Phyto­valley Tirol blüht auf

Das Zusammenspiel von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik macht Tirol zu einem führenden Standort der weltweiten Phytoforschung. Das Phytovalley Tirol sorgt mit der Forschung über das hohe Wirkstoffpotential von Pflanzen nicht nur für Innovationen und Arbeitsplätze, sondern nimmt auch eine Vorreiterrolle in der erfolgreichen Anwendung ein.
Gruppenbild Präsentation Phytovalley
Bild: v.l.: Rektor Tilmann Märk, Dr. Michael Popp, Prof. Günther Bonn und Landeshauptmann Günther Platter (Credit: P8)

Tirol ist ein bewährter Standort für eine erfolgreiche Life Science Forschung. Im Phytovalley® Tirol wird die gesamte Wertschöpfungskette von pflanzlichen Arzneimitteln – von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis hin zur Produktentwicklung – abgedeckt. Dazu Landeshauptmann Günther Platter: „Das Projekt Phytovalley® ist ein Leuchtturm-Projekt am Forschungsstandort Tirol. Ein großer Dank gilt den Beteiligten – allen voran Michael Popp für sein Vertrauen in das Tiroler Know-how. Wenn Wirtschaft und Wissenschaft erfolgreich zusammenarbeiten, ist das ein wichtiger Baustein für die Innovationskraft Tirols, sichert darüber hinaus aber auch die medizinische Versorgung der Tiroler Bevölkerung noch besser ab.“ In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Arbeitsplätze im Bereich der Phytowissenschaften geschaffen, aktuell arbeiten rund 140 Forscherinnen und Forscher im Phytovalley.

Phytovalley wächst weiter

Ab Herbst 2019 nimmt das Michael-Popp-Institut seine Forschungsarbeit auf, das mit 3,5 Mio. Euro von Bionorica und mit 1,5 Mio. Euro vom Land Tirol gestiftet wird. „Dank Professor Michael Popp und dem Land Tirol wird erstmals ein ganzes Forschungsinstitut aus gestifteten Mitteln entstehen – ein Meilenstein für unsere Alma Mater. Das Engagement aller Partner belegt das starke Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Davon profitieren unsere Forschungsleistung und natürlich auch unsere Studierenden,“ betont Tilmann Märk, Rektor der Universität Innsbruck. Schwerpunkt des neuen Instituts ist die Entwicklung neuer pflanzlicher Wirkstoffe zur integrierten Naturstoff-Forschung. Univ.-Prof. Günther Bonn ist Leiter am Institut für Analytische Chemie und Radiochemie sowie Mitbegründer des Austrian Drug Screening Institute (ADSI) und prägte den Begriff Phytovalley®. Für das Phytovalley® Tirol sieht er mit der Einrichtung der neuen Stiftungsprofessur einen entscheidenden Schritt: „Ziel des neuen Instituts ist es, die Pharmakognosie an der Universität Innsbruck auszubauen und voranzutreiben. Aktuell laufen Hearings für die Besetzung der Professur und ab Herbst 2019 startet ein 7-köpfiges Team mit der Forschung, das bis 2020 auf 20 Personen ansteigen wird. Das bringt unser Phytovalley auf ein neues Level.“

Bionorica als verlässlicher Partner

Bionorica setzt als internationaler Vorreiter in der Phytoforschung seit vielen Jahren auf den Standort Tirol. Seit 2005 wird das Wirkstoffpotential von Naturstoffen für verschiedenste Anwendungen von der Bionorica research GmbH in Innsbruck erforscht. „Die geballte Kompetenz am Standort und die hervorragende Zusammenarbeit der Partner veranlasst uns dazu, auf den bisherigen Investitionen von 35 Mio. Euro weiter aufzubauen. Wir haben allein 2018 in den Ausbau unseres Labors hier am Standort Innsbruck mehr als eine Million Euro investiert. Zudem konnten wir einen langfristigen Leasingvertrag für das gesamte Gebäude der Bionorica research GmbH (Science Park) abschließen. Ab Herbst können wir weitere Synergien mit der Universität nutzen und dem neuen Michael-Popp-Institut bei uns im Science Park ein zu Hause bieten“, erklärt Professor Michael Popp, Vorstandsvorsitzender der Bionorica SE, Namensgeber und Stifter des neuen Instituts an der Universität Innsbruck.
Das Unternehmen hat zuletzt erfolgreiche Entwicklungen am Standort Innsbruck durchgeführt. Dazu Michael Popp: „Wir haben eine Methode zur raschen Analyse von lebenden Pflanzen entwickelt. Das neuartige Handmessgerät ist eine wirkliche Innovation in der Nahinfrarotspektroskopie (NIR) Analytik. Damit können die Inhaltsstoffe von Pflanzen, und damit der optimale Erntezeitpunkt, direkt am Feld gemessen werden. Darüber hinaus hat Bionorica in einer klinischen Studie nachgewiesen, dass sich das pflanzliche Arzneimittel Canephron bei akuter, unkomplizierter Blasenentzündung mit einem Antibiotikum messen kann. Damit leistet Bionorica einen wichtigen Beitrag zur Verminderung des Einsatzes von Antibiotika.“

Über Bionorica und das Phytovalley Tirol

Seit 1989 führt der habilitierte Pharmazeut Michael A. Popp das von seinem Großvater gegründete Unternehmen mit Stammsitz in der Oberpfalz: Bionorica ist mittlerweile einer der führenden Hersteller pflanzlicher Arzneimittel weltweit. An der Universität Innsbruck hält der Honorarprofessor seit 1999 Vorlesungen für Analytische Phytochemie und Pharmazeutische Biologie. Die Investition in das neu geschaffene Michael-Popp-Forschungsinstitut an der Universität Innsbruck zeigt das Engagement für das Phytovalley Tirol von Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Michael Popp. Über 1.600 MitarbeiterInnen bei der Bionorica SE arbeiten weltweit daran, das große Wirkstoffpotential von Pflanzen zu entschlüsseln. Ziel ist die Entwicklung hochwirksamer und nebenwirkungsarmer pflanzlicher Arzneimittel. Bionorica ist seit 2012 ein Partner des von Land und Bund mitfinanzierten ADSI mit Sitz in Innsbruck, dem weltweit ersten Forschungsinstitut, an dem Wirtschaft und Wissenschaft gezielt nach medizinischen Wirkstoffen in der Natur suchen.

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