Spin-off AQT geht strate­gische Par­tner­schaft ein

Das Quanten-Software-Start-up HQS in Deutschland und das Tiroler Hardware-Unternehmen AQT bündeln ihre Kräfte. Sie haben eine strategische Partnerschaft vereinbart, um den Markt für die Anwendung von Quantencomputern gemeinsam zu erschließen.
Symbolbild Quantencomputer
Bild: Chemische Simulationen werden auf Quantencomputern in Innsbruck durchgeführt. (Credit: IQOQI Innsbruck/Harald Ritsch)

Die globale Partnerschaft verbindet die Erfahrung von HQS Quantum Simulation bei der Bereitstellung von Software zur Erleichterung der bevorstehenden Revolution im computergestützten Materialdesign mit dem Know-how von AQT im Bereich des Ionenfallen-Quantencomputers.

Vorhersagesimulationen sind der Schlüssel für die Entwicklung von Materialien und ihre Anwendung in der Strukturplanung. HQS entwickelt Software für die Materialsimulation und hat die kostenlose, einfach zu bedienende Plattform SCCE für die Simulation von Gittermodellen herausgebracht. SCCE ist eine cloudbasierende Quantencomputerplattform für eine breite Palette von Anwendern. Im Rahmen der neuen Kooperation stellt AQT seine Quantencomputer als Back-end für SCCE zur Verfügung.

„Derzeit lösen wir stark korrelierte Gittermodelle mit Hilfe von DMRG (Density Matrix Renormalization Group). Doch egal wie optimiert die Methode auch sein mag, klassische Computer sind grundsätzlich begrenzt“, sagt Michael Marthaler, CEO von HQS Quantum Simulations, „Während es eine Weile dauern wird, bis Quantencomputer die bestehenden Methoden überholen, wollen wir die Lösung von kleinen Testmodellen auf dem AQT-Quantencomputer ermöglichen.“

AQT ist ein führendes Start-up im Rennen um den Bau eines Quantencomputers. Als Spin-off der Universität Innsbruck und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften realisiert AQT mit Hilfe öffentlicher Investitionen Quantencomputer, die auf der individuellen Manipulation von gefangenen geladenen Atomen basieren. Die Ionenfallen-Plattform hat eine geringe Fehlerrate und kann leicht auf größere Systeme hochskaliert werden.

AQT bietet einen Cloud-Zugang zu seinem Quantencomputer für ein breites Spektrum von Anwendungen. „Chemie und Materialien unterliegen den Regeln der Quantenmechanik. Die Herausforderung besteht darin, das chemische Verständnis mit der Programmierung von Quantencomputern zu verbinden“, sagt Thomas Monz, CEO von AQT, „Die Kombination der Theorie- und Software-Erfahrung von HQS mit der Hardware- und Ingenieurskompetenz von AQT wird den nutzer- und anwendungsorientierten Fortschritt in diesem Bereich erheblich erleichtern.“

Die zweite Quantenrevolution

Es besteht kein Zweifel, dass die Quantenrevolution bevorsteht. Die Quantentechnologie spielt in allen Bereichen des Geschäftslebens eine immer wichtigere Rolle. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie die Entwicklung digitaler Lösungen beschleunigen müssen, um im Wettbewerb an der Spitze zu bleiben.

Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung von Quantencomputern ist das hochkomplexe Zusammenspiel von Hard- und Software. Zwei europäische Start-ups, jedes ein Pionier auf seinem Gebiet, HQS Quantum Simulations, eines der führenden europäischen Quantensoftware-Start-ups und AQT, einer der führenden Anbieter von Quantencomputer-Hardware, können gezielte und optimierte Lösungen anbieten und werden gemeinsam eine breite Palette innovativer Anwendungen in verschiedenen Bereichen der Industrie und der Wissenschaft anbieten.

HQS entwickelt Algorithmen, die sowohl auf konventionellen, hochmodernen Computern als auch auf Quantencomputern funktionieren. Die Zusammenarbeit ermöglicht den Kunden direkten Zugang zu quantenchemischen Softwarelösungen von HQS, die über das CIRQ-Framework sofort auf einem AQT-Ionenfallen-Quantencomputer in Innsbruck implementiert werden können. Die Kunden werden direkt vom Leistungsvorteil der Quantencomputer gegenüber ihren klassischen Pendants profitieren.

AQT ist ein Quantencomputer-Startup mit Sitz in Innsbruck, das auf jahrzehntelanger experimenteller und theoretischer Expertise auf dem Gebiet der Quanteninformationsverarbeitung an der Universität Innsbruck und dem Akademie-Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) aufbaut. Das Ziel von AQT ist es, Quantentechnologien aus einer Laborumgebung herauszuholen und diese Technologien in alltägliche Produkte umzusetzen. Langfristiges Ziel ist ein Quantencomputer auf der Basis von gefangenen Ionen, der in einer normalen IT-Infrastruktur installiert wird und von jedem PC oder Laptop aus leicht zu bedienen ist. AQT hat erhebliche öffentliche Investitionen erhalten, um diese Ziele zu erreichen.

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