Tag der offenen Tür am Institut für Atem­gas­analytik

Das Institut für Atemgas­analytik in Dornbirn ist das führende europäische Zentrum für Atemgas­analyse und deren Anwendungen im Screening von Erkrankungen und in der Therapieüberwachung sowie in Medikamenten­verträglichkeits­studien und physiologischen Untersuchungen. Im Rahmen eines Tages der offenen Tür informierte das Institut am Freitag über das Potenzial der Atemgasanalyse.
Gruppenbild mit Andrea Kaufmann (Bürgermeisterin Dornbirn), Marco Freek (Medizinuni Innsbruck), Christopher Mayhew (Institutsleiter), Sabine Schindler (Vizerektorin Uni Innsbruck), Stefan Fitz-Rankl (Geschäftsführer fh vorarlberg), Anke Bockreis (Vizerektorin Uni Innsbruck) und Gabriela Dür (Land Vorarlberg, Wissenschaft und Weiterbildung).
Bild: Andrea Kaufmann (Bürgermeisterin Dornbirn), Marco Freek (Medizinuni Innsbruck), Christopher Mayhew (Institutsleiter), Sabine Schindler (Vizerektorin Uni Innsbruck), Stefan Fitz-Rankl (Geschäftsführer fh vorarlberg), Anke Bockreis (Vizerektorin Uni Innsbruck) und Gabriela Dür (Land Vorarlberg, Wissenschaft und Weiterbildung). (Credit: Uni Innsbruck)

Das Aufblasen eines Atembeutels – ähnlich einem Luftballon – reicht, um eine Probe für die Atemgasanalyse zu erhalten. Die so gewonnenen Proben lassen sich anschließend mittels eines Massenspektrometers auf flüchtige Substanzen untersuchen. Substanzen, die – so die Wissenschaftler am Institut für Atemgasanalytik – Hinweise auf krankhafte Prozesse im menschlichen Körper liefern können. Einsatzmöglichkeiten sind zum Beispiel die nicht-invasive Früherkennung bestimmter Erkrankungen – vor allem Karzinom-Erkrankungen, aber auch psychische Erkrankungen – oder auch das therapeutische Monitoring in der personalisierten Medizin – vor allem im Bereich der Chemotherapie. Weiterhin wäre es ein Quantensprung in der Gesundheitsvorsorge, wenn sich die Möglichkeit ergäbe, kurz nach Behauchung eines elektronischen Handgeräts automatisiert Rückmeldung über eventuelle Auffälligkeiten in der Ausatemluft zu erhalten. Auch daran arbeiten die Wissenschaftler des Instituts für Atemgasanalytik beispielsweise im Rahmen des vom Technion – Israel Institute of Technology geleiteten Horizon-2020-Projekts SNIFFPHONE, in dessen Verlauf ein add-on-Tool für das Smartphone entwickelt wird, das eine automatische Atemgasuntersuchung zur routinemäßigen Gesundheitsvorsorge ermöglichen soll.

Sicherheitsforschung

Darüber hinaus soll das massenspektrometrische Know-how des Instituts auch zur Weiterentwicklung der Sicherheitstechnik genutzt werden. So arbeitet ein derzeit laufendes, vom Österreichischen Förderungsprogramm für Sicherheitsforschung – KIRAS unterstütztes Institutsprojekt an der Weiterentwicklung eines tragbaren Suchgerätprototyps zur Detektion menschlicher Spurengase und personengenerierter Wärme, der beim Auffinden versteckter Menschen im Rahmen der Schleppereibekämpfung zum Einsatz kommen soll.

Europäisches Kompetenzzentrum

Mithilfe dieser und weiterer Forschungsprojekte will das Institut in den nächsten Jahren zum europäischen Kompetenzzentrum für Atemgasforschung und deren Anwendung in den Gesundheitswissenschaften heranreifen. Weitere Kooperationen mit Ärzten, Krankenhäusern und medizinisch-industriellen Partnern werden deshalb angestrebt.

Zum Institut

Das Institut für Atemgasanalytik wurde 2006 als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Dornbirn gegründet und 2010 zum Institut umgewandelt. Nach sehr erfolgreichen Aufbaujahren wurde es am 1. Februar 2014 in die Universität Innsbruck eingegliedert. Professor Anton Amann leitete das Institut seit seiner Gründung bis 2015; mit 1. Oktober 2016 wurde Professor Christopher Mayhew zum Direktor des Instituts für Atemgasanalytik bestellt. Gemeinsam mit ihm arbeiten derzeit zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Umsetzung des großen Potenzials der Atemgasanalyse.


Unileben aktuell – die neuesten Beiträge

weitere Beiträge