Die Geehrten mit Vertreterinnen und Vertretern der Universität.

Dies Acade­micus 2016: Ver­diente Persön­lich­keiten geehrt

Beim Dies Academicus wurden am 1. Juli sechs Persönlichkeiten ausgezeichnet. Die Geehrten haben sich wertvolle Verdienste um die Universität Innsbruck erworben und durch ihre wissenschaftlichen Spitzenleistungen überzeugt. Ein Ehrendoktorat der Naturwissenschaften wurde an Norbert W. Bischofberger (Foster City/USA), eines der Philosophie an H. Craig Melchert (Carrboro/USA) verliehen.

Am 1. Juli fanden sich zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, darunter Landtagspräsident Herwig van Staa, die Innsbrucker Gemeinderätin Renate Krammer-Stark, Vertreterinnen und Vertreter von Justiz, Religionsgemeinschaften sowie zahlreicher Partneruniversitäten und Hochschulen aus Österreich und dem nahen Ausland in der Aula der Universität Innsbruck ein, um am traditionellen Dies Academicus teilzunehmen. In seiner Ansprache hob Rektor Tilmann Märk die trotz sich verschlechternden Rahmenbedingungen erfolgreiche Entwicklung der Universität Innsbruck hervor. „Ich freue mich sehr, dass sich auch im abgelaufenen Jahr die positive Entwicklung an dieser Universität fortgesetzt hat. Alle Indikatoren, Zahlen und Rankings bestätigen diesen Trend“, betonte Märk. Ein Grundstein für diese Erfolge sind die Kooperationen – sowohl international als auch am Standort. „Internationalisierung wird an dieser Universität großgeschrieben. Parallel dazu fühlt sich die Universität Innsbruck aber auch dem Standort Tirol und der gesellschaftlichen Wirkung an diesem Standort besonders verpflichtet, zum Beispiel mit der neuen Transferstelle für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und Kooperationen im Rahmen des Campus Tirol und der Euregio. Verantwortlich für die vorliegende Erfolgsbilanz sind die fast 5000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 28.000 Studierenden unserer Universität, die in Forschung, Lehre und Administration tätig sind. Für ihr Engagement, ihre Einsatzbereitschaft und die sehr gute Zusammenarbeit möchte ich mich an dieser Stelle im Namen des Rektorenteams herzlich bedanken!“, schloss der Rektor.

Seit dem Jahr 1848 ist der Große Ehrungstag ein fester Bestandteil des Akademischen Jahres an der Universität Innsbruck. Heute wird dieser Tag zum fünften Mal als Dies Academicus mit entsprechenden öffentlichen Fachvorträgen der neuen Ehrendoktoren am Nachmittag begangen.

Die Geehrten sind:

Ehrendoktorat der Naturwissenschaften

  • Dr. Norbert W. Bischofberger
    Der Biochemiker Norbert Bischofberger (*1954 in Mellau, Vorarlberg) entwickelte Anfang der 1990er-Jahre den Arzneistoff Oseltamivir, der heute unter dem Namen Tamiflu vermarktet wird. Sieben weitere, hochwirksame Mittel gegen Viruserkrankungen – unter anderem das HIV-Therapeutikum Viread oder Sovaldi gegen Hepatitis C – folgten. Norbert Bischofsberger studierte Chemie an der Universität Innsbruck, anschließend erwarb er das Doktorat an der ETH Zürich. Trotz Angeboten aus der Industrie zog es Bischofberger dann in die USA, wo er an der Harvard University ein Postgraduiertenstudium absolvierte. In der Folge forschte Norbert Bischofsberger zunächst beim Biotech-Unternehmen Genentech und seit 1990 für Gilead Sciences, einem der größten Biotech-Konzerne der Welt. Bischofberger ist heute dessen Vizepräsident und Forschungsdirektor. Aufgrund seiner hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen verleiht die Universität Innsbruck Nobert Bischofsberger das Ehrendoktorat der Naturwissenschaften.

Ehrendoktorat der Philosophie

  • Prof. Dr. H. Craig Melchert
    H. Craig Melchert (*1945 in Manhattan, Kansas, USA) ist Sprachwissenschaftler und hat auf dem Gebiet der Vergleichend-Historischen Sprachwissenschaft herausragende Pionierarbeit geleistet. In seinem Spezialgebiet – der Erforschung des anatolischen Sprachzweigs des zweiten und ersten vorchristlichen Jahrtausends – gehört er zu den meistzitierten Autoren. Seine acht Monographien sind zu einem großen Teil Standardwerke; auch in seinen mehr als 150 Fachbeiträgen hat er die Forschung entscheidend vorangebracht. Seine Lexika des Lykischen bzw. Keilschriftluwischen sind Meisterwerke in der lexikalischen Erschließung von Kleincorpussprachen. H. Craig Melchert war zuletzt bis zu seiner Emeritierung 2015 „A. Richard Diebold Professor of Indo-European Studies“ und Professor für Linguistik an der University of California in Los Angeles. Für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen verleiht ihm die Universität Innsbruck das Ehrendoktorat der Philosophie.

