Sos­nov­sky-Preis 2019 ver­liehen

Der Sosnovsky-Preis wurde am 24. Juni 2019 im CCB verliehen. Dieses Jahr ging er an den Chemiker Dr. Thomas Götsch, BSc MSc für seine Dissertation zu Festoxidbrennstoffzellen. Die diesjährige Feier war die nunmehr schon 20. Verleihung des Preises.
Gruppenbild Verleihung Sosnovsky-Preis 2019
Bild: Hubert Huppertz, Dekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie, Forschungs-Vizerektorin Ulrike Tanzer, der Preisträger Thomas Götsch und Joachim Schantl (von links). (Credit: Universität Innsbruck)

Thomas Götsch arbeitet zu einem integralen Bestandteil der für die Energiewende benötigten Infrastruktur, die im Zuge der Klimaerwärmung immer mehr an Bedeutung gewinnt: Festoxidbrennstoffzellen. Seine Dissertation, für die er mit dem Sosnovsky-Preis ausgezeichnet wurde, trägt den Titel „Preparation and Characterization of Complex Oxide Thin Film Systems”. In dieser Arbeit hat er sowohl klassische als auch moderne Materialien dieser Brennstoffzellen mit dem Ziel, deren Kristallographie und elektronische Struktur unter relevanten Bedingungen zu bestimmen, untersucht, wobei er sowohl auf Modellsysteme (Dünnfilme) als auch auf reale Systeme (Pulver) zurückgegriffen hat. Im Zuge dessen wurde auch ein großes Augenmerk auf die Entwicklung und den Entwurf neuer Messtechniken und Apparaturen gelegt. Einen signifikanten Teil der Arbeit stellt die Analyse von Dünnfilmen aus Yttria-stabilisiertem Zirkonoxid dar, das immer noch der am häufigsten verwendete Sauerstoffleiter in der Industrie ist. Mit Hilfe einer eigens entwickelten Analyseroutine, welche es erlaubt, die mittels Beugungsmethoden ansonsten sehr schwer zu differenzierenden Phasen anhand der Gitterparameter zu unterscheiden, konnte er einen wichtigen Schritt in der Entschlüsselung des Phasendiagrams machen. Des weiteren hat Götsch eine neue auf relativistischen Effekten beruhende Spektroskopietechnik zur Bestimmung von Defektzuständen entwickelt, die sogenannte Čerenkov-Spektroskopie, die in Zukunft eine wichtige Rolle in der Halbleitertechnik spielen könnte.

Das Stifterpaar Sosnovsky

Die Sponsoren des Preises, Dr. Christine und Prof. Dr. Georg Sosnovsky, FRSC, haben in den ersten Nachkriegsjahren an der Universität Innsbruck das Chemie-Studium absolviert. Die berufliche Laufbahn führte das Ehepaar Sosnovsky zunächst nach Australien und später in die USA, wo beide einen Großteil ihres Berufslebens verbrachten. Dr. Christine Sosnovsky war acht Jahre als Senior Scientist am Tribophysics Institute in Melbourne tätig und beschäftigte sich mit Untersuchungen der chemischen und physikalischen Eigenschaften von Kristallgitter-Oberflächen sowie deren katalytischen Auswirkung auf den Verlauf chemischer Reaktionen. Zudem lehrte sie an der Universität Melbourne. Anschließend forschte sie als Senior Scientist in den USA am Illinois Institute of Technology sowie am Illinois Gas Institute und hielt Vorlesungen als Associate Professor. Außerdem war sie Beraterin bei der Stadtverwaltung von Chicago und bei der US-amerikanischen Organisation für Umweltschutz. Sie verstarb 2008.

Georg Sosnovsky wirkte seit 1967 als Professor an der University of Wisconsin in Milwaukee und war Emeritus und Adjunct Professor an dieser Universität. Seine vielfältigen industriellen und akademischen Forschungstätigkeiten erstrecken sich vornehmlich auf Methoden der synthetischen Organischen Chemie und auf die Synthese biologisch aktiver Substanzen. Auf dem Gebiet der Medizinischen Chemie befasste er sich mit Synthesen und in-vivo-Auswertungen von chemotherapeutisch aktiven Antikrebs-Substanzen sowie von Kontrastmitteln für die Magnetische Resonanz Diagnostik. Anlässlich ihres „Goldenen Doktorjubiläums“ kamen Dr. Christine und Prof. Dr. Georg Sosnovsky 50 Jahre nach ihrer Promotion wieder nach Innsbruck und stifteten im Jahr 1999 den nach ihnen benannten Preis. Dieser Preis wird seither jährlich verliehen und zeichnet eine hervorragende Dissertation aus dem Fach Chemie an der Universität Innsbruck aus. Georg Sosnovsky ist im Frühjahr 2018 im Alter von 97 Jahren verstorben.

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