Quantencomputer Berechnungen parallel (und damit sehr schnell) ausführen können, etwas, das klassisch nicht möglich ist. Diese Ergebnisse haben weitreichende Folgen in der Verschränkungstheorie und darüber hinaus.
  • Hubert Huppertz vom Institut für Allgemeine, Anorganische und Theoretische Chemie. Ihm ist, gemeinsam mit seinem Team und dem Kooperationspartner OSRAM Opto Semiconductors GmbH, die Synthese neuer Rotleuchtstoffe mit einer möglichst schmalen Emission im roten Bereich des sichtbaren Spektrums gelungen. Dieser leistungsstarke rote Leuchtstoff ist dazu in der Lage, LED-Leuchtmittel deutlich energieeffizienter zu machen und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Energieeinsparung durch optimierte Leuchtstoffe.
  • Martin Messner vom Institut für Organisation und Lernen. In seinen Arbeiten untersuchte er, wie Controlling praktiziert wird und welche Herausforderungen bestehen. Die Ergebnisse zeigen, dass für die Umsetzung des Business Partnerings nicht nur operative ManagerInnen relevant sind. Auch AkteurInnen, mit denen ControllerInnen „backstage“ interagieren, können den Erfolg von Business Partnering beeinflussen, positiv wie negativ. Informationstaktiken zählen dabei zum alltäglichen Repertoire von ControllerInnen.

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