Tag des Denkmals auf der „Hohen Birga“

Beim Europäischen Tag des Denkmals 2016 besichtigten zahlreiche Besucherinnen und Besucher auch die archäologische Ausgrabungsstätte auf der „Hohen Birga“, wo seit einigen Jahren Forschungen des Instituts für Archäologien durchgeführt werden.
tag_des_denkmals_1800x1080.jpg
Bild: Gang eines eisenzeitlichen Hauses in Birgitz (Credit: Florian Müller)

Die „Hohe Birga“, ein bewaldeter Hügel nördlich von Birgitz, wurde vor über 2.000 Jahren von den Rätern, der vorrömischen Bevölkerung Tirols, besiedelt. 1937 entdeckt, fand eine erste archäologische Ausgrabung bereits im folgenden Jahr statt. Dabei handelte es sich um die erste systematisch-wissenschaftliche Untersuchung einer rätischen Höhensiedlung in Nordtirol. Die weitere Erforschung konnte allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt und dabei in mehreren Grabungskampagnen bis in die späten 1950er Jahre hinein sieben Gebäude freigelegt werden.

Grabung, Restaurierung und Rekonstruktion

In den folgenden Jahrzehnten geriet der Platz aber zunehmend in Vergessenheit, die bislang entdeckten Überreste verfielen und wucherten zu. 2001 wurde schließlich der „Verein Archäotop Hohe Birga“ gegründet, um in Zusammenarbeit mit dem Institut für Archäologien der Universität Innsbruck die zugewachsene und verwilderte Fundstätte zu sanieren und dringende Restaurierungsmaßnahmen einzuleiten. Unter der Leitung von Ass.-Prof. Mag. Dr. Florian Müller konnten in den letzten Jahren zwei Gebäude vollständig freigelegt werden. Die Häuser waren auf künstlich errichteten Terrassen direkt in den Hang eingetieft worden. Der Eingang aus massiven Trockenmauern glich einem teils verwinkelten Korridor und die aufgehenden Wände bestanden ursprünglich aus Holz. Neben neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen wurden von Anfang an aber auch Überlegungen zur künftigen Präsentation der Häuser für eine interessierte Öffentlichkeit, also zu ihrer Konservierung und teilweisen Rekonstruktion, angestellt.

„Tag des Denkmals“ auf der „Hohen Birga“

Die Ergebnisse dieser Arbeiten konnten beim heurigen „Tag des Denkmals“ besichtigt werden. Der Tag des Denkmals ist der österreichische Beitrag zur europäischen Initiative der European Heritage Days (EHD) und das jährliche Denkmalevent in Österreich. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren, dieses erlebbar zu machen und Interesse für die Belange des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege zu wecken. Unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs“ konnte man daher in ganz Österreich das kulturelle Erbe der unmittelbaren Heimat näher und aus unterschiedlichsten Blickpunkten kennen lernen. Einer der 13 Besichtigungspunkte in Tirol war auch die „Hohe Birga“, wo der Grabungsleiter Florian Müller bei Führungen über 70 interessierten Besucherinnen und Besuchern den Fundplatz, aber auch die Maßnahmen zu Erhaltung der ausgegrabenen Überreste erklären konnte: „Die über 2.000 Jahre alten Trockenmauern wurden konserviert, die ursprünglichen hölzernen Inneneinbauten teilweise rekonstruiert und alles durch moderne Schutzdächer überdacht.“ In Kombination mit dem Rätermuseum in Birgitz, in welchem die zahlreichen Funde aus den Grabungen auf der „Hohen Birga“ ausgestellt werden, konnte durch die Zusammenarbeit von Universität und Verein mit dem archäologischen Freigelände ein Anziehungspunkt für alle Archäologieinteressierten geschaffen werden.

(Florian M. Müller)

Unileben aktuell – die neuesten Beiträge

weitere Beiträge

Nach oben scrollen