Sosnovsky-Preis 2017 verliehen

Der diesjährige Sosnovsky-Preis wurde am 19. Juni im CCB verliehen und geht an die Chemikerinnen Dr. Eva-Maria Köck und Dr. Michaela Kogler für ihre Forschung zu Brennstoffzellen. Die Auszeichnung wurde 2017 zum bereits 18. Mal verliehen.
Gruppenfoto zum Sosnovsky-Preis 2017
Bild: Rektor Tilmann Märk, die Preisträgerinnen Eva-Maria Köck und Michaela Kogler, Joachim Schantl und der Dekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie, Hubert Huppertz (von links). (Credit: Uni Innsbruck)

Die beiden diesjährigen Preisträgerinnen erhalten den Sosnovsky-Preis für ihre Arbeit zur Energieversorgung der Zukunft:  Während ihrer Dissertation haben sich Eva-Maria Köck und Michaela Kogler mit zielgerichteter und anwendungsorientierter Grundlagenforschung an Materialien beschäftigt, die sich für Anoden in Festoxidbrennstoffzellen eignen. Dabei untersuchten sie im Speziellen reine und mit Metallen geträgerte Oxide wie z.B. das bereits industriell eingesetzte Yttrium-stabilisierte Zirkonoxid. Die Entschlüsselung von elektrochemischen und oberflächenmolekularen Prozessen stand dabei im Fokus, denn nur durch genaues Verständnis der ablaufenden Prozesse können zielgerichtete Optimierungen durchgeführt werden. Zu diesem Zweck haben die Chemikerinnen spezielle operando/in-situ-Apparaturen konstruiert, mit denen sie als eine von wenigen weltweit in der Lage sind, unter realen Brennstoffzellenbedingungen Messungen durchzuführen. Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Verhalten der Anodenmaterialien in verschiedenen Gasatmosphären (H2O, Synthesegas, CH4, H2, CO, CO2 etc.). Auf dieser Basis können Reaktionsbedingungen präzise variiert werden, sodass Störreaktionen (welche die Lebensdauer und Effizienz von Brennstoffzellen bisher enorm eingeschränkt haben) minimiert oder sogar gänzlich unterbunden werden. Mit der Fülle an wertvollen Erkenntnissen, die die beiden während der vergangenen drei Jahre sammeln konnten (in diesem Fall 16 gemeinsame hochrangig veröffentlichte Publikationen), ist es möglich, gezielt verbesserte und somit leistungsstärkere Materialien für Brennstoffzellen-Anoden zu entwickeln. Diese Informationen bilden wiederum den Grundbaustein für die Entwicklung einer umweltschonenden & treibhausgas-neutralen Energiegewinnung und tragen somit maßgeblich zur baldigen Lösung des globalen Energieproblems bei.

Das Stifterpaar Sosnovsky

Die Sponsoren des Preises, Dr. Christine und Professor Dr. Georg Sosnovsky, FRSC, haben in den ersten Nachkriegsjahren an der Universität Innsbruck das Chemie-Studium absolviert. Die berufliche Laufbahn führte das Ehepaar Sosnovsky zunächst nach Australien und später in die USA, wo es einen Großteil seines Berufslebens verbracht hat. Dr. Christine Sosnovsky war acht Jahre als Senior Scientist am Tribophysics Institute in Melbourne tätig mit Untersuchungen der chemischen und physikalischen Eigenschaften von Kristallgitter-Oberflächen sowie deren katalytischen Auswirkung auf den Verlauf chemischer Reaktionen. Zudem lehrte sie an der Universität Melbourne. Anschließend forschte sie als Senior Scientist in den USA am Illinois Institute of Technology sowie am Illinois Gas Institute und hielt Vorlesungen als Associate Professor. Außerdem war sie Beraterin bei der Stadtverwaltung von Chicago und bei der US-amerikanischen Organisation für Umweltschutz. Sie verstarb 2008.

Der heute 96-jährige Georg Sosnovsky wirkte seit 1967 als Professor an der University of Wisconsin in Milwaukee und ist Emeritus und Adjunct Professor an dieser Universität. Seine vielfältigen industriellen und akademischen Forschungstätigkeiten erstrecken sich vornehmlich auf Methoden der synthetischen Organischen Chemie und auf die Synthese biologisch aktiver Substanzen. Auf dem Gebiet der Medizinischen Chemie befasste er sich mit Synthesen und in-vivo-Auswertungen von chemotherapeutisch aktiven Antikrebs-Substanzen sowie von Kontrastmitteln für die Magnetische Resonanz Diagnostik. Anlässlich ihres „Goldenen Doktorjubiläums“ kamen Dr. Christine und Professor Dr. Georg Sosnovsky 50 Jahre nach ihrer Promotion wieder nach Innsbruck und stifteten im Jahr 1999 den nach ihnen benannten Preis. Dieser Preis wird seither jährlich verliehen und zeichnet eine hervorragende Dissertation aus dem Fach Chemie an der Universität Innsbruck aus.

(red/sh)

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