Piraten mit Regenwald und Gin Tonic am INTRAWI?

Unter dem Titel „Piraten, Gin Tonic und Partnerwahl – die Vielfalt universitärer Forschung“ veranstaltete das INTRAWI am 22.4.2016 die 1. Dolmetschkonferenz des Semesters, bei der WissenschaftlerInnen aus verschiedensten Gebieten über ihre Forschung berichteten. Die Beiträge wurden von Studierenden des INTRAWI simultan in alle sechs Institutssprachen gedolmetscht.
Publikum bei der 1. Dolmetschkonferenz des INTRAWI im Sommersemester 2016
Bild: Das zahlreiche Publikum sowie die DolmetscherInnen in spe waren begeistert von der thematischen Vielfalt. (Fotos: Hubert Rinner, Anna Haselsberger)

Sie sind bereits eine echte Institution: Seit vielen Jahren werden jedes Sommersemester am Institut für Translationswissenschaft zwei Konferenzen organisiert, die von Studierenden der MA-Spezialisierung Konferenzdolmetschen simultan in die Institutssprachen Deutsch, Englisch, Russisch, Französisch, Spanisch und Italienisch gedolmetscht werden. Die INTRAWI-Dolmetschkonferenz am 22. April 2016 war dann aber doch etwas ganz Besonderes: Zum ersten Mal war das INTRAWI an der Langen Nacht der Forschung, die an diesem Tag stattfand, beteiligt – die Konferenz war sozusagen der inoffizielle Auftakt eines Tages, der ganz im Zeichen der „Vielfalt universitärer Forschung“ stand. Darum durfte gleich zu Beginn der Veranstaltung eine Begrüßung und kurze Vorstellung der Langen Nacht der Forschung durch deren Innsbrucker Organisator und Koordinator, Dr. Reinhard Starnberger vom Büro für Öffentlichkeitsarbeit, nicht fehlen.

„Piraten, Gin Tonic und Partnerwahl“ … die Liste an Forschungsthemen scheint mitunter skurril, jedenfalls aber höchst abwechslungsreich. So vielfältig wie die universitäre Forschung waren auch die Themen der ganztägigen Konferenz in der Dolmetschtrainingsanlage, unter anderem ging es im Vortrag von Mag. Robert Spindler vom Institut für Amerikastudien um die bereits im Titel genannten „Piraten“ (in Form von mehr oder weniger fiktiven Schilderungen österreichischer Autoren ihrer Gefangenschaft an der Barbareskenküste, ganz wie bei Robinson Crusoe), und Dipl.-Psych. Christina Sagioglou, PhD vom Institut für Psychologie sprach über „Gin Tonic“ bzw. vielmehr die Frage, ob denn an der Behauptung, dass Psychopathen eine Vorliebe für bittere Lebensmittel haben, etwas dran sei.

Martina Mayer verweist auf den untrennbaren Zusammenhang zwischen den Berufen des Dolmetschens und Übersetzens sowie der Translationswissenschaft als deren Fundament.
Martina Mayer verweist auf den untrennbaren Zusammenhang zwischen den Berufen des Dolmetschens und Übersetzens sowie der Translationswissenschaft als deren Fundament.

Die „hauseigene“ Translationswissenschaft durfte natürlich nicht zu kurz kommen: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pöckl war in seinem forschungsfreien Semester zu Gast und berichtete über das unabschließbare Großprojekt des digitalen Germersheimer Übersetzerlexikons, Mag. Mag. phil. Mascha Dabic sprach über ihre Forschung im Bereich Dolmetschen in der Psychotherapie, Mag. Martina Mayer, BA erklärte, wie es ihr gelingt, BA-Studierenden im Übersetzungsunterricht als Ergänzung zur wissenschaftlichen Basis verstärkt Praxisnähe zu vermitteln, und Dr. Astrid Schmidhofer berichtete über ihre vor kurzem abgeschlossene Dissertation zum Thema der Eigenrevision in der Ausbildung von ÜbersetzerInnen. Den translationswissenschaftlichen Bogen schloss Dipl.-Dolm. Lena Skalweit von der Universität Mainz/Germersheim, in deren Vortrag es um die Dolmetscherausbildung im Habsburgerreich zur Kommunikation mit dem Osmanischen Reich ging.

Ao. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Redl vom Institut für Molekularbiologie der MedUni Innsbruck ging – passend zur Allergiezeit – auf das Problem der Lipocaline ein. Mit einem völlig anderen Thema, nämlich der Frage der Vergütung von Ökosystemdienstleistungen beim Projekt Bolsa Floresta im Amazonasgebiet, beschäftigt sich Martin Stolz, BSc vom Institut für Geografie im Rahmen seiner Masterarbeit. Abgerundet wurde der bunte Reigen von Mag. Sarah Oberbichler vom Institut für Zeitgeschichte, die in ihrem Vortrag über die Entwicklung der (Arbeits-)Migration in Südtirol seit 1990 sprach.

Dipl.-Dolm. Elvira Iannone vom INTRAWI führte durch einen höchst lehrreichen Tag, der gezeigt hat, wie inspirierend ein Blick über den eigenen Tellerrand sein kann. Und wer weiß, vielleicht forschen ja einige TeilnehmerInnen bald interdisziplinär? Anknüpfungspunkte im historischen Bereich oder auch zwischen Medizin und Psychologie haben sich durchaus ergeben. Beim Publikum stießen die sehr unterschiedlichen Vorträge jedenfalls auf bisweilen sehr reges Interesse.

(Hubert Rinner)

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