Gerhard Sohr erhielt Sosnovsky-Preis

In Anerkennung seiner hervorragenden Dissertation zur Synthese von Boraten unter Hochdruckbedingungen erhielt der deutsche Chemiker Dr. Gerhard Sohr am Donnerstag den diesjährigen Georg und Christine Sosnovsky-Preis. Die Auszeichnung konnte bereits zum 17. Mal verliehen werden.
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Bild: Dekan und Doktorvater Hubert Huppertz, Joachim Schantl, Preisträger Gerhard Sohr und Rektor Tilmann Märk (Credit: Uni Innsbruck)

Borate werden in der Glasindustrie, in der Landwirtschaft, in Waschmitteln, in der medizinischen und in der Unterhaltungs-Elektronik sowie als nicht-lineare optische Materialien verwendet. Die Erforschung der entsprechenden Verbindungen beschränkt sich allerdings in der Regel auf Normaldruckbedingungen. Im Gegensatz dazu lag der Fokus der Forschungsarbeit von Gerhard Sohr auf der Synthese von Boraten unter Hochdruckbedingungen sowie der Charakterisierung der entstandenen Verbindungen. Er synthetisierte kristalline Borate monovalenter Alkalimetalle und Pseudoalkalimetalle sowie bivalenter Erdalkali- und Übergangsmetalle, wobei die Hochdruckbedingungen mit einer hydraulischen 1000-t-Presse und einem modifizierten Walker-Modul erzeugt wurden. Charakterisiert hat der Chemiker die entstandenen Verbindungen mit Hilfe von Röntgenbeugungsexperimenten und verschiedenen spektroskopischen Methoden. Zehn Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, darunter eine in der renommierten Fachzeitschrift Angewandte Chemie, gingen aus diesen Untersuchungen hervor und bilden den Kern der kumulativen Arbeit. Nach dem Abschluss des Doktoratsstudiums mit dem Notenschnitt 1,0 trat der gebürtige Deutsche eine Stelle als Laborleiter beim Vorarlberger Oberflächenveredler Collini an.

Das Stifterpaar Sosnovsky

Die Sponsoren des Preises, Dr. Christine und Professor Dr. Georg Sosnovsky, FRSC, haben in den ersten Nachkriegsjahren an der Universität Innsbruck das Chemie-Studium absolviert. Die berufliche Laufbahn führte das Ehepaar Sosnovsky zunächst nach Australien und später in die USA, wo es einen Großteil seines Berufslebens verbracht hat. Dr. Christine Sosnovsky war acht Jahre als Senior Scientist am Tribophysics Institute in Melbourne tätig mit Untersuchungen der chemischen und physikalischen Eigenschaften von Kristallgitter-Oberflächen sowie deren katalytischen Auswirkung auf den Verlauf chemischer Reaktionen. Zudem lehrte sie an der Universität Melbourne. Anschließend forschte sie als Senior Scientist in den USA am Illinois Institute of Technology sowie am Illinois Gas Institute und hielt Vorlesungen als Associate Professor. Außerdem war sie Beraterin bei der Stadtverwaltung von Chicago und bei der US-amerikanischen Organisation für Umweltschutz. Sie verstarb 2008.
Der heute 95-jährige Georg Sosnovsky wirkte seit 1967 als Professor an der University of Wisconsin in Milwaukee und ist Emeritus und Adjunct Professor an dieser Universität. Seine vielfältigen industriellen und akademischen Forschungstätigkeiten erstrecken sich vornehmlich auf Methoden der synthetischen Organischen Chemie und auf die Synthese biologisch aktiver Substanzen. Auf dem Gebiet der Medizinischen Chemie befasste er sich mit Synthesen und in-vivo-Auswertungen von chemotherapeutisch aktiven Antikrebs-Substanzen sowie von Kontrastmitteln für die Magnetische Resonanz Diagnostik. Anlässlich ihres „Goldenen Doktorjubiläums“ kamen Dr. Christine und Professor Dr. Georg Sosnovsky 50 Jahre nach ihrer Promotion wieder nach Innsbruck und stifteten im Jahr 1999 den nach ihnen benannten Preis. Dieser Preis wird seither jährlich verliehen und zeichnet eine hervorragende Dissertation aus dem Fach Chemie an der der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck aus.


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