Das Rektorenteam 2016 bis 2020

Rektorenteam präsentiert Programm

Anfang März trat das Team um Rektor Tilmann Märk die nächste Rektoratsperiode an der Universität Innsbruck an. In einem Pressegespräch präsentierte das Rektorenteam wichtige Zielsetzungen für die kommenden Jahre und berichtete, mit welchen konkreten Projekten diese umgesetzt werden sollen.

„Das Universitätsgesetz 2002 hat den österreichischen Universitäten große Gestaltungsfreiheiten eingeräumt. Diese veränderte Wettbewerbssituation erforderte eine entsprechende Reaktion seitens der Universitätsleitung: Einerseits mussten die Organisation und die Abläufe in den vergangenen Jahren neu organisiert werden, andererseits galt es, eine Neuorientierung und Profilbildung sowohl in Forschung als auch Lehre einzuleiten“, blickte Rektor Tilmann Märk zurück. „Die vergangenen drei Rektorate an der Universität Innsbruck haben diese Herausforderungen gut gemeistert. Durch kontinuierliche Weiterentwicklung konnte hier ein stetiger Fortschritt erzielt werden. Das zeigen exemplarisch die Drittmittelzahlen, die sich in diesen zwölf Jahren auf über 50 Millionen Euro fast verfünffacht haben“, zeigt sich Märk sehr zufrieden. Die Zahl der Studierenden stieg auf rund 28.500, die Absolventenzahl hat knapp 4.000 pro Jahr erreicht. Die Universität Innsbruck ist eine der internationalsten Universitäten weltweit, rund 40 Prozent der beschäftigten WissenschaftlerInnen und der Studierenden kommen aus dem Ausland. Über 70 Prozent der im Web of Science gelisteten Publikationen entstanden gemeinsam mit internationalen Co-AutorInnen.

Auch die Entwicklung in der Region bewertet Rektor Märk sehr positiv. Mit Unterstützung des Landes Tirol ist es gelungen, mit ersten Kooperationsprojekten die Idee vom Campus Tirol mit Leben zu füllen und die Tiroler Hochschullandschaft näher zusammenzuführen. „Neben der Erfüllung der traditionellen Kernaufgaben in Forschung und Lehre legen wir besonderen Wert auf den Transfer von Wissen in Wirtschaft und Gesellschaft“, betont Tilmann Märk. „Wir wollen die Bedeutung der Universität Innsbruck als Impulsgeberin für die Region, als Partnerin für die Wirtschaft und als Wissenspool für die Gesellschaft weiter auszubauen.“

Als die fünf wichtigsten Ziele für die neue Amtsperiode nannte Rektor Märk: „Die Spitzenposition der Universität Innsbruck in Österreich soll in den kommenden Jahren weiter abgesichert werden, die Universität strebt eine weitere Hebung der Qualität in Forschung und Lehre an, die Aufwertung und strategische Weiterentwicklung in der Lehre („Bologna Revisited II“), der Ausbau der Infrastruktur (Innrain 52a, Haus der Physik) und die Absicherung der Finanzierung und Ausbau der gesellschaftlichen Präsenz.“

Wichtige Vorhaben für die kommenden vier Jahre stellen die VizerektorInnen vor:

Lehre: Anerkennung, Gestaltungsmöglichkeiten, Servicepoint

„Die Lehre ist eine der zentralen Aufgaben der Universität und soll die Anerkennung erhalten, die ihr zusteht“, sagt Bernhard Fügenschuh, der neue Vizerektor für Lehre und Studierende. „Die bereits heute qualitativ und quantitativ ausgezeichneten Leistungen der Lehrenden sollen vermehrt befördert werden und in Beurteilungs- bzw. Vergabekriterien Einzug finden.“ Ziel ist, die beiden universitären Hauptaufgaben, Forschung und Lehre, in gleicher Weise wertzuschätzen und zu honorieren.

Im Sinne von „Bologna revisited II“ sollen Curricula weiter vereinfacht und durch den Ausbau von Wahlmodulen flexibler und individueller gestaltbar werden. Durch den gezielten und vermehrten Einsatz neuer Medien bieten sich erweiterte Möglichkeiten in der Lehre, für Dozierende als auch für Studierende. Damit soll der Gestaltungsmöglichkeit und Eigenverantwortung der Studierenden vermehrt Raum geboten und die Ausbildung wieder einen Schritt universitärer werden.

Als sichtbares Zeichen einer offenen Universität wird am Campus Innrain ein moderner Service- und Infopoint für Studierende entstehen. Die zentral sowie dezentral angebotenen Informationen für Studieninteressierte sollen die gesamte Breite der Bevölkerung erreichen und dabei helfen, die Schnittmenge zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu steigern. Studierende werden ganzjährig in allen universitären Angelegenheiten informiert und unterstützt.

Forschung: Doktoratskollegs, Forschungsinfrastruktur, Open Access

„Gerade in den Jahren vor und nach der Promotion werden nachweislich besonders kreative Forschungsleistungen erbracht“, sagt Sabine Schindler, Vizerektorin für Forschung. „Um diese Kreativität weiter zu fördern, werden wir eine Doktoratskollegsstruktur einführen.“ Betreuung der DoktorandInnen in Teams, interdisziplinäre Strukturen, Diskussions- und Arbeitsmöglichkeiten in Peer Groups, Auslandsaufenthalte und maßgeschneiderte Lehrveranstaltungen werden diese Doktoratskollegs auszeichnen und die Vernetzung unter den Studierenden und Fachbereichen fördern. Diese Doktoratskollegs, die auf Initiative der WissenschaftlerInnen gegründet werden, sollen in das seit mehr als zehn Jahren bestehende, außerordentlich erfolgreiche Forschungsschwerpunktsystem integriert werden. Ziel ist es, jeden der fünf Forschungsschwerpunkte und jede der vier Forschungsplattformen um zumindest ein Doktoratskolleg zu ergänzen.

