Weiter­bildung für den inter­kulturellen Schüler­austausch

YFU ist eine der renommiertesten gemeinnützigen Organisationen für Schüleraustausch. In Österreich steht ein Team aus Ehrenamtlichen den SchülerInnen und Gastfamilien mit Rat und Tat zur Seite. Nun haben die BetreuerInnen sich über Herausforderungen ihrer Arbeit ausgetauscht. Die Uni Innsbruck organisierte ein Seminar, bei dem Prinzipien für die Zusammenarbeit bei YFU reflektiert wurde.
Die TeilnehmerInnen des YFU-Freiwilligen-Seminars an der Universität Innsbruck.
Bild: Die TeilnehmerInnen des YFU-Freiwilligen-Seminars an der Universität Innsbruck. (Credit: Fischer)

Youth for Understanding (YFU) steht für die Förderung von interkulturellem Verständnis, gegenseitigem Respekt und gesellschaftliche Verantwortung durch bildungsorientierten Austausch für Jugendliche, Familien und Schulen. Die gemeinnützige Organisation wurde in den 1950er Jahren gegründet und koordiniert in Österreich über ihr Wiener Büro die Vorbereitung von SchülerInnen für Austauschjahre im Ausland sowie die Betreuung von Gastfamilien und SchülerInnen in Österreich. Die ehrenamtlichen BetreuerInnen sind eine tragende Säule für die Ziele von YFU. Sie wählen SchülerInnen und Gastfamilien für die Austauschprogramme aus, bereiten diese auf den interkulturellen Austausch vor und betreuen vor Ort. Da die BetreuerInnen früher selbst einmal GastschülerInnen waren, kennen sie die Herausforderungen ‚aus erster Hand’ und bilden sich darüber hinaus regelmäßig fort.

YFU-Freiwilligen-Seminar in Innsbruck

Die Koordinatorin der YFU-Ehrenamtlichen, Alexandra Tichy, war auf der Suche nach einem Freiwilligen-Seminar für den Sommer und fragte beim Bereich Human Resource Management (HRM) der Universität Innsbruck an. Univ.-Prof. Dr. Julia Brandl, Leiterin des Bereichs HRM, sagte spontan zu, ein Seminar anzubieten, und entwickelte mit Alexandra Tichy ein Konzept. Die Ausgangssituation war, dass die YFU-Ehrenamtlichen sich sowohl in der interkulturellen Kommunikation bestens auskennen sowie Erfahrungen in der Leitung von Seminaren für SchülerInnen und deren Eltern haben. Insofern war man sich schnell einig, dass ein Thema her muss, das eine zusätzliche Seite der ehrenamtlichen Arbeit behandelt.

Da Julia Brandl sich in ihrer Forschung mit der Rolle von multiplen Gerechtigkeitsprinzipien in der täglichen Zusammenarbeit befasst und das Seminar auch einen Einblick in die Forschung leisten sollte, wurde das Thema ‚Gerechtigkeit als Fundament der Zusammenarbeit’ gewählt. Acht hoch motivierte YFU-Ehrenamtliche aus ganz Österreich diskutierten an der Universität Innsbruck am 6. August 2016, welche Gerechtigkeitsprinzipien im täglichen Miteinander bei YFU relevant sind. Auf Basis einer Einführung in verbreitete Gerechtigkeitsprinzipien analysierten die TeilnehmerInnen aktuelle Fälle, in denen es Unstimmigkeiten oder handfeste Streitigkeiten gab. Anhand der praktischen Fälle wurde diskutiert, wie sich Gerechtigkeitsprinzipien konkret erkennen und wie sie zur Lösung von Streitigkeiten eingesetzt werden können.

Am Ende des Seminartages hatten die Ehrenamtlichen eine Landkarte mit kritischen Situationen der Zusammenarbeit bei YFU entwickelt, Klarheit über die ihnen wichtigen Gerechtigkeitsprinzipien geschaffen und Vorschläge erarbeitet, wie sie diese Prinzipien weiter bei YFU verankern können. Abgerundet wurde das Seminar durch eine Führung durch die Sonderausstellung ‚Alles Fremd – Alles Tirol’ im Tiroler Volkskunstmuseum.

(Tichy/Brandl)

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