Wissen­schaft­ler disku­tieren Qualitäts­stan­dards für Natur­pro­dukte

Über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler trafen sich Mitte Jänner in Seefeld, um die Erzeugung von natürlichen Wirkstoffen in den Fokus zu rücken. Zum Second Austrian Summit on Natural Products eingeladen hatten das Austrian Drug Screening Institut sowie das Institut für Analytische Chemie und Radiochemie.
Phytovalley 2019
Bild: Eröffnung des Second Austrian Summit on Natural Products durch Prof. Bonn

Das Vertrauen in Naturstoffe und die Nachfrage am Markt nach Produkten mit pflanzlichen Wirkstoffen steigt seit Jahren. Da die Produktion von Naturstoffen im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Produkten aber natürlichen Schwankungen unterliegt, sind Qualitätsstandards für die Entwicklung und die Produktion dieser Stoffe enorm wichtig.  Genau darum ging es beim zweiten „Austrian Summit on Natural Products“ vom 13. Bis zum 15. Jänner 2019 in Seefeld, zu dem sich nach dem erfolgreichen Start im Vorjahr  auch heuer wieder international führende ExpertInnen einfanden. Gemeinsam mit jungen WissenschaftlerInnen diskutierten sie über die neuesten Erkenntnisse im Bereich pflanzlicher Naturstoffe und deren Anwendung in Pharmazie, Kosmetik und Ernährung.

In der Konferenz, die vom Austrian Drug Screening Institut (ADSI) sowie dem Institut für Analytische Chemie und Radiochemie der Universität Innsbruck (UIBK) unter der Federführung von o. Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr. h. c. Günther Bonn und Univ.-Prof. Dr. Hermann Stuppner vom Institut für Pharmazie der Universität Innsbruck organisiert wurde, standen verschiedenste Aspekte der Forschung an Naturstoffen im Mittelpunkt. Der Bogen spannte sich dabei von modernsten Technologien für die Isolierung von Wirkstoffen oder für die chemische Analytik von Inhaltsstoffen über Qualitätskontrolle und Optimierung beim Anbau von Pflanzen bis hin zu wissenschaftlichen Nachweisen von Wirkungen der Naturstoffe.

Internationale Koryphäen

Die Liste der Vortragenden konnte sich sehen lassen: Weltweit führende ExpertInnen der Analytik wie Prof. Jean-Luc Wolfender vom Institut für Pharmakognosie der Universität Genf, Schweiz, Prof. Ilkay Erdogan-Orhan von der türkischen Exzellenzuniversität Gazi in Ankara oder Prof. Thomas Brück von der Technischen Universität München referierten genauso wie die renommierten Wissenschaftler aus Übersee, Prof. Philip Marriott von der Monash Universität in Victoria, Australien, und Prof. Alvaro Viljoen aus Pretoria, Südafrika. Prof. Leandros Skaltsounis aus Athen berichtete in seinem Vortrag über das Screening nach bioaktiven Verbindungen in Nahrungsmitteln wie beispielsweise Olivenöl. Prof. David Mirelman vom Weizmann Institut in Rehovot, Israel, stellte seine Forschungen zum Thema pflanzliche antibiotische Verbindungen vor. Weitere spannende Vorträge zu den Themen antientzündliche Wirkung von Naturstoffen und deren Isolierung hielten von Prof. Oliver Werz aus Jena, Deutschland und Prof. Krystyna Skalicka-Wozniak aus Lublin, Polen.

Neben all diesen internationalen Größen fungierten o. Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr. h. c. Günther Bonn (Universität Innsbruck und ADSI) sowie Univ.-Prof. Dr. Hermann Stuppner (Universität Innsbruck) als wissenschaftliche Leiter des Meetings.

Von der Wissenschaft in die Anwendung

Die Bezeichnung „Phytovalley®“ entwickelte sich schrittweise zu einer Marke in der österreichischen Forschungslandschaft: Im Herzen der Alpen gelegen, beherbergt Tirol nicht nur eine große pflanzliche Diversität, sondern auch Unternehmen sowie wissenschaftliche Einrichtungen, die bereits seit Jahren gemeinsam das enorme Wirkstoffpotential von Pflanzen ergründen. Mit der Phytovalley-Initiative von Prof. Bonn und der Konferenz für Naturstoffe soll die Entwicklung von natürlichen, hochqualitativen Produkten für den Pharma-, Food und Kosmetikbereich weiter vorangetrieben werden.
Am ADSI werden natürliche Wirkstoffe für medizinische und kosmetische Produkte sowie Lebensmittelzusatzstoffe (functional foods) zu untersucht und auch überlieferte Wirkungen von Pflanzen wissenschaftlich nachgewiesen. Es ist daher kein Zufall, dass auch die zweite österreichische Konferenz für Naturstoffe besonders im Hinblick auf Phytopharmazie, Phytokosmetik und Nutritions in Tirol stattfindet.

 

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