Ein Hauptaugenmerk soll in den nächsten Jahren auf der Bereitstellung von Mitteln stehen, die der Erneuerung und Erweiterung der Forschungsinfrastruktur dienen. Dazu zählen nicht nur entsprechende Forschungsgeräte und Labors, sondern auch die Ausstattung der Bibliotheken und des Zentralen Informatikdienstes. Um den finanziellen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, sollen die infrastrukturellen Investitionen auch in Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen erfolgen.

Forschung wird überwiegend von öffentlicher Hand finanziert, weshalb die Forschungsergebnisse bzw. deren Grunddaten frei zugänglich sein sollten. Die unter dem Begriff „Open Access“ bekannt gewordene Bewegung erhöht die internationale Sichtbarkeit der Publikationen und erleichtert den Transfer der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Gesellschaft. Die Universität Innsbruck fördert diese Entwicklungen auch in Zukunft organisatorisch und finanziell.

Personal: Arbeitsplatzbedingungen, Personalgewinnung, Diversity Management

„Nach der erfolgreichen Aufbauarbeit im Bereich der Personalplanung wollen wir in den nächsten Jahren noch stärker in eine qualitative Personalarbeit investieren“, betont Wolfgang Meixner, Vizerektor für Personal. „Dies erscheint mir angesichts der angespannten finanziellen Rahmenbedingungen wichtig.“ Schwerpunkte bilden zum einen die Verbesserung der Arbeitsplatzbedingungen einschließlich der internen Kommunikation. Dies beinhaltet die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, die Entwicklung eines neuen Intranets als universitätsinterne Informations- und Interaktionsplattform, die Weiterentwicklung des Unterstützungsangebotes für Führungskräfte und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Hochschule und Familie mit dem Themenschwerpunkt Pflege von nahen Angehörigen, insbesondere Eltern.

Einen zweiten Schwerpunkt legt die Universität im Bereich der Personalgewinnung, um den damit verbundenen Kosten- und Zeitaufwand zu reduzieren. So soll die Sichtbarkeit der Universität als Arbeitgeberin durch das Zusammenführen aller ausgeschriebenen Stellen auf einem Karriereportal und Umstellungen hinsichtlich Ausschreibungsmedien verbessert werden, ein beim Rektor angesiedeltes Welcome Service aufgebaut und die Personalgewinnung insgesamt professionalisiert werden.

Weiters wird eine Weiterentwicklung von der Antidiskriminierung hin zum aktiven Diversity Management eingeleitet und damit die an der Universität vorhandene soziale Vielfalt sichtbar gemacht und genutzt. Dazu werden die bestehenden Maßnahmen und Aktionen zum Thema „Diversity“ gesammelt, vernetzt und sichtbar gemacht, entsprechende Schwerpunkte gesetzt und konkrete Maßnahmen entwickelt. Auch die Beschäftigung von Menschen mit Beeinträchtigung soll weiter gesteigert werden, unter anderem durch ein PhD-Förderprogramm für behinderte NachwuchswissenschaftlerInnen.

Infrastruktur: Campus Innrain, Haus der Physik, Haus der Musik

„Wesentliche Voraussetzung für den Erfolg von Forschung und Lehre sind optimale Rahmenbedingungen“, sagt Anke Bockreis, Vizerektorin für Infrastruktur. „Dementsprechend stehen für mich sowohl Sanierungsmaßnahmen als auch Neubautätigkeiten mit dem Ziel einer zukunftsorientierten räumlichen Weiterentwicklung der Universität im Fokus.“

Allem voran ist der Ersatzneubau Innrain 52a zu nennen, um die Konzentrierung am Campus Innrain durch Rücksiedlung der dislozierten Außenstellen zu befördern und so den Campus-Charakter zu stärken. Neben dem Aspekt der Funktionalität eröffnen Ersatz- oder Neubauten Möglichkeiten für einen energieeffizienteren Betrieb.

Ebenso wichtig ist die Weiterentwicklung am Campus Technik. Hier gilt es, begonnene Planungen zur Umsetzung und Fortentwicklung des Masterplanes voranzubringen und abzuschließen. Das Haus der Physik bzw. zunächst Vorbereitungsmaßnahmen dafür sind für den Erhalt einer herausragenden und zukunftsfähigen Forschung unerlässlich. Die Planungen für die Bauplatzfreimachung werden mit der Bundesimmobiliengesellschaft, der Stadt Innsbruck und dem Land Tirol kontinuierlich abgestimmt. Die nächsten Schritte sind die Bauplatzfreimachung und die Durchführung des Wettbewerbs für das Haus der Physik.

Voraussichtlich Ende 2018 soll das Haus der Musik den Betrieb aufnehmen. Die Grundsteinlegung erfolgte im November des Vorjahres und der Rohbau soll heuer fertiggestellt werden. Die Herausforderung besteht hier darin, für alle Nutzergruppen (Universität Mozarteum, Universität Innsbruck, Bund, Land Tirol und Stadt Innsbruck) dieses Gemeinschaftsprojektes ein zufriedenstellendes Miteinander zu gestalten.

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