Wallnöfer-Preise vergeben

Die diesjährigen Preise für Forschungs- und Studienprojekte der Eduard-Wallnöfer-Stiftung der Tiroler Industrie mit Unterstützung der Stiftung Südtiroler Sparkasse gingen alle an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Innsbruck.
Die PreisträgerInnen
Bild: Die PreisträgerInnen der diesjährgien Ausschreibung der Eduard-Wallnöfer-Stiftung (Credit: IV Tirol)

Der Hauptpreis für Forschungs- und Studienprojekte ging an Norbert Hermann Köpfele und Kevin Ploner vom Institut für Physikalische Chemie für das Gemeinschaftsprojekt „Entwicklung eines Optimierungsverfahrens für heterogene Katalysatoren am Beispiel der Methan-Trockenreformierung zur Erzeugung von Synthesegas aus CH4 und CO2“. Den beiden Chemikern ging es in ihrer Arbeit um die Entwicklung eines möglichst universell einsetzbaren Optimierungsverfahrens für heterogene Katalysatoren. Diese ermöglichen die Durchführung von chemischen Reaktionen bei niedrigeren Temperaturen und erhöhen so ihre Effizienz und in weiterer Folge ihre wirtschaftliche Relevanz. In diesem Projekt ist es ihnen gelungen, den Wert dieses Verfahrens anhand der Methan-Trockenreformierung, einer vielversprechenden Reaktion, bei der die beiden klimaschädlichen Gase Kohlendioxid und Methan zu nützlichem Synthesegas umgewandelt werden, zu demonstrieren. 

Sonderpreis für „industrietauglichen Quantencomputer“

Ein Sonderpreis der Jury für Forschungs- und Studienprojekte wurde vergeben an Thomas Monz und Philipp Schindler für das Gemeinschaftsprojekt „AQTION“ – Advanced Quantum computing with Trapped IONs. Die beiden Experimentalphysiker arbeiten daran, Quantencomputer als industrietaugliche Geräte zu entwickeln. Im Rahmen des AQTION-Projekts wurde bereits mit internationalen Partnern wie IBM oder Google kooperiert. Auch Tiroler Unternehmen sowie viele lokale Wirtschaftsbereiche werden in die Forschungsarbeiten miteinbezogen, um von der „zweiten Quantenrevolution“ zu profitieren. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, bereits jetzt Quanteningenieure und Tiroler Spezialisten in Innsbruck auszubilden.

Zwei Anerkennungspreise

Ein Anerkennungspreis für Forschungs- und Studienprojekte ging an Thomas Klotz vom Institut für Geologie für das Projekt „Thermochronologische Untersuchungen zur Hebungsgeschichte an der Grenze zwischen Ost- und Südalpen“. Der Geologe möchte mit seinen Untersuchungen jenen Prozessen auf die Spur kommen, welche während der Kollision zwischen europäischer und adriatischer Platte zur Hebung großer Gesteinseinheiten aus vielen Kilometern Tiefe an die heutige Oberfläche geführt haben. Diese tektonischen Vorgänge bilden die Grundlage für das beeindruckende Relief der Alpen und können anhand von modellierten Abkühlpfaden beprobter Gesteine besser verstanden werden.

Ein weiterer Anerkennungspreis für Forschungs- und Studienprojekte wurde vergeben an Clara Rauchegger Institut für Europarecht und Völkerrecht vom für das Projekt „Hassbotschaften, Desinformation und terroristische Propaganda: Rechtswidrige und schädliche Inhalte im Netz“. Die Forschungsschwerpunkte der Juristin liegen im Europa- und im IT-Recht. In ihrem Projekt untersucht sie, wie die Verbreitung von Hassbotschaften, Falschnachrichten und anderen schädlichen Inhalten im Internet verhindert werden kann. Sie analysiert EU-Gesetze, die digitale Plattformen wie Facebook oder YouTube zur Filterung von Online-Inhalten verpflichten, und macht innovative Reformvorschläge für die Zukunft.

Stipendien und Preisgelder

Die „Eduard-Wallnöfer-Stiftung“ war im Jahre 1978 das Geschenk der Tiroler Industrie zum 65. Geburtstag des legendären Landesvaters. Seit Bestehen der „Eduard-Wallnöfer-Stiftung“ konnten bereits 581.357,49 Euro an Stipendien sowie 292.784,21 Euro an Preisgeldern vergeben werden. Das Stiftungskapital wurde 2003 durch die Stiftung Südtiroler Sparkasse verstärkt. Dem Vorstand der „Eduard-Wallnöfer-Stiftung“ gehören an: Ehrenpräsident Dr. Oswald Mayr (Vorsitzender des Stiftungsvorstandes), DI Dr. Heinrich Scherfler (Stellvertreter) sowie Dr. Eduard Wallnöfer (Stellvertreter). Geschäftsführer ist Dr. Eugen Stark.

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