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Smog-Schnüffler über Korea unterwegs

Ein von der NASA angeführtes Team hat kürzlich die Luftverschmutzung über der koreanischen Halbinsel genauer unter die Lupe genommen. Die Messungen, bei denen auch ein an der Uni Innsbruck entwickeltes Instrument zum Einsatz kam, werden die Grundlage für eine satellitengestützte Überwachung der Luftqualität schaffen.

Die Luft, die wir atmen, ist mit Feinstaub und Ozon verschmutzt. Jährlich erleiden dadurch weltweit etwa drei Millionen Menschen einen vorzeitigen Tod. Betroffen ist vor allem die Bevölkerung in Süd- und Ostasien, aber auch in Europa geht die Zahl der frühzeitigen Todesfälle in die Hunderttausende. Rund 1200 Messstationen sind derzeit in Europa zur Überwachung der Luftqualität in Betrieb. Dennoch ist es schwierig, von lokalen Messungen auf die Luftverschmutzung einer gesamten Region oder gar eines gesamten Kontinents zu schließen. Die Weltraumagenturen in Europa, den Vereinigten Staaten und Asien betreiben deshalb ein ehrgeiziges Projekt: In rund fünf Jahren werden sie mittels Satelliten die Luftqualität über der gesamten nördlichen Halbkugel großflächig und kontinuierlich überwachen. Damit dies gelingen kann, führt die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde NASA seit Jahren Messflüge in der Atmosphäre über besonders verschmutzten Regionen durch. Die Erkenntnisse zur Zusammensetzung und räumlichen Verteilung der Luftschadstoffe soll die Interpretation zukünftiger Satellitendaten erleichtern.

Metropole Seoul als Testfeld

Eine soeben abgeschlossene Messkampagne führte die Forscher nach Südkorea, wo sich mit dem Großraum Seoul und seinen 25 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Metropolregion der Erde befindet. Südkorea liegt zudem in der Abwindfahne Chinas, dem weltweit stärksten Luftverschmutzer. 20 Forschungsflüge wurden über der koreanischen Halbinsel und über dem Gelben Meer durchgeführt. An Bord des NASA-Forschungsflugzeuges war neben US-amerikanischen und koreanischen Forschern auch ein Team der Universität Innsbruck um Dr. Armin Wisthaler mit einem von dem Tiroler Spin-Off-Unternehmen Ionicon Analytik GmbH entwickelten Messgerät. „Das Gerät misst winzigste Spuren von Gasen, die in der Atmosphäre Feinstaub und Ozon bilden, und ist das weltweit beste seiner Art“, sagt Armin Wisthaler, der auch Professor an der Universität Oslo ist. „Mit unseren Messungen wollen wir die Grundlage dafür schaffen, die Daten aus Satellitenmessungen richtig zu interpretieren und damit in Zukunft valide Ergebnisse über die tatsächliche Luftverschmutzung zu erhalten.“

Die Universität Innsbruck und das Spin-Off-Unternehmen kooperieren seit Jahren erfolgreich, um sich mit ständig verbesserter Messtechnik an diesem Forschungsprogramm der NASA beteiligen zu können. Gefördert werden diese Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Rahmen des Austrian Space Applications Programme (ASAP) der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).


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