Tex­tilien nach­haltig beschi­chten

Ein Forschungsvorhaben zur nachhaltigen Textilimprägnierung mit wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften der Arbeitsgruppen um den Chemiker Herwig Schottenberger und den Textilforscher Thomas Bechtold erhielt vor kurzem eine Prototypenförderung des Wirtschaftsministeriums.
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Bild: Innsbrucker Forscher entwickeln umweltfreundliche Beschichtungen für Textilien. (Credit: pixabay.com/Esther Merbt)

Zwölf Universitätsprojekte werden bei der Ausarbeitung ihrer wirtschaftlich verwertbaren Prototypen mit 1,3 Millionen Euro unterstützt. Das teilte das Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium Ende Januar mit. „Die Bandbreite reicht von richtungsweisenden medizinischen Fortschritten über ausgeklügelte Neuerungen im Maschinenbau bis hin zu 3D-Druck und textilen Innovationen“, sagte Minister Reinhold Mitterlehner anlässlich der Entscheidung durch eine Expertenjury. „Prototypen zeigen die technische Machbarkeit und die Einsatzmöglichkeiten in der wirtschaftlichen Praxis auf. In der Praxis kommt jeder Durchbruch heimischen Klein-und Mittelbetrieben zugute, die in Österreich Arbeitsplätze schaffen.“ Bei den Projekten werden bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten gefördert, die Laufzeit darf 18 Monate nicht überschreiten.

Herwig Schottenberger und Thomas Bechtold führen ihr Projekt zur nachhaltigen Textilimprägnierung mit wasser- und schmutzabweisenden Eigenschaften in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur Wien durch. Fluororganische Verbindungen und speziell perfluoralkylierte Stoffe sind aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften in der Industrie sehr beliebt. Ihre Umweltpersistenz und ökotoxikologischen Eigenschaften haben sie aber auch berüchtigt gemacht. Die Chemikalien, die besonders gute ölabweisende Eigenschaften aufweisen, wurden von den Umweltbehörden deshalb inzwischen auch verboten. Deshalb wird weltweit fieberhaft nach Ersatzstoffen gesucht.

Die Innsbrucker Forscher haben vor kurzem eine neue Klasse von umweltfreundlicheren, polymerisierbaren und geladenen Fluortensiden entwickelt. Im Zuge einer eingereichten Patentanmeldung konnten sie die Synthese und die technische Eignung dieser Stoffe bereits für den Einsatz in Hydrogelen, als Tenside, in Schiwachs, als Lack und in Textilbeschichtungen zeigen. Mit den nun zugesprochenen Mitteln wollen die Forscher jetzt Prototypen für Textilbeschichtungen entwickeln, die den Stand der Technik übertreffen und zeitnah in den Markt eingeführt werden können. Beschichtungen dieser Art haben eine sehr weite Verbreitung gefunden und sind deshalb von großer ökonomischer Relevanz.


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