Die Lange Nacht im Archäo­logischen Uni­museum

Bereits zum zehnten Mal beteiligte sich das Archäologische Museum Innsbruck – Sammlung von Abgüssen und Originalen an der Langen Nacht der Museen. In der 1869 gegründeten Universitätssammlung begaben sich rund 250 interessierte Besucherinnen und Besuchern auf eine Zeitreise in die Vergangenheit.
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Bild: Führung im Archäologischen Universitätsmuseum bei der Langen Nacht der Museen (Credit: V. Sossau)

Kürzlich fand bereits zum 17. Mal die  Lange Nacht der Museen statt. Über 700 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen in ganz Österreich, Liechtenstein und der Schweiz luden in der Zeit von 18.00 bis 1.00 Uhr Früh zu einer kulturellen Entdeckungsreise ein, präsentierten dabei ihre Schätze und boten ein vielfältiges Programm für Jung und Alt. Zu den 68 Museen und Galerien in ganz Tirol, die ihre Pforten öffneten, gehörte – mittlerweile auch schon zum zehnten Mal – das Archäologische Museum Innsbruck – Sammlung von Abgüssen und Originalen der Universität.  Das 1869 gegründete Museum stellt in seiner Kombination aus Abgüssen, Kopien und Originalen mit nunmehr über 1.200 Objekten die größte Kollektion klassischer Antiken in Westösterreich dar und nimmt mit diesem Schwerpunkt eine Sonderstellung innerhalb der Tiroler Museumslandschaft ein.

Führungen und museumspädagogische Vermittlung

Im Rahmen von sechs Themenführungen durch den Leiter des Museums, Ass.-Prof. Mag. Dr. Florian Müller, konnte am Sammlungsstandort an der Hauptuniversität zum einen ein Überblick über die Entwicklung der plastischen griechischen Kunst geboten werden. Zum anderen wurden in Führungen zur griechischen Mythologie anhand von Statuten und Reliefs Götter und Helden der Antike zum Leben erweckt. So wurden die Heldentaten des Herakles gezeigt, der die Äpfel der Hesperiden stiehlt, und Perseus, der das Ungeheuer Medusa tötet. Mit dem mythischen Sänger Orpheus ging es in die Unterwelt und auch Episoden aus dem Trojanischen Krieg wurden erzählt.
„Da das Universitätsmuseum eine ideale Brücke zwischen Universität und Öffentlichkeit darstellt, um aktuelle Forschungen aber auch generell Wissen zu Archäologie und Antike zu vermitteln, stellt die Teilnahme an der Langen Nacht der Museen mittlerweile einen Fixpunkt dar“, berichtet Müller, den das große Besucherinteresse bei den zahlreichen Veranstaltungen des Museums freut.

Spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche

Einige Häuser warteten auch mit kindgerechten Zusatzangeboten, also speziellen Programmen für Kinder, Jugendliche und Familien auf. Auch im Universitätsmuseum, welches seit vielen Jahren auch spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche entwickelt, gab es Dank der tatkräftigen Mithilfe der engagierten Studierenden Christina Heppke, Eva Koch, Victoria Lanz, Peter Lochmann, Caroline Posch, Anna Widmann und Bianca Zerobin die beiden museumspädagogischen Workshops „Abgusstechnik: Kopie oder Original?“ sowie „Wie arbeitet ein Archäologe?“  Beim ersten konnten die Besucherinnen und Besucher Schritt für Schritt das Abformen von antiken Exponaten verfolgen, also die Methoden der Herstellung von Repliken antiker Figuren. Besonders bei Kindern beliebt war die Möglichkeit, sich selbst aktiv als „Gipsformer“ zu betätigen und Figuren sowie kleine Reliefs in farbiger Seife abzugießen und als Erinnerung mit nach Hause zu nehmen.
Der zweite Workshop zeigte ein Kerngebiet der praktischen Arbeit von Archäologinnen und Archäologen, nämlich das Ausgraben und Bestimmen archäologischer Fundobjekte. Die Vorstellung, Schätze ans Tageslicht zu bringen, fasziniert seit dem 18. Jahrhundert viele Menschen. Doch worum geht es bei Ausgrabungen tatsächlich und warum können bescheidene Keramikscherben unter Umständen wichtiger sein als Gold? Bei der Station konnte man sich selbst als Ausgräber und Fundbearbeiter betätigen um so einen besseren Eindruck von der „Feldarbeit“ der Archäologinnen und Archäologen gewinnen. Scherben von antiker Keramik mussten geborgen und anhand ihres Aussehens und ihrer Bemalung bestimmt, d.h. datiert und einer bestimmten Keramikgattung zugewiesen werden.

 (Florian M. Müller)

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