Uni Innsbruck an zwei COMET-Zentren beteiligt

Die Bundesregierung hat 26 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln zur Stärkung des Kompetenz- und Forschungsstandortes Österreich freigegeben. Damit werden drei neue Kompetenzzentren in den Bereichen Produktions­technologien, Informations- und Kommunikations­technologien sowie Life Sciences gefördert, an zweien sind Forschungs­gruppen der Uni Innsbruck beteiligt.
Hauptgebäude der Universität Innsbruck
Bild: Zwei Comet-Zentren mit Innsbrucker Beteiligung wurden kürzlich genehmigt. (Credit: Universität Innsbruck)

„Im COMET-Programm geht es darum, risikoreiche Forschungsvorhaben zu ermöglichen. Damit wird wissenschaftliche Kompetenz und technologisches Know-how in Österreich auf hohem Niveau gebündelt und der direkte Transfer von neuem Wissen in neue marktfähige Produkte und Dienstleistungen beschleunigt", betonen Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, die Geschäftsführer der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. „Mit der Entscheidung werden drei gänzlich neu formierte Kompetenzzentren mit knapp 26 Millionen Euro durch die öffentliche Hand gefördert. Wir stellen über unsere Ressorts dafür gemeinsam 17 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung“, erklären Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck und Infrastrukturminister Norbert Hofer. Forschungsgruppen der Universität Innsbruck sind an zwei der Zentren beteiligt.

Forschung zur Alterung von Gefäßen

VASCage-C heißt das neue Exzellenzzentrum, in dem unter der Federführung der Medizinischen Universität Innsbruck gemeinsam mit der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und Partnern aus Wissenschaft und Industrie zur Alterung des Gefäßsystems geforscht wird. Dafür fließen in den kommenden vier Jahren 17 Millionen Euro nach Tirol. „Wir wollen das größte klinisch-medizinische Forschungszentrum in Österreich werden und durch ausgezeichnete Vernetzung mit hervorragenden Forscherinnen und Forschern in den USA und Europa auch international eine führende Rolle in Sachen Gefäßalterung und klinischer Schlaganfallforschung spielen“, betont Stefan Kiechl von der Innsbrucker Universitätsklinik für Neurologie und wissenschaftliche Leiter des Konsortiums. Das neu bewilligte Forschungszentrum wird zu 50 Prozent von der öffentlichen Hand finanziert, zwei Drittel davon kommen vom Bund, das weitere Drittel verteilt sich auf die Bundesländer Tirol, das mit rund 2,2 Mio. Euro den höchsten Länderanteil trägt, sowie Salzburg und Wien. „Das COMET-Zentrum VASCage-C ist ein Erfolgsmodell des effizienten Technologietransfers. Durch die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft können Top-Ergebnisse der Grundlagenforschung möglichst rasch in moderne Therapien umgesetzt und in der medizinischen Praxis angewendet werden“, erläutert Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf.

Im Verbund mit der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck als wichtigstem Forschungspartner sowie allen anderen Medizinischen Universitäten Österreichs und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen in Italien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie 35 Unternehmen in Europa und den USA legt das COMET-Zentrum den Fokus auf die Themen Gefäßgesundheit und Klinische Schlaganfall-Forschung. „Wir alle haben die Vision eines ‚Gesunden Alterns. In einem international sichtbaren Exzellenzzentrum für Gefäßforschung sollen daher Mechanismen des gesunden Alterns aufgezeigt werden, um eine Verlängerung der Lebensspanne zu erreichen. Im Rahmen des neuen COMET-Zentrums wird es durch den strukturierten Zusammenschluss zwischen exzellenter klinischer Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft möglich sein, diesem Ziel einen großen Schritt näher zu kommen“, betont Gesundheits- und Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg.

Austrian Blockchain Center

Österreich zählt zu jenen Ländern, in denen bereits sehr frühzeitig Blockchain-Know-how aufgebaut wurde. Mit dem COMET Zentrum (K1) Austrian Blockchain Center (ABC) sollen die umfassenden interdisziplinären Kompetenzen im Bereich der Grundlagen und der Anwendung von Blockchain-Technologien nun an einer Adresse gebündelt werden. Am ABC sind 21 wissenschaftliche Einrichtungen, 54 Unternehmen und 17 assoziierte Mitwirkende beteiligt, darunter 16 internationale Einrichtungen/Unternehmen. Die Forschungsschwerpunkte des Zentrums reichen von Industrie 4.0/Internet of Things über den Finanz-, Energie- und Logistikbereich bis hin zu Anwendungen im öffentlichen Bereich und in der Verwaltung. Ziel des ABCs ist die wissenschaftlich fundierte (Weiter-)Entwicklung von Anwendungen, die auf Blockchain-Technologien beruhen. Aus Innsbruck ist die Arbeitsgruppe um Prof. Rainer Böhme vom Institut für Informatik als einziger Partner aus Tirol am ABC beteiligt.

Die vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsthemen des Zentrums werden in fünf Bereichen – „Cryptography, Technology & Security“ (Koordination SBA Research), „Cryptoeconomic Modelling & Blockchain Applications for Business“ (Koordination WU Wien), „Emerging Industries & Blockchains in Manufacturing“ (Koordination FH St. Pölten), „Data Science Methods for Blockchain Analytics & Predictions“ (Koordination AIT und RIAT) und „Legal and Political Implications“ (Koordination WU Wien) – gebündelt und beschäftigen sich u.a. mit wirtschaftlichen, technologischen, anwendungsbezogenen sowie politischen und rechtlichen Fragestellungen. Als Beispiel kann die Verbesserung der Kundenidentifikation und damit der diesbezüglichen Compliance von Banken und Versicherungen genannt werden, die bislang mit der wiederholten Vorlage derselben Dokumente, langen Bearbeitungszeiten, hohen Kosten etc. verbunden ist. Dazu verweisen Einträge in der Blockchain auf bereits überprüfte Daten der Kundenidentifikation, welche Finanzdienstleister ohne weiteren Überprüfungsaufwand immer wieder verwenden können, wobei datenschutzrechtliche Implikationen zu klären sind. Der Einsatz von Blockchains in der Buchführung und Prüfung von Unternehmen, die Etablierung betrugsresistenter Steuererhebungsverfahren, die Gestaltung und Adaptierung von Compliance-Systemen, die vereinfachte Abwicklung grenzüberschreitender Kapitalmarktransaktionen samt deren dinglicher Absicherung durch besitzlose Pfandrechte, die Einführung digitalen Zentralbankgeldes, die unternehmensübergreifende Verwaltung von Messdaten oder die Mensch-Maschine-Interaktion sowie die Maschine-zu-Maschine-Kommunikation in der Industrie 4.0 und die Verbesserung der Transparenz im personalisierten Multi-Channel-Marketing sind weitere vielversprechende Anwendungsgebiete, die starke Wachstumsimpulse erwarten lassen.

(red)

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