Materialforscher tagten in Innsbruck

Unter dem Motto „Dick und Dünn: Facettenreiche Eigenschaften von Schichtmaterialien“ stand die 18. Vortragstagung der Fachgruppe Festkörperchemie und Materialforschung der Gesellschaft Deutscher Chemiker, die in diesem Jahr erstmals nicht an einer deutschen Hochschule, sondern an der Universität Innsbruck stattfand.
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Bild: Die Tagung fand im Centrum für Chemie und Biomedizin statt. (Credit: Uni Innsbruck)

Neben fünf geladenen Hauptvortragenden nutzten viele weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Gelegenheit, ihre neuesten Forschungsergebnisse im Rahmen eines Kurzvortrags zu präsentieren und dem fachkundigen Publikum so zur Diskussion zu stellen. Thematisch wurde das gesamte Spektrum der Fachgruppe abgedeckt, wobei der Schwerpunkt erwartungsgemäß auf der Synthese und Charakterisierung neuer Schichtmaterialien lag. Ein wesentlicher Aspekt lag auch in der Darstellung der theoretischen Hintergründe sowie möglicher Anwendungsgebiete. 

Nachwuchs im Fokus

Das Interesse an der Unterstützung ihres Nachwuchses zeigte die Fachgruppe auch in diesem Jahr wieder eindrucksvoll durch die großzügige Vergabe von Reisekostenzuschüssen und Stipendien für die Tagungsteilnahme. So war die Postersession mit mehr als 100 Beiträgen wieder stark besetzt.  Die Qualität dieser Beiträge war durchweg hoch, so dass sich die Jury zur Vergabe der Posterpreise nicht auf drei Preise begrenzte, sondern sechs Arbeiten als besonders herausragend würdigte.
Als feste Konstante der Fachgruppentagung gilt die Vergabe des H.C. Starck-Promotions-Preises. In diesem Jahr wurden die Dissertationen von Dr. Martin Heise (AG Ruck, TU Dresden) und Dr. Martin Oschatz (AG Kaskel, TU Dresden) prämiert. Die Arbeiten zeichnen sich durch eine kreative präparative Vielfalt aus und wurden auf höchstem Niveau detailliert erarbeitet. So können beide Preisträger deutlich mehr als zehn hochkarätige Publikation oder gar selbstverfasste Buchkapitel ihr Eigen nennen.
Ein Novum der Fachgruppentagung war die Verleihung der Rudolph-Hoppe-Vorlesung. Als erster Preisträger wurde Prof. Tom Nilges (TU München) vorgestellt. Als „Nachwuchs“ der Festkörperchemie-Community präsentierte er einen Ausschnitt aus seinen bisherigen Forschungsergebnissen. Besondere Verdienste hat er sich bei der Darstellung und Charakterisierung neuer Allotrope von Elementen erworben.

„Kaiserliches“ Rahmenprogramm

Nachdem das Wetter den Gästen in Innsbruck leider den Blick auf die Berge verwehrte, hatte Prof. Hubert Huppertz mit seinem Team zumindest versucht, alle Teilnehmer mit typisch österreichischen Spezialitäten kulinarisch zu verwöhnen. In diesem Sinne bot insbesondere das feierliche Ambiente in den prunkvollen Stiftssälen die Möglichkeit, „kaiserlich“ zu speisen. Bei österreichischem Bier und Wein wurde so bis tief in die Nacht über Chemie, Forschung und weltliche Dinge diskutiert.

(Jörn Bruns)


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