Quanten­computer-Start-up und NEC starten Zu­sammen­arbeit

Der japanische Elektronikkonzern NEC arbeitet mit dem Spin-off-Unternehmen ParityQC an einem Quantencomputer-Ansatz, mit dem sich Optimierungsprobleme etwa in der Logistik oder in anderen Wirtschafts- und Wissenschaftsbereichen leichter lösen lassen. Der Bauplan und das Betriebssystem des Hardware-Systems kommen aus Tirol.
Forscher arbeiten an einem Quantencomputer
Bild: NEC Forscher stellen den Next-Generation Quantencomputer basierend auf der ParityQC-Architektur zusammen. (Credit: NEC)

Hochskalierbare Quantencomputer werden zukünftig in der Lage sein, komplexe Optimierungsprobleme, die omnipräsent in Wissenschaft und Wirtschaft sind schneller und effizienter als klassische Computer zu lösen. Anwendungsbeispiele sind das Optimieren von Logistikrouten, Finanzportfolios oder Produktionsplänen. „Ich freue mich sehr über diese Partnerschaft in der Quantencomputer-Forschung mit ParityQC. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit der ParityQC-Architektur einen Quanten Annealing Computer realisieren können, der das volle Potenzial unserer supraleitenden Parametron-Qubits ausschöpft“, Masayuki Shirane, Senior Manager bei den System Platform Research Laboratories der NEC Corporation.

Die ParityQC-Architektur stellt ein komplett neues Paradigma zur Lösung von Optimierungsproblemen am Quantencomputer dar und ermöglicht es, Quantencomputer mit sehr reduzierter Komplexität und damit skalierbar zu bauen. In Kombination mit dem Betriebssystem ParityOS, welches Optimierungsprobleme auf kompakte Weise am Quantencomputer enkodiert, können industrierelevante Probleme früher und mit vergleichsweise kleineren Chips gelöst werden. Zudem können fundamentale technologische Hürden, die mit dem Bau eines Quantencomputers einhergehen, mit der ParityQC Architektur überwunden werden. „Einer der großen Vorteile der gemeinsamen Entwicklung von Hardware und Software ist die perfekte Abstimmung dieser beider Disziplinen. Die Erforschung dieses Ansatzes, zusammen mit der neu entwickelten Hardware-Plattform von NEC ist sehr vielversprechend“, sagen Magdalena Hauser und Wolfgang Lechner, die Gründer und Geschäftsführer von ParityQC.

Das große Ziel der beiden Kooperationspartner für die nächsten zwei Jahren ist es, einen skalierbaren, praktisch nutzbaren Quantenannealer zu bauen. NEC setzt im weltweiten Rennen um den ersten Quantencomputer, der einen Vorteil gegenüber klassischen Computern vorweisen kann („Quantum Advantage“), auf die analoge Variante. In der Kollaboration mit ParityQC wird der IT-Konzern die ParityQC-Architektur mit supraleitendem Parametron-Qubits umsetzen.

Das Unternehmen ParityQC wurde im Januar 2020 aus dem Institut für Theoretische Physik gegründet und hat seinen Sitz in Innsbruck. Die Universität Innsbruck ist über die Uni-Holding an dem Spin-off beteiligt.

Unileben aktuell – die neuesten Beiträge

weitere Beiträge

Nach oben scrollen