Ribonukleinsäure

San­fte Wand­lung

Forscherinnen und Forscher der Innsbrucker Universitäten haben ein neues vielseitiges Verfahren zur Umwandlung von RNA entwickelt. In der Fachzeitschrift Angewandte Chemie demonstrieren sie, wie damit komplexe RNA-Peptid-Konjugate synthetisiert und zelluläre RNA mit natürlichen post-transkriptionalen Modifikationen isoliert werden können.

Vor mehr als zwei Jahren startete Olga Krasheninina am Institut für Organische Chemie ihre Forschungsarbeiten zu Ribonukleinsäuren im Rahmen eines vom FWF geförderten Lise-Meitner Stipendiums. Die Früchte ihrer Arbeiten konnten nun geerntet werden: Krasheninina entwickelte eine Methode zur Umwandlung natürlicher RNA, welche breit anwendbar ist. „Eine der größten Herausforderung auf dem Gebiet der Ribonukleinsäuren (RNA) ist die Identifizierung selektiver und quantitativer Umwandlungsreaktionen an RNA, die zum Markieren und für die Entwicklung von RNA-Werkzeugen verwendet werden können“, sagt Olga Krasheninina. Sie entdeckte nun eine Reaktion für native RNA, die das entsprechende Azid-modifizierte RNA-Derivat in quantitativer Ausbeute und unter stereochemischer Kontrolle liefert. Damit können in der Folge etablierte bioorthogonale Verfahren wie Azid-Alkin-Cycloadditionen ('Click'-Chemie) oder Staudinger-Ligationen weiterverarbeitet werden. Krasheninina dokumentierte die Effizienz der neuen Methode anhand der Synthese von Peptidyl-tRNA-Mimetika und für die selektive Isolation zellulärer RNA mit ausgewählten post-transkriptonalen Nukleotidmodifikationen.

Gemeinsamer Erfolg – Spezialforschungsbereich RNA-Deco 

Olga Krasheninina ist derzeit im Rahmen des FWF-geförderten Spezialforschungsbereichs F80 „Decorating RNA for a purpose“ tätig, in dem zwölf Forschungsgruppen aus Biochemie, Biologie und Bioinformatik in Österreich gemeinsam versuchen, die Auswirkungen chemischer Modifikationen auf RNA zu verstehen. Ihr unmittelbarer Kooperationspartner ist dabei Matthias Erlacher, ein ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der ribosomalen Translation an der Medizinischen Universität Innsbruck. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Innsbrucker Universitäten profitieren sehr von der Zusammenarbeit im Centrum für Chemie und Biomedizin, wo sie Ideen zwischen den Arbeitsgruppen austauschen und neue Ansätze rasch ausprobieren können, unabhängig von der institutionellen Anbindung.

News aktuell – die neuesten Beiträge

weitere Beiträge

Nach oben scrollen