Naturprodukte im Visier

Bei der Phytovalley® Tirol Tagung von 14. bis 16. Jänner in Seefeld trafen sich führende Expertinnen und Experten und wissenschaftlicher Nachwuchs zum Erfahrungsaustausch über pflanzliche Naturstoffe und deren Anwendung in Pharmazie, Kosmetik und Ernährung. Organisiert wurde die Konferenz vom Austrian Drug Screening Institut und dem Institut für Analytische Chemie und Radiochemie.
Symbolbild Tagung Phytovalley
Bild: Naturstoffe und deren Anwendung in Pharmazie, Kosmetik un Ernährung standen im Mittelpunkt der Phytovalley Tagung (Credit: coulorbox.de)

Natürliche Wirkstoffe für medizinische und kosmetische Produkte sowie Lebensmittelzusatzstoffe (functional foods) zu erforschen und überlieferte Wirkungen von Pflanzen wissenschaftlich nachzuweisen ist Ziel der Initiative Phytovalley®. In der Konferenz, die vom Austrian Drug Screening Institut (ADSI) sowie dem Institut für Analytische Chemie und Radiochemie der Universität Innsbruck unter der Federführung von o. Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr. h.c. Günther Bonn und Univ.-Prof. Dr. Hermann Stuppner (Institut für Pharmazie, Universität Innsbruck) organisiert wurde, wurden dabei verschiedenste Aspekte der Forschung an Naturstoffen beleuchtet.
Das Programm war breit gefächert: Modernste Technologien zur Erforschung von Wirkstoffen und zur chemischen Analytik von Inhaltsstoffen waren ebenso Gegenstand der Tagung wie die Qualitätskontrolle und Optimierung beim Anbau von Pflanzen oder der wissenschaftliche Nachweis von Wirkungen der Naturstoffe in pharmazeutischen sowie phytokosmetischen Produkten und Lebensmittelinhalts- und Zusatzstoffen (functional foods). Ziel sollte es sein, mit dem Summit on Natural Products eine Plattform zur Verfügung zu stellen, um das Set-up von neuen Qualitätsstandards für Forschung, Entwicklung und Produktion von pflanzlichen Wirkstoffen voranzutreiben.
Die teilnehmenden JungwissenschaftlerInnen profitierten einerseits vom Zugang zu weltweit führenden Experten auf den jeweiligen Gebieten, andererseits hatten sie die Möglichkeit, sich mit Experten der europäischen Zulassungsbehörden auszutauschen.

Internationale ExpertInnen

Die Liste der SprecherInnen konnte sich sehen lassen: Weltweit führende ExpertInnen der Analytik wie Prof. Jean-Luc Wolfender vom Institut für Pharmakognosie der Universität Genf, Schweiz, Prof. Ilkay Erdogan-Orhan von der türkischen Exzellenzuniversität Gazi in Ankara oder Prof. Pat Sandra vom belgischen Forschungsinstitut für Chromatographie referierten genauso wie die renommierten Wissenschaftler aus Übersee, Prof. Philip Marriott von der Monash Universität in Victoria, Australien und Prof. Ikhlas Khan von der Mississippi-Universität mit Impulsen der Naturstoffentwicklung aus US-amerikanischer Sicht. Prof. Denis Barron aus Lausanne sowie Prof. Leandros Skaltsounis aus Athen berichteten über das Screening nach bioaktiven Verbindungen in Nahrungsmitteln wie beispielsweise Olivenöl. Weitere spannende Vorträge zu den Themen anti-entzündliche Wirkung von Naturstoffen und deren Isolierung hielten Prof. Oliver Werz aus Jena und Prof. Krystyna Skalicka-Wozniak aus Lublin, Polen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die interessanten Vorträge zum Thema Regulierung und Zulassung pflanzlicher Arzneistoffe von Prof. Werner Knöss aus Deutschland und Frau Prof. Ioanna Chinou aus Griechenland, die beide Mitglieder der europäischen Zulassungsbehörden sind.

Neben all diesen internationalen Größen fungierten o. Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr. h.c. Günther Bonn (Universität Innsbruck und ADSI) sowie Univ.-Prof. Dr. Hermann Stuppner (Universität Innsbruck) als wissenschaftliche Leiter des Meetings.

Von der Wissenschaft in die Anwendung

Das Vertrauen in Naturstoffe und die Nachfrage am Markt nach Produkten mit pflanzlichen Wirkstoffen steigt seit Jahren. Da die Produktion von Naturstoffen im Gegensatz zu synthetisch hergestellten Produkten natürlichen Schwankungen unterliegt, sind Qualitätsstandards für die Entwicklung und die Produktion dieser Stoffe von großer Bedeutung. Mit der Phytovalley-Initiative soll die Entwicklung von natürlichen, hochqualitativen Produkten für den Pharma-, Food und Kosmetikbereich weiter vorangetrieben werden: Spricht man vom „Phytovalley®“, so wird bald jeder wissen, dass die Region Tirol gemeint ist: im Herzen der Alpen gelegen, beherbergt Tirol nicht nur eine große pflanzliche Diversität, sondern auch Unternehmen sowie wissenschaftliche Einrichtungen, die hier bereits seit Jahren gemeinsam das enorme Wirkstoffpotential von Pflanzen für verschiedenste Anwendungen erforschen.  Durch die Tagung wurde der Standort weiter gestärkt.

 

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