Textilsensor erleichtert Pflege

Die enge Zusammenarbeit von Forschern der Uni Innsbruck und Vorarlberger Unternehmen bringt Erleichterung für Menschen in Pflegeheimen und deren Betreuer. Der waschbare Feuchtigkeitssensor für Betten wird von dem neugegründeten Spinoff-Unternehmen Texible vermarktet, an dem die Universität Innsbruck beteiligt ist.
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Bild: Eingewebt in die Bettwäsche schlägt der Sensor Alarm, sobald Feuchtigkeit in die Bettwäsche eindringt. Für die Patienten und das Pflegepersonal umständliche, regelmäßige Kontrollen sind nicht mehr nötig. (Credit: Texible GmbH)

Am Forschungsinstitut für Textilchemie und Textilphysik in Dornbirn wird seit vielen Jahren in enger Zusammenarbeit mit der Industrie an neuen technologischen Lösungen für den Einsatz von Textilien geforscht. Um die Innovationen in diesem Bereich voranzutreiben, gründeten Textilunternehmen aus Vorarlberg im Frühjahr 2016 gemeinsam mit der Universität Innsbruck (über die Uni-Holding) das in Hohenems beheimatete Startup-Unternehmen Texible GmbH. Dieses entwickelt maßgeschneiderte technische Textilprodukte für seine Kunden und vermarktet eigene Produkte. „Als Texible profitieren wir bei der Entwicklung und Herstellung technischer Textilien in Vorarlberg im Besonderen von einem Umfeld, das in der Vergangenheit stark von der Textilindustrie geprägt wurde und somit die gesamte textile Wertschöpfungskette bereitstellt“, sagt Geschäftsführer Thomas Fröis.

Sensoren aus der Stickmaschine

Die in Vorarlberg stark verankerte Stickerei ist eine der flexibelsten Fertigungstechniken für technische Textilien. Dabei kommen allerdings Materialien zum Einsatz, mit denen gewöhnliche Stickmaschinen oft überfordert sind. Die von Forschern der Universität Innsbruck zusammen mit dem Unternehmen V-trion speziell entwickelte und zum Patent angemeldete Maschinenerweiterung ermöglicht es, selbst Drähte mit einem Durchmesser von 0,08mm oder Materialien wie Glasfaser, Kupfer und Stahl mit konventionellen Stickmaschinen zu verarbeiten. Mit dieser Technologie lassen sich neue Stromkollektoren für elektrochemische Zellen herstellen, die ohne Verluste in der Energieeffizienz mit einem bis zu fünffach höheren Strom belastet werden können. Auch diese Technologie wurde von der Universität Innsbruck und drei beteiligten Vorarlberger Unternehmen zum Patent angemeldet.

Mit Vorarlberger Innovationspreis gewürdigt

Ebenfalls aus dem Labor der Dornbirner Forscher um Prof. Thomas Bechtold stammt ein waschbarer Sensor, der mit einem Netzwerk von Unternehmen entwickelt wurde und die Pflege von inkontinenten Patientinnen und Patienten erleichtern soll. Eingewebt in die Bettwäsche schlägt dieser Sensor Alarm, sobald Feuchtigkeit in die Bettwäsche eindringt, die für Patienten und Pflegepersonal umständlichen, regelmäßigen Kontrollen entfallen. Was einfach klingt, ist in der Praxis allerdings gar nicht so leicht umzusetzen: „Wesentliche Herausforderungen bei der Gestaltung und Entwicklung solcher Pflegeprodukte sind beispielsweise die industrielle Waschbeständigkeit, das einfache Handling in der Pflege, eine flexible und belastbare Gestaltung ohne Fehlalarme und die Auswahl geeigneter Prozesse zum Aufbringen der Nässebarriere“, schildert Thomas Fröis. Für Entwicklung der Inkontinenz-Betteinlage wurde das Unternehmen in der vergangenen Woche mit dem Vorarlberger Innovationspreis 2016 ausgezeichnet.

Innovation für den Menschen

Das Potenzial für die Vermarktung des neuen Sensors sieht Fröis allein in Österreich bei einer halben Million Stück pro Jahr. Er hat aber auch den deutschen Markt im Visier und dafür bereits einen kompetenten Vertriebspartner gefunden. Die Zusammenarbeit zwischen der Universität Innsbruck und zahlreichen Partner aus Industrie, Pflege und dem Wäschereibereich führte nicht nur zur Gründung eines vielversprechenden Vorarlberger Unternehmens, sondern wir auch vielen Menschen Erleichterung bringen, die auf Pflege angewiesen oder selbst in der Pflege tätig sind.

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