Neu­berufener Ver­fahrens­tech­niker aus­ge­zeich­net

Im August hat Kai Langenbach die Stiftungsprofessur des Landes Tirol für Thermische Verfahrenstechnik an der Uni Innsbruck angetreten. Nun würdigte ihn der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) als besten Nachwuchswissenschaftler im Bereich Modellierung und Simulation in der Thermodynamik und zeichnete ihn mit dem Arnold-Eucken-Preis aus.
Kai Langenbach
Bild: Kai Langenbach, Stiftungsprofessor für Thermische Verfahrenstechnik (Credit: studioline)

Die VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen teilte Anfang September mit, dass sie Kai Langenbach mit dem Arnold-Eucken-Preis 2020 auszeichnet. Den bedeutendsten deutschen Nachwuchspreis der Verfahrenstechnik erhält Langenbach für seine herausragenden Leistungen in der thermischen Verfahrenstechnik – insbesondere der Untersuchung von Phasengrenzen und der Entstehung von Schäumen. Kai Langenbach ist seit 1. August 2020 Professor für Thermische Verfahrenstechnik in Innsbruck. Bis dahin war er Juniorprofessor für Grenzflächenthermodynamik an der TU Kaiserslautern und leitete dort die zugehörige interdisziplinäre Arbeitsgruppe. Diese Forschergruppe betrachtet sowohl die Stoffeigenschaften von homogenen Phasen als auch die Eigenschaften von Phasengrenzen, die zusammen eine zentrale Rolle in der Auslegung und Optimierung von Apparaten spielen. Dabei stehen unter anderem die folgenden Fragestellungen im Mittelpunkt: Welchen Einfluss haben Grenzflächeneigenschaften auf Transportprozesse in verfahrenstechnischen Anlagen? Wie lassen sich die etablierten Methoden der Grenzflächenthermodynamik auf komplexe Stoffsysteme erweitern, in denen zum Beispiel eine Orientierung von Molekülen an der Grenzfläche auftritt? Wie lassen sich die Oberflächeneigenschaften verschiedener Materialien so kombinieren, dass ein Nutzen für die Verfahrenstechnik entsteht? 

Verbindet Thermodynamik mit dem Anlagenbau

Mit diesen Arbeiten vertritt Langenbach einen wichtigen und zukunftsweisenden Forschungsbereich, der die Welt der Thermodynamik mit dem Anlagenbau verbindet. „Die Jury ist der Meinung, dass es aktuell in Deutschland keinen Nachwuchswissenschaftler gibt, der die Methoden der Modellierung und Simulation in der Thermodynamik in ihrer Breite und Tiefe besser beherrschen würde als Herr Langenbach“, heißt es in einer Aussendung des VDI.
Die VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen vergibt seit 1956 jährlich den mit 5.000 EUR dotierten Arnold-Eucken-Preis für hervorragende technisch-wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Verfahrenstechnik. Damit fördert sie begabte Nachwuchskräfte aus Industrie, Hochschulen oder Forschungsinstituten. Die Preisträger sollten nicht älter als 40 Jahre sein und weder einen Lehrstuhl innehaben noch eine Forschungs- oder Entwicklungseinrichtung verantwortlich leiten. Der Arnold-Eucken-Preis wird in Erinnerung an den deutschen Physikochemiker und ersten Vorsitzenden des VDI-Fachausschusses „Verfahrenstechnik“ verliehen.

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