Drei Promotionen im Beisein des Bundes­präsidenten

Zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen und ein Nachwuchswissenschaftler, die 2015 bzw. 2016 an der Universität Innsbruck ihr Doktoratsstudium erfolgreich abgeschlossen haben, wurden heute, Mittwoch, unter den Auspizien von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer promoviert: Magdalena Bachmann, Stefanie Rudig und Lukas Sieberer.
Sub Auspiciis Promotion 2016
Bild: Die Provendinnen und der Provend mit Bundespräsident Heinz Fischer und Rektor Tilmann Märk: Stefanie Rudig, Lukas Sieberer, Heinz Fischer, Magdalena Bachmann, Tilmann Märk (v.l.nr.). (Credit: Uni Innsbruck)

Sie haben alle Oberstufenklassen, die Matura, das Studium sowie das Doktorat mit sehr gutem Erfolg beziehungsweise mit Auszeichnung abgeschlossen. Die Promotio sub auspiciis Praesidentis rei publicae ist die höchstmögliche Auszeichnung von Studienleistungen in Österreich. Das Bundesgesetz über die Verleihung des Doktorats unter den Auspizien des Bundespräsidenten wurde vor 60 Jahren, am 5. März 1952, geschaffen. Die erste Verleihung fand an der Universität Innsbruck unter den Auspizien von Theodor Körner Ende 1952 statt.

Magdalena Bachmann, geboren 1985 in Rum, studierte ab 2003 Chemie an der Universität Innsbruck. Als Doktorandin der Chemie begann sie ab 2008 auch Deutsche Philologie zu studieren. Ihren Doktortitel in Chemie erwarb sie 2012. Ihr zweites Doktoratsstudium in Literatur- und Kulturwissenschaft an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät schloss sie Anfang 2016 ab. 2014/2015 forschte sie am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) Wien als Stipendiatin. Nach einem Forschungsaufenthalt am Berliner Zentrum für Literatur- und Kulturforschung arbeitet sie derzeit an der McGill University in Montréal. In beiden Fachrichtungen erhielt Bachmann zahlreiche Auszeichnungen.

Bachmann versucht in ihrer Dissertation, ihre beiden Interessensgebiete miteinander zu verbinden: Sie befasst sich mit dem bedeutenden österreichisch-amerikanischen Biochemiker Erwin Chargaff (1905-2002), der sich im Alter von seinem Fach abwendete und ab den späten 1970er Jahren als Kritiker der Gentechnologie und vielseitiger Essayist auf große Aufmerksamkeit stieß.

Stefanie Rudig, geboren 1986 in Kitzbühel, studierte ab 2004 Anglistik und Amerikanistik, ab 2006 Romanistik an der Universität Innsbruck. 2012 erlangte sie einen Mastertitel an der University of Oxford. Ihr Doktoratsstudium der Literatur- und Kulturwissenschaft an der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät schloss sie 2015 ab. Seit Oktober 2015 ist Stefanie Rudig Forschungsassistentin am namhaften European University Institute in Florenz. Neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit sammelte zahlreiche Berufserfahrungen im In- und Ausland.
In ihrer Dissertation widmet sich Rudig den literarischen Werken von Migrantinnen im 19. Jahrhundert. Als Fallstudie hat sie das koloniale Neuseeland herangezogen und analysiert, inwiefern die Erfahrung von Migration das Selbstverständnis dieser Frauen als Engländerinnen der Mittelschicht beeinflusst und herausgefordert hat.

Lukas Sieberer, geboren 1985 in Wörgl, absolvierte von 2004 bis 2010 das Diplomstudium der Physik an der Universität Innsbruck. Seinen Doktortitel an der Fakultät für Mathematik, Informatik und Physik erlangte er 2015 mit einer Arbeit in theoretischer Physik. 2015 erhielt er dank seiner außergewöhnlichen Leistungen den Koshland Preis des Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel, wo er seit vergangenem Sommer als Stipendiat forscht. Ab Juli 2016 wird Lukas Sieberer eine Stelle als Postdoktorand an der renommierten University of California, Berkeley, antreten.
Sieberers Doktorarbeit beschäftigt sich mit Quantenflüssigkeiten, die aus einer Mischung von Licht und Materie bestehen. Er untersuchte die besonderen Eigenschaften, die solche Flüssigkeiten aufweisen, wenn sie sich gleichförmig in einer einzigen großen Welle bewegen.


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