Hoch­dotierte Aus­zeich­nung für Christoph Spötl

Der Geologe und Quartärforscher Christoph Spötl bekam heute den Weiss-Preis 2018 von Stiftungsvorstand Rudolf Bauer sowie FWF-Präsident Klement Tockner im Beisein von Rektor Tilmann Märk überreicht. Spötl untersucht im geförderten Projekt Klimadaten der „Kleinen Eiszeit“, die in den Eishöhlen der österreichischen Ostalpen (noch) gespeichert sind.
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Bild: Rudolf Bauer, Stiftungsvorstand der Weiss-Wissenschaftsstiftung, FWF-Präsident Klement Tockner, Preisträger Christoph Spötl und Rektor Tilmann Märk (v.l.) bei der feierlichen Übergabe des Weiss-Preises in der Claudiana in der Innsbrucker Altstadt. (Credit: Universität Innsbruck)

Der von der Weiss-Wissenschaftsstiftung verliehene Forschungsförderungspreis wird vom Wissenschaftsfonds (FWF) abgewickelt und wurde im Bereich Meteorologie bereits zum dritten Mal nach 2014 (Kai Helfricht) und 2016 (Alexander Gohm) an einen Forscher der Universität Innsbruck verliehen. Das mit insgesamt rund 400.000 Euro geförderte Projekt soll jenseits der instrumentellen Messperiode Klimadaten der sogenannten „Kleinen Eiszeit“ erheben, jener kühlen und wechselvollen Klimaperiode, die von etwa 1250 bis 1850 n. Chr. währte. Der Geologe wird dazu Eishöhlen in den österreichischen Ostalpen im Hinblick auf darin gespeicherte Klimaparameter untersuchen. In Österreich befinden sich einige der weltgrößten Eishöhlen: Diese unterirdischen Gletscher wurden bisher noch nicht eingehend untersucht, obwohl sie wertvolle Informationen speichern. Die Forschungen stehen dabei unter Zeitdruck, da das Eis in den meisten der für die Messungen in Frage kommenden unterirdischen Eishöhlen in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen hat und der Fortbestand dieses potenziell einmaligen Umweltarchivs der Alpen in einer wärmeren Welt fraglich ist.

Christoph Spötl und die Arbeit seines Teams im Porträt:

„Ich darf Christoph Spötl im Namen der Weiss-Wissenschaftsstiftung sehr herzlich zum Weiss-Preis 2018 gratulieren“, so Stiftungsvorstand Rudolf Bauer bei der feierlichen Zeremonie, und weiter: „Es freut mich jedes Jahr aufs Neue zu sehen, wie der Stiftungszweck – die Förderung der Wissenschaften in den Bereichen Meteorologie und Anästhesie – so beeindruckend erfüllt wird.“

„Die Finanzierung von Wissenschaft und Forschung auch über Stiftungen ist ein enorm wichtiger Schritt zum weiteren Ausbau einer philanthropischen Kultur in Österreich“, so FWF-Präsident Klement Tockner in seinen Gratulationsworten. „Ich darf der Weiss-Wissenschaftsstiftung für ihr großes Vertrauen in den FWF danken und wünsche dem Preisträger Christoph Spötl immensen Erfolg für sein spannendes Projekt“, so Tockner abschließend.

„Dass sich das Projekt von Prof. Christoph Spötl und seinem Team nach den strengen Kriterien der Weiss-Wissenschaftsstiftung durchgesetzt hat, ist ein weiterer Beweis für die erfolgreiche Forschungsarbeit der Arbeitsgruppe für Quartärforschung am Institut für Geologie und unseres Forschungsschwerpunkts ‚Alpiner Raum – Mensch und Umwelt‘. Unser besonderer Dank gilt natürlich der Weiss-Wissenschaftsstiftung, die hier bereits zum dritten Mal ein hochinteressantes Projekt fördert, das von großer gesamtgesellschaftlicher Relevanz ist. Die Förderung durch Stiftungen spielt für Wissenschaft und Forschung eine immer größere Rolle, weshalb auch wir in diesem Jahr anlässlich unseres 350. Geburtstages die Stiftung Universität Innsbruck ins Leben gerufen haben“, sagte Tilmann Märk, Rektor der Universität Innsbruck.

Weiss-Preis

Der Wissenschaftsfonds (FWF) schreibt seit 2014 im Auftrag der „Dr. Gottfried und Dr. Vera Weiss-Wissenschaftsstiftung“ jedes Jahr den Weiss-Preis aus, alternierend in den Bereichen Meteorologie und Anästhesie. Die aktuelle Ausschreibung zum Thema Anästhesie und angrenzende Bereichen hat mit 01. März 2019 begonnen und ist noch bis zum 31. Mai geöffnet: https://www.fwf.ac.at/de/forschungsfoerderung/fwf-programme/weiss-preis/

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