EhrensenatorInnen

  • Ass.-Prof. Dr. Esther Fritsch
    Esther Fritsch (*1938 in Danzig) emigrierte 1948 mit ihren Eltern nach Israel und kehrte 1960 wieder nach Wien zurück. Sie war Fachärztin für Radiologie und Oberärztin an der Innsbrucker Universitätsklinik und war von 1987 bis vor kurzem Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg. In dieser Funktion initiierte Fritsch zahlreiche Kooperationen mit der Uni Innsbruck, um in Veranstaltungen oder Forschungsprojekten an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern und die christlich-jüdische Zusammenarbeit zu fördern. Im Jahr 2013 engagierte sich Fritsch besonders für die Gründung von AIANI, dem Austria-Israel Academic Network Innsbruck. Ihr Engagement ist von einer hohen gesellschaftlichen Tragweite und es ist ihr gelungen, die Israelitische Kultusgemeinde als einen wichtigen, nicht mehr wegzudenkenden Teil der Tiroler Kultur und Gesellschaft zu etablieren.
  • Dipl.-Ing. Dr. Sabine Herlitschka, MBA
    Sabine Herlitschka (*1966 in Pfarrkirchen, Deutschland) ist Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies Austria AG. Sie war stets eine wichtige Unterstützerin der Universität Innsbruck, sowohl in ihrer Funktion als Bereichsleiterin für Europäische und Internationale Programme der FFG – Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft als auch als seit Beginn ihrer Tätigkeit als Mitglied des Vorstandes für Technik und Innovation der Infineon Technologies AG. Seit 2012 konnten mit der Infineon Technologies AG mehrere Kooperationsprojekte gestartet und die Verhandlungen einer Stiftungsprofessur aufgenommen werden. Diese wurden 2014 – Sabine Herlitschka war inzwischen zur Vorstandsvorsitzenden aufgestiegen – mit der Unterzeichnung eines Stiftungsvertrags zur Einrichtung einer Professur im Bereich Leistungselektronik abgeschlossen.
  • KR Dr. Reinhard Schretter
    Reinhard Schretter (*1955 in Innsbruck) ist geschäftsführender Gesellschafter der Schretter & Cie GmbH & Co KG in Vils und war von 2008 bis vor kurzem Präsident der Industriellenvereinigung Tirol. In diesen Funktionen hat Reinhard Schretter den Wissenstransfer und die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Universität und Wirtschaft in vielfacher Art und Weise ermöglicht und gefördert. Ein herausragendes Beispiel: Das „Christian-Doppler-Labor für die anwendungsorientierte Optimierung der Bindemittelzusammensetzung und Betonherstellung“ am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften konnte nicht zuletzt dank der tatkräftigen Unterstützung der Schretter & Cie GmbH & Co KG eingerichtet werden. Neben seinem Engagement als Unternehmer hat sich Reinhard Schretter auch als Interessensvertreter verdient gemacht, indem er stets den Dialog zwischen Industrie und Wissenschaft im Hinblick auf zukunftsträchtige Themen im Wirtschaftsstandort Tirol fördert.

Ehrenbürger

  • Karl Franz Pichler
    In seiner Funktion als Präsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse bis Mai 2016 und darüber hinaus hat sich Karl Franz Pichler (*1933 in St. Leonhard in Passeier, Südtirol) besondere Verdienste um die Förderung der Ziele und Interessen der Universität Innsbruck erworben. Eine von der Stiftung 2013 eingerichtete Stiftungsprofessur für Interkulturelle Kommunikations- und Risikoforschung wurde unter seiner Präsidentschaft weitergeführt und über die ursprünglich vereinbarte Laufzeit hinaus weiterfinanziert. Karl Franz Pichler hat es der Universität dadurch ermöglicht, ein wichtiges Gebiet im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“ weiter zu vertiefen.

Auszeichnungen für Studierende

Im Rahmen der Ehrungen wurden auch wieder die Best Student Paper Awards für hervorragende Leistungen von jungen Nachwuchsforscherinnen und -forschern an der Universität Innsbruck verliehen. Roland Hasibeder, MSc, Thomas Maran, MSc, Dipl.-Ing. Dr. Lukas Moschen und Mag. Mag. Marion Steger erhielten jeweils 1.500 Euro, zur Verfügung gestellt vom Unternehmen MED-EL. Bereits Anfang der Woche wurden die Best-Student-Paper-Anerkennungspreise vergeben, diese gingen an Mag. Sarah Oberbichler, Dipl.-Biol. Willi Kari, Mag. Ramona Thalinger und Maximilian Breitenlechner, BSc MEconSc.

Der Dies academicus wurde am Nachmittag mit einem Festvortrag der neuen Ehrendoktoren und der Verleihung der Studienförderungspreise des Deutschen Freundeskreises der Universitäten in Innsbruck fortgesetzt.

Fotos von der Verleihung

News aktuell – die neuesten Beiträge

weitere Beiträge

Nach oben scrollen