Michael Juen mit Sos­novsky-Preis aus­gezeich­net

Der Sosnovsky-Preis wurde am 19. Oktober im Archäologischen Museum der Universität Innsbruck verliehen. In diesem Jahr ging der Preis an den Chemiker Dr. Michael Juen, der in seiner Dissertation eine intensive Untersuchung von Nukleinsäuren durchgeführt hat. Aufgrund der Situation rund um das Coronavirus fand die Vergabe in kleinem Kreise statt.
Sosnovsky-Preis-2019
Bild: Hubert Huppertz, Dekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie, Joachim Schantl, der Preisträger Michael Juen, Forschungs-Vizerektorin Ulrike Tanzer, Christoph Kreutz, Doktorvater des Preisträgers (von links). (Credit: Universität Innsbruck)

Mit Hilfe von Methoden der Kernspinresonanzspektroskopie (NMR-Spektroskopie) konnte Dr. Michael Juen in seiner ausgezeichneten Dissertation strukturelle und dynamische Eigenschaften von DNAs und RNAs analysieren und verstehen. Auch seit der Erkenntnis, dass Nukleinsäuren nicht nur als Speichereinheiten fungieren, sondern selbst biologische Relevanz aufweisen können, rückt diese Klasse von Makromolekülen immer stärker in den Fokus wissenschaftlicher Bemühungen. Um den komplexen Fragestellungen begegnen zu können, hat Michael Juen in seiner Forschungsarbeit am Institut für Organische Chemie in der Arbeitsgruppe von Dr. Christoph Kreutz eine Vielzahl unterschiedlicher Methoden verbunden. Unter Zuhilfenahme der organischen Synthese war es möglich, NMR aktive Kerne in Bausteine von Nukleinsäuren zu integrieren. Diese Bausteine wurden mit chemischen oder biologischen Methoden in Nukleinsäuren eingebaut und konnten so zu komplexen Makromolekülen verknüpft werden. Aufgrund der NMR aktiven Kerne innerhalb der Nukleinsäuren war es möglich, strukturelle und dynamische Eigenschaften sowohl von einzelnen Nukleinsäuren als auch Nukleinsäure-Komplexen oder Interaktionen von Nukleinsäuren mit Proteinen oder anderen Molekülen detailliert zu untersuchen und zu verstehen.

Das Stifterpaar Sosnovsky

Die Sponsoren des Preises, Dr. Christine und Prof. Dr. Georg Sosnovsky, FRSC, haben in den ersten Nachkriegsjahren an der Universität Innsbruck das Chemie-Studium absolviert. Die berufliche Laufbahn führte das Ehepaar Sosnovsky zunächst nach Australien und später in die USA, wo beide einen Großteil ihres Berufslebens verbrachten. Dr. Christine Sosnovsky war acht Jahre als Senior Scientist am Tribophysics Institute in Melbourne tätig und beschäftigte sich mit Untersuchungen der chemischen und physikalischen Eigenschaften von Kristallgitter-Oberflächen sowie deren katalytischen Auswirkung auf den Verlauf chemischer Reaktionen. Zudem lehrte sie an der Universität Melbourne. Anschließend forschte sie als Senior Scientist in den USA am Illinois Institute of Technology sowie am Illinois Gas Institute und hielt Vorlesungen als Associate Professor. Außerdem war sie Beraterin bei der Stadtverwaltung von Chicago und bei der US-amerikanischen Organisation für Umweltschutz. Sie verstarb 2008.

Georg Sosnovsky wirkte seit 1967 als Professor an der University of Wisconsin in Milwaukee und war Emeritus und Adjunct Professor an dieser Universität. Seine vielfältigen industriellen und akademischen Forschungstätigkeiten erstrecken sich vornehmlich auf Methoden der synthetischen Organischen Chemie und auf die Synthese biologisch aktiver Substanzen. Auf dem Gebiet der Medizinischen Chemie befasste er sich mit Synthesen und in-vivo-Auswertungen von chemotherapeutisch aktiven Antikrebs-Substanzen sowie von Kontrastmitteln für die Magnetische Resonanz Diagnostik. Anlässlich ihres „Goldenen Doktorjubiläums“ kamen Dr. Christine und Prof. Dr. Georg Sosnovsky 50 Jahre nach ihrer Promotion wieder nach Innsbruck und stifteten im Jahr 1999 den nach ihnen benannten Preis. Dieser Preis wird seither jährlich verliehen und zeichnet eine hervorragende Dissertation aus dem Fach Chemie an der Universität Innsbruck aus. Georg Sosnovsky ist im Frühjahr 2018 im Alter von 97 Jahren verstorben.

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