Um­welt-Poten­zial von Fett­ab­scheidern voll aus­schöp­fen

Kürzlich wurde unter Beteiligung der Arbeitsgruppe für Abfallbehandlung und Ressourcenmanagement der Uni Innsbruck ein Projekt gestartet, das die Nutzung von Fettabscheidern noch umwelt- und ressourcenschonender gestalten will – Tirol dient dabei als Modellregion.
Das überregionale Expertenteam aus Tirol und Bayern traf sich zum offiziellen Projektstart in Strass im Zillertal. Gemeinsam untersucht man nun Möglichkeiten, um die Nutzung von Fettabscheidern zugunsten von Umwelt und Wirtschaft zu optimieren.
Bild: Das überregionale Expertenteam aus Tirol und Bayern traf sich zum offiziellen Projektstart in Strass im Zillertal. Gemeinsam untersucht man nun Möglichkeiten, um die Nutzung von Fettabscheidern zugunsten von Umwelt und Wirtschaft zu optimieren. (Credit: ATM)

Fett darf nicht in den Abfluss. Was für jeden Privathaushalt gilt, muss auch in Großküchen berücksichtigt werden. Damit kein fetthaltiges Schmutz- und Spülwasser in den Kanal gelangt, ist der Einbau eines Fettabscheiders im gewerblichen Bereich ab einer gewissen Größenordnung Vorschrift. Ein Team aus Tiroler und bayerischen Experten hat es sich jetzt zum Ziel gesetzt, die Nutzung von Fettabscheidern noch umwelt- und ressourcenschonender zu gestalten. Das grenzüberschreitende Vorhaben läuft unter dem Projektnamen FAFODI und wird von der EU gefördert. Beteiligt sind auf Tiroler Seite die Arbeitsgruppe Abfallbehandlung und Ressourcenmanagement der Universität Innsbruck, die Abfallwirtschaft Tirol Mitte GmbH (ATM) und der Abwasserverband Achental-Inntal-Zillertal (AIZ). Diese Woche fiel der offizielle Startschuss beim Auftakttreffen aller Projektpartner in Strass im Zillertal.

Fettabscheider-Nutzung optimieren

„Wir sehen großes Potenzial im Bereich einer optimierten Fettabscheidernutzung. Gerade im tourismusstarken Tirol gibt es viele und vor allem stark beanspruchte Anlagen. Von einer Optimierung hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Technologie und Ökobilanz profitieren Betriebe, Abwassersysteme und nicht zuletzt die Umwelt in der Modellregion Tirol“, so Univ.-Prof. Dr.-Ing. Anke Bockreis, Leiterin der Arbeitsgruppe Abfallbehandlung und Ressourcenmanagement der Universität Innsbruck. Man werde sich den Status quo ansehen und untersuchen, wo Verbesserungen möglich und sinnvoll sind. Einerseits sollen negative Auswirkungen auf Umwelt und Kanal durch falsche oder unzureichende Wartung von Fettabscheidern reduziert und andererseits Fettrückstände bestmöglich genutzt werden. Diese werden nach dem Prinzip „Fett schwimmt oben“ vom Abwasser getrennt und bleiben als energiereiches Substrat zurück – das kann wiederum als wertvoller Rohstoff für die Gewinnung von erneuerbaren Energien dienen.

Vorreiterrolle für Pilotregion

Sich mit der Energiegewinnung aus Altspeisefetten und -ölen auseinanderzusetzen hat bei der ATM schon Tradition, erklärt Geschäftsführer Dr. Alfred Egger: „Im Jahr 1999 haben wir das mittlerweile weithin bekannte Sammelsystem Öli ins Leben gerufen. Seither landet deutlich weniger Fett im Kanal, wo es bekanntermaßen große und auch kostspielige Schäden verursacht. Stattdessen wird es gesammelt und letztlich zu Biodiesel aufbereitet.“ Die handlichen gelben Kübel gibt es inzwischen österreichweit und sogar in Teilen Deutschlands und Italiens. „Wir freuen uns, dass wir unsere Erfahrung der letzten 20 Jahre jetzt in dieses neue Projekt einbringen können. Es ist eine Chance für die Region, wieder eine Vorreiterrolle im Bereich des Altfett-Recyclings einzunehmen“, so Dr. Alfred Egger. Die ATM widmet sich in ihrem Projektpart im Besonderen möglichen Synergien zwischen der Sammlung von Fettabscheiderinhalten und der Sammlung von Bioabfällen, die über Nasssysteme erfasst werden. Das Projekt ist auch dem Abwasserverband AIZ ein großes Anliegen. Dort muss man regelmäßig und meist händisch verfestigte Fettablagerungen im Kanal und bei Pumpstationen entfernen – eine kostenintensive und aufwendige Arbeit.

 (ATM)

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