Falling Walls Lab: Chiara Herzog ge­winnt Wissen­schafts­wett­be­werb

Drei Minuten, um die Welt zu verändern: Beim Falling Walls Lab waren die besten Ideen mit gesellschaftlicher Relevanz und Lösungsansätze für die großen Fragen unserer Zeit gesucht. Heute fand der Online-Event statt und Chiara Herzog vom Forschungsinstitut für Biomedizinische Alternsforschung konnte die Jury mit ihrer Präsentation überzeugen.
Screenshot Chiara Herzog
Bild: Die Molekularbiologin Chiara Herzog konnte das Falling Walls Lab Austria an der Uni Innsbruck für sich entscheiden. (Credit: Screenshot YouTube)

Nachwuchsforscher_innen, Entrepreneure und Studierende aus verschiedenen Disziplinen haben beim Ideenwettbewerb „Falling Walls Lab“ drei Minuten lang Zeit, die Jury in einer Speed-Performance von ihrem Projekt zu überzeugen. Am 17. September 2020 war die Uni Innsbruck erstmals Austragungsort des international renommierten Wissenschaftswettbewerbs: 10 junge Talente aus verschiedenen Disziplinen präsentierten in einem Online-Event ihre zukunftsweisenden Ideen, darunter Forscherinnen und Forscher der Universität Innsbruck, der Medizinischen Universität Wien, der Universität Wien sowie eines Wiener Startups.

Krebsvorhersage verbessern

Chiara Herzog, Postdoc am Forschungsinstitut für Biomedizinische Alternsforschung der Universität Innsbruck, überzeugte die Jury mit der Präsentation ihrer Forschungsarbeit mit dem Titel „Breaking the Wall to Personalised Preventive Medicine“. Viele Krebsarten werden spät erkannt und haben daher eine geringe Überlebensrate. Eine frühere Erkennung oder, im Idealfall, die Prävention von Krebs könnte die Mortalität senken und die Gesundheit der Bevölkerung verbessern. Herzog verwendet DNA-basierte Methoden zur Vorhersage des individuellen Krebsrisikos: Dazu verbindet die Forscherin genetische und äußere Risikofaktoren, die schon Jahre vor der Diagnose aufgrund des Lebensstils auf das individuelle Krebsrisiko hinweisen können.

Die weiteren Podestplätze

Die Jurywertung erfolgte für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei unterschiedlichen Kategorien. Den zweiten Platz erreichte Martin Ringbauer vom Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck mit „ Breaking the Wall of Binary Quantum Computing“. Der Physiker verfolgt die Idee, Quantencomputer zu entwickeln, die standardmäßig nicht nur auf dem Prinzip „Null“ und „Eins“ basieren, um effizientere und leistungsfähigere Rechenleistungen zu ermöglichen. Mit „Breaking the Wall of Wasting Energy in your Bathroom“ konnte Pavel Sevela vom Arbeitsbereich Energieeffizientes Bauen der Uni Innsbruck die Jury überzeugen und belegt den dritten Rang. Mit seiner Erfindung „SOPHIE“ möchte der Wissenschaftler Warmwasserinstallationen auf ein neues, energiesparendes Niveau bringen. Installationszeit, Energie, Kosten und Wasser können dadurch eingespart werden.

Die drei Erstplatzierten im Video:

 

 

 

Die Gewinnerin Chiara Herzog sowie der Zweitplatzierte Martin Ringbauer sind nun eingeladen, ihre Projekt beim großen Lab-Finale in Berlin am 8. November 2020 zu präsentieren, das in diesem Jahr ebenfalls als Digitalevent durchgeführt wird. Aber auch all jene, die den Auftritt in Berlin verpassen, gewinnen: Durch die Teilnahme am Falling Walls Lab bot sich die Möglichkeit, sich ein Netzwerk aus Jungforscher_innen, Unternehmer_innen und Entscheidungsträger_innen aufzubauen und neue Inspiration, Einblicke und Perspektiven zu erhalten.

Über das Falling Walls Lab

Das erste Falling Walls Lab fand 2011 in Berlin statt. Aufgrund des großen Erfolgs wird es mittlerweile weltweit in rund 50 Ländern abgehalten. Das Finale findet jedes Jahr am 8. November in Berlin statt, mit mittlerweile jährlich rund 100 Gewinner_innen aus den internationalen Labs.

Die diesjährigen Finalistinnen und Finalisten des Falling Walls Lab Austria waren:

  • Gerhard Zangerl, Institut für Mathematik, Universität Innsbruck: Breaking the Wall of the Classroom
  • Adrian Brodesser, Somareality: Breaking the Wall of Medical Education by utilizing Virtual Reality
  • Martin Ringbauer, Institut für Experimentalphysik, Universität Innsbruck: Breaking the Wall of Binary Quantum Computing
  • Hendrik Poulsen Nautrup, Institut für Theoretische Physik, Universität Innsbruck: Breaking the Wall of Science and Society
  • Markus Mayr, Institut für Mikrobiologie, Universität Innsbruck: Breaking the Wall of Epidemiologic Testing Throughput
  • Chiara Herzog, Forschungsinstitut für Biomedizinische Alternsforschung, Universität Innsbruck: Breaking the Wall to Personalised Preventive Medicine
  • Dinara Talypova, Universität Wien: Breaking the Wall of Emotional Poverty
  • Stefanie Garnitschnig, Institut für Ökologie, Institut für Mikrobiologie, Universität Innsbruck: Breaking the Wall of Protecting Glaciers
  • Michael Wagner, Medizinische Universität Wien: Breaking the Wall of Patient-specific Individualized Training
  • Pavel Sevela, Arbeitsbereich Energieeffizientes Bauen, Universität Innsbruck: Breaking the Wall of Wasting Energy in your Bathroom 

Die Jury setzte sich zusammen aus Manuela Groß (Medizinische Universität Innsbruck), Sabine Kasslatter-Mur (Koordinatorin des Förderkreises der Universität Innsbruck), der Komponistin Manuela Kerer, Sara Matt-Leubner (Transferstelle Wissenschaft - Wirtschaft – Gesellschaft der Uni Innsbruck), Thomas Matzek (ORF-Hauptabteilung Bildung, Wissenschaft und Zeitgeschehen), Matthias Neeff (Geschäftsführer der Destination Wattens) und Eugen Stark (Industriellenvereinigung Tirol).